Hermes, Metro, Domino's Liefer-Roboter sollen die Städte erobern

Bisher bekamen vor allem die Lieferdrohnen von Amazon, Google oder DHL viel Aufmerksamkeit. Doch inzwischen drängen auch vollautomatische Zustell-Roboter, die sich den Bürgersteig mit Menschen teilen, auf den Markt.
Der Metro-Konzern testet die Roboter auf dem Firmengelände. Quelle: Reuters
Starship-Roboter in Düsseldorf

Der Metro-Konzern testet die Roboter auf dem Firmengelände.

(Foto: Reuters)

Berlin/DüsseldorfDie Vision hat einen Hauch von Science-Fiction: Lieferroboter, die vollautomatisch unterwegs sind und sich die Gehwege mit Menschen teilen. Doch ein Einzelhandelsriese wie Metro (Real, Media-Markt, Saturn) ist sehr interessiert: Er holte das Gefährt des in Estland beheimateten Entwicklers Starship für eine Testlieferung auf das Gelände der Düsseldorfer Zentrale. Das etwa kniehohe Fahrzeug erinnert äußerlich an einen großen Mars-Rover mit Fracht-Fach. Und die amerikanische Pizza-Kette Domino's hat einen ähnlichen Prototyp entwickelt, der vielleicht einmal Pizzaboten ersetzen könnte.

Auch der Paketdienst Hermes will die Zustellung mit Starship-Robotern ausprobieren. Ein erster Pilottest in Deutschland soll bereits im Sommer starten, kündigten die Unternehmen am Freitag an. Der Ort sei noch offen. Hermes unterstütze Starship als exklusiver Logistikpartner in Deutschland finanziell und mit Infrastruktur.

Die Starship-Roboter, die äußerlich an einen großen Mars-Rover erinnern, können bis zu 15 Kilogramm auf eine Entfernung von fünf Kilometern befördern. In Zukunft sollen sie vollautomatisch auf den Gehwegen unterwegs sein. Das Gerät erfasst seine Umgebung dafür mit neun Kameras. Bei bisherigen Tests an anderen Ländern wurden die Roboter meist noch von Menschen mitgesteuert, später soll ein Mitarbeiter über das Internet 50 bis 100 der Fahrzeuge überwachen und notfalls über das Internet eingreifen können. Starship peilt Kosten ein von rund einem Dollar pro Zustellung an.

Starship wolle spätestens im kommenden Jahr mit einem kommerziellen Service starten, sagt Allan Martinson, der bei der Firma für das operative Geschäft zuständig ist. „Deutschland ist ein sehr interessanter Markt für uns.“ Daneben sieht Starship auch die USA und Großbritannien als Kernmärkte. Ein Vorteil von Deutschland seien neben der zahlungskräftigen Kundschaft aber auch die guten Straßen und Gehwege sowie Städte ohne zu viel Menschenandrang.

Was Maschinen schon alles können
Rekordverdächtig: Sub1 löst Zauberwürfel
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0,887 Sekunden, dann hat es Roboter Sub1 geschafft: Der 3x3-Zauberwürfel, der schon Generationen von Kindern und Erwachsenen zum Verzweifeln gebracht hat, ist gelöst. Hinter Sub1 steht der Ingenieur Albert Beer. Der Roboter wird von einem Laptop gesteuert. Eine Software wertet die Bilder des Würfels aus, die Kameras am Roboter aufnehmen, und leitet so die richtigen Bewegungsbefehle an Sub1 weiter. Ob Beers Sub1 einen Eintrag ins Guinnessbuch der Rekorde bekommt, wird aktuell noch geprüft. Menschlicher Rekordhalter bisher: Lucas Etter aus den USA ist es 2015 gelungen, den Würfel in 4,9 Sekunden zu lösen.

Wenn Roboter golfen
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Gestatten: Roboter LDRIC ("Launch Directional Robot Intelligent Circuitry"), von allen nur Eldrick gerufen - in Anlehnung an den Familiennamen von Golfstar Tiger Wood. Während eines Golfturniers in Phoenix ist Eldrick beim 16. Loch ein Hole-in-One geglückt. Allerdings brauchte der Roboter dafür fünf Anläufe. Hinter Eldrick steht die Firma Golf Laboratories aus San Diego, die Testroboter für Golfplätze herstellt. Mit bis zu 200 Kilometern pro Stunde lassen sie die Bälle über den Platz fliegen.

Einen Cocktail bitte!
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Forscher der Universität Maryland arbeiten an Robotern, die neue Fähigkeiten nur durch Beobachten eines Ablaufs erlernen können. In diesem Fall: das Mixen eines Cocktails. Der zweiarmige Roboter beobachtet eine Person dabei, wie sie einen Drink aus verschiedenen Flüssigkeiten mischt und ahmt den anschließend Vorgang nach. Ob der Cocktail schlussendlich besser schmeckt als der vom Barkeeper, ist Ansichtssache. Hinter dieser netten Anwendung steckt vielmehr die Absicht, die oft langwierige Programmierung von Industrie-Robotern, die eine neue Aufgabe erledigen sollen, durch Lernprozesse zukünftig überflüssig zu machen.

DeepMind beherrscht Go
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Die von Google DeepMind entwickelte Software Alpha-Go hat bereits den Europameister im chinesischen Brettspiel Go geschlagen. Im März wird sich nun der beste Go-Spieler der Welt, Lee Sedol, in fünf Partien mit dem Computergegner messen. Internetriese Google wird die Partien live auf Youtube übertragen.

PR2, der Popcorn-King
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Er ist rund 200 Kilogramm schwer und soll bald einmal Großes leisten: der PR2 des Forschungslabors im Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik der Universität Bremen. Noch beschränkt sich die Fähigkeiten des "Personal Robots" auf Popcorn und Pfannkuchen machen - Aufgaben, die genauso gut von Menschen erledigt werden können. In Zukunft soll PR2 aber leichte Aufgaben im Alltag sicher und zuverlässig übernehmen können und so beispielsweise alte und pflegebedürftige Menschen unterstützen können. Roboter als Haushaltshilfen - mittlerweile gibt es eine Reihe von Anwendungen.

Pokerface
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Unbesiegbare Schachcomputer kennt man schon seit Längerem. Forscher der Universität Alberta ist es 2015 nach jahrelanger Forschung gelungen, eine intelligente Poker-Software zu entwickeln, die den menschlichen Gegner besiegen kann. Chancenlos sei der Mensch, so die Forscher, wenn mehrere Partien nacheinander gespielt werden.

Dass aber die Metro den Starship-Roboter bisher nur auf dem Firmengelände fahren lässt, hat auch einen Grund. Nach aktueller Rechtslage bräuchte ein Lieferroboter in Deutschland eine Ausnahmegenehmigung, um draußen unterwegs zu sein, sagt der für Beziehungen zu Behörden zuständige Manager Christoph Moosbauer.

Die Regulierung ist eine zentrale Hürde für die Geschäftsidee, wie auch Martinson einräumt. Es ist von Land zu Land unterschiedlich. In Österreich etwa könne der Roboters sofort auf die Straße, in Deutschland sei der Betrieb solcher Fahrzeuge bisher grundsätzlich nicht geregelt.

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Roboter kann bis zu drei Einkaufstüten à 15 Kilo tragen
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