Henkel mit neuer Strategie Van Bylen bleibt solide

Erstmals hat der neue Henkel-Chef eigene Wachstumsziele präsentiert. Doch von der Strategie seines Vorgängers rückt Hans Van Bylen dabei nur wenig ab. Für Anleger kann das eine gute Nachricht sein. Ein Kommentar.
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Henkel im roten Bereich - Dax kaum verändert

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DüsseldorfWer keine allzu hohen Erwartungen an die neue Vierjahres-Strategie für Henkel hatte, wurde am Donnerstagmorgen nicht enttäuscht. Konzernchef Hans Van Bylen schreibt in seiner ersten eigenständigen Zielvorgabe seit der Amtsübernahme Anfang des Jahres die Strategie seines Vorgängers Kasper Rorsted fort. Bis hinein in einzelne Formulierungen könnten die Ankündigungen tatsächlich auch von Rorsted formuliert worden sein.

Überraschungen gibt es nicht – abgesehen vielleicht von den recht zurückhaltenden Finanzzielen. Geplanten Wachstumsraten von jährlich zwei bis vier Prozent und ein Wachstum des Gewinns je Vorzugsaktie von sieben Prozent sind weniger ambitioniert als in den vier Jahren zuvor. Allerdings: Henkel konnte sein Versprechen, organisch bis Ende 2016 auf 20 Milliarden Euro Umsatz zu wachsen, nicht halten.

Daher ist die Zurückhaltung bei den Zielen ein Zeichen für Solidität bei dem westdeutschen Persil-Konzern – zumal das Wachstumstempo der Branche insgesamt in den vergangenen beiden Jahren langsam war. Henkel bleibt also unter Van Bylen zuverlässig und auf Kurs. Ein wenig Fantasie bringen die Düsseldorfer beim Thema Digitalisierung auf: Sie versprechen den Kunden Abo-Modelle und wollen zum Beispiel Apps entwickeln, um Friseurtermine zu vereinbaren. Ob die Welt darauf gewartet hat, solche Services von einem Produzenten zu bekommen, bleibt abzuwarten.

Waschen, pflegen, kleben - die Henkel-Welt
Henkel
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Von Düsseldorf aus in die ganze Welt: die Konzenzentrale von oben. Persil kennt in Deutscher praktisch jeder. Doch zu dem Dax-Konzern gehört noch viel mehr ...

Drei Henkel-Welten
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Der Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie Klebstoff-Technologien. Während die Wasch- und Reinigungssparte Henkels Traditionsfeld ist, macht der Konzern den Löwenanteil seines Umsatzes mittlerweile mit seinen Klebstoffen.

Waschen
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Die bekanntesten Waschmittel von Henkel: Persil, Perwoll, Weißer Riese und Spee. Die Traditionsmarke Persil ist eines der Aushängeschilder des Unternehmens und landet bei Verbraucher- und Markenauszeichnungen der Konsumgüterbranche regelmäßig auf Spitzenplätzen.

Spülen
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Die Spülmittel aus dem Hause Henkel heißen Pril und Somat.

Putzen
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Auch die Putzmittel-Klassiker Ata, Biff, Der General, Sidolin, WC Frisch und WC Ente stammen vom Düsseldorfer Konzern.

Haarpflege
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Der zweite Geschäftsbereich umfasst Kosmetik und Körperpflegeprodukte. Die Dauerbrenner in diesem Bereich: Haarpflegeprodukte von Schwarzkopf, mit den Submarken Gliss Kur, Poly Kur und Taft sowie Schauma.

Körperpflege
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Was den Bereich Körper- und Hautpflege angeht, ist Henkel in den Drogerieregalen mit dem Deo Bac, dem Duschgel Fa, den Hautpflegeserien Aok und Diadermine sowie der Zahncreme Theramed gut vertreten.

Digitalisierung war bereits im letzten Rorsted-Jahr Modewort im Konzern. Auch hier bleibt Van Bylen also seinem Vorgänger treu, unter dem er bereits im Vorstand als Chef der Kosmetik-Sparte um Schwarzkopf gedient hatte. Auch ansonsten steht das von Henkel Gewohnte in der Strategie: Zukäufe bleiben möglich, wenn sie das A-Kreditrating nicht gefährden. Wachstum in Schwellenländern und auf noch nicht von Henkel erschlossenen Märkten ist erwünscht.

Insofern erfüllt Van Bylen alle Erwartungen: Er schreibt den erfolgreichen Kurs weitgehend unverändert fort. Für Anleger, die die Aktie als defensiven Wert mit hübscher Entwicklung im Portfolio halten, ist das eine gute Nachricht.

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