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Hermann Bühlbecker „Preiszuschlag muss bei Kakaobauern auch ankommen“

Der Inhaber des Gebäckherstellers Lambertz verarbeitet viel Kakao und ist Honorarkonsul der Elfenbeinküste. Das Land erhebt bald mit Ghana einen Preisaufschlag, um die Armut der Farmer zu lindern.
11.02.2020 - 13:46 Uhr Kommentieren
Der Unternehmer ist Eigentümer des Gebäckherstellers Lambertz. Quelle: dpa
Herrmann Bühlbecker

Der Unternehmer ist Eigentümer des Gebäckherstellers Lambertz.

(Foto: dpa)

Herr Bühlbecker, Sie verarbeiten nicht nur viel Schokolade in Ihren Lebkuchen und Keksen. Sie sind auch Honorarkonsul der Elfenbeinküste. Wie bewerten Sie die neue „Kakao-Opec“?
Diese Initiative der ivorischen und ghanaischen Regierung ist eine politische Maßnahme, um einen höheren und stabileren Preis für Kakaoproduzenten zu erreichen. Das Einkommen der Bauernfamilien soll dadurch maßgeblich steigen.

Kann der Preisaufschlag helfen, Armut und Kinderarbeit zu reduzieren?
Missbräuchliche Kinderarbeit als Folge von Armut könnte dadurch zurückgehen. Allerdings muss eines zwingend sichergestellt werden: Dass die Preiszuschläge tatsächlich bei den Kakaobauern – und nur dort – ankommen und nicht versickern, etwa durch Korruption. Für eine fundamentale Beurteilung ist es noch zu früh.

Reichen Preisaufschläge allein aus, um die Lage zu verbessern?
Die Preispolitik darf nicht isoliert betrachtet werden, sonst ist sie nicht nachhaltig. Langfristig muss auch in diesen Ländern eine ganzheitliche Agrarpolitik etabliert werden. Sonst droht eine weitere Überproduktion auf dem Weltmarkt, die zu sinkenden Kakaopreisen führt. Die erwünschte Einkommenssteigerung der Kleinbauern wäre dahin.

Warum war Kakao zeitweise so billig?
Der Kakaopreis war in den letzten Jahrzehnten auf dem Weltmarkt immer starken Schwankungen unterworfen. Hohe Preise haben den Anbau für viele Farmer in Westafrika so attraktiv gemacht, dass sie sehr zahlreich in den Kakaoanbau eingestiegen sind. Die Folge war eine Überproduktion und ein daraus resultierender Verfall des Kakaopreises. Jetzt versuchen die beiden westafrikanischen Staaten, mit ihrer gemeinsamen Initiative dem entgegenzusteuern.

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    Wie wirkt sich das Kartell auf den Kakaopreis und den Anbau weltweit mittelfristig aus?
    Kakao wird mit großer Wahrscheinlichkeit teurer. Wenn sich der Preis für Kakaobohnen erhöht, hat das erfahrungsgemäß auch Einfluss auf die Preise der Kakaoprodukte. Ob Kakaoanbau rund um den Äquator attraktiver wird, bleibt abzuwarten.

    Zahlen wir künftig mehr für Schokolade und Schokokekse?
    Dies kann ich nicht beantworten. Die vom Handel festgelegten Preise für Schokolade oder Kekse werden von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Natürlich ist hier Kakao eine erhebliche Größe. Die höheren Kosten für die Kakao- und Schokoladeindustrie durch den Preisaufschlag werden auf zwei Milliarden Dollar geschätzt.

    Herr Bühlbecker, vielen Dank für das Interview.

    Mehr: Neues Kakaokartell - warum Schokolade künftig teurer werden könnte.

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