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Hitzewelle Bauern erwarten noch deutlicheren Einbruch der Getreideernte

Deutschlands Landwirte können aufgrund der Hitze voraussichtlich etwa fünf Millionen Tonnen Getreide nicht ernten. Der Bauernverband fordert erneut Hilfen.
01.08.2018 Update: 01.08.2018 - 11:55 Uhr Kommentieren

Klöckner – „Dürre-Hilfen sind vom Erntebericht abhängig“

Berlin Der Deutsche Bauernverband (DBV) korrigiert seine Ernteprognose nach unten. Statt der zuletzt geschätzten 41 Millionen Tonnen Getreide rechnet der DBV nach Angaben vom Mittwoch nur noch mit einer Erntemenge von rund 36 Millionen Tonnen.

Die Zahlen bestätigen nach Verbandsangaben die pessimistischen Einschätzungen aus den zurückliegenden Tagen. DBV-Präsident Joachim Rukwied forderte erneut staatliche Hilfen. „Viele Bauern brauchen jetzt eine schnelle Unterstützung. Die aus unserer Sicht eindeutigen Zahlen lassen eine grundsätzliche Entscheidung über Dürrehilfen schon jetzt zu“, sagte Rukwied.

Rukwied sprach von einem „katastrophalen Ausmaß der Dürreschäden“. Die Mengen blieben deutlich hinter den ohnehin geringen Erwartungen zurück. Im vergangenen Jahr waren 45,6 Millionen Tonnen Getreide eingefahren worden.

Wegen geringer Ertragsausichten und Sorgen um eine ausreichende Futterversorgung hätten einige Betriebe Getreide gehäckselt. Auch bei Mais zeichneten sich Einbußen ab. Die aktuelle Prognose enthalte nun in großem Umfang auch tatsächliche Erntemengen.

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    Bei der in Deutschland wichtigsten Getreideart Winterweizen mit einer Anbaufläche von knapp drei Millionen Hektar wird nun im Bundesdurchschnitt ein Ertrag von sechs Tonnen pro Hektar erwartet - ein Fünftel weniger als im Vorjahr und ein Viertel weniger als im Mittel der vergangenen fünf Jahre.

    Einbruch beim Winterrogen von 28 Prozent

    Beim Winterroggen wird ein Minus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erwartet. Bei der wichtigsten Ölpflanze, dem Raps, wird die Ernte nach DBV-Angaben 21 Prozent unter der von 2017 liegen. Im Vergleich zum Fünf-Jahres-Mittel wird dieses Jahr sogar 32 Prozent weniger Raps geerntet.

    Wegen Hitze und Trockenheit vor allem im Osten und Norden drohen Ausfälle auch bei Gras als Tierfutter. Der Bauernverband fordert bereits rasche Nothilfen von möglichst einer Milliarde Euro. Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) informierte am Mittwoch das Kabinett über die aktuelle Lage. Sie verwies darauf, dass vor allem bei Tierhaltern Not herrsche, weil Futter knapp und teuer werde. Teils stünden Notschlachtungen an.

    Zuständig für Finanzhilfen sind zuerst die Länder. Der Bund will erst nach einer amtlichen Erntebilanz Ende August über mögliche eigene Zahlungen entscheiden. Dies ist möglich, wenn Schäden von „nationalem Ausmaß“ festgestellt werden. Zuletzt war dies 2003 wegen einer Dürre der Fall.

    Klöckner hat deutlich gemacht, dass sie fundierte Daten abwarten will, ehe zusätzliches Steuerzahlergeld eingesetzt wird. Es sei richtig, die Ernte abzuwarten „und dann zu entscheiden, wie viel Geld fließen muss“, sagte Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Er betonte mit Blick auf die „Ausnahmesituation“ indes auch: „Wir sollten nicht kleinlich sein.“

    Bund wartet auf Daten aus den Ländern

    Am Dienstag hatten Experten von Bund und Ländern bereits eine erste Bestandsaufnahme vorgenommen. Dabei sei klar geworden, dass die Landwirte in Deutschland sehr unterschiedlich betroffen sind, „aber insbesondere die Hitzewelle der letzten drei Wochen die Situation überall extrem verschärft hat“, hieß es danach. „Wir waren uns einig, dass die Länder jetzt die notwendigen Daten so schnell wie möglich liefern, denn nur dann kann der Bund auch schnell handeln“, sagte der Parlamentarische Staatssekretär Michael Stübgen (CDU).

    Grünen-Chefin Annalena Baerbock forderte angesichts der Dürre einen Wandel zu einer naturschonenderen Bewirtschaftung. Landwirte seien in weiten Teilen des Landes hart betroffen, „gleichzeitig aber auch Teil des Problems“, sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Das Prinzip, Lebensmittel zu Dumpingpreisen in Massen zu produzieren, hat ausgedient.“

    • rtr
    • dpa
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