HKX-Jungfernfahrt Mit Siebzigerjahre-Flair in die Zukunft

Seit heute rollt der Hamburg-Köln-Express über die Gleise. Mit Kampfpreisen buhlt der neue Konkurrent der Deutschen Bahn um Passagiere. Wir haben den HKX getestet – und manch erstaunten Bahnkunden erlebt.
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Jungfernfahrt für den HKX: Rheingold-Waggons aus den Siebzigerjahren wurden umgeschminkt. Quelle: dpa

Jungfernfahrt für den HKX: Rheingold-Waggons aus den Siebzigerjahren wurden umgeschminkt.

(Foto: dpa)

Essen/DüsseldorfEs ist kurz vor 10 Uhr und gleich wird der „DPF 1800“ auf Gleis eins im Essener Hauptbahnhof erwartet. Ziel: Köln. „Können Sie mir sagen, was DPF heißt?“, fragt eine junge Frau mit Kinderwagen. Das hatte zuvor ein Bahn-Mitarbeiter am Infopunkt erklärt. „Das ist der HKX.“ Eine Privatbahn sei das, von Hamburg nach Köln. „Die fahren heute wohl auch den ersten Tag“, sagt er weiter. „Die sollen günstige Preise haben, müssten Sie mal im Internet gucken.“

Dann fährt der Hamburg-Köln-Express, Kürzel HKX, ein. Was der „DPF 1800“ ist, ist jetzt aufgeklärt. Doch mit dem Zug können trotzdem die wenigsten Passagiere etwas anfangen. Auf dem Wagenreihungsplan für Gleis eins ist der Zug jedenfalls noch nicht verzeichnet. Dass gerade die neue private Konkurrenz zur Deutschen Bahn im Fernverkehr eingefahren ist, wissen die Wenigsten. Ein Asiate fragt den Schaffner, ob er mit seinem Bahn-Ticket denn mitfahren könne. Er erntet Kopfschütteln.

Nur wenige steigen zu, die meisten warten auf den Regionalexpress nach Aachen, der wenige Minuten später hier abfährt. In den türkisfarbenen Wagen sitzen dennoch einige Passagiere in plüschigen Abteilen. Der HKX fährt mit den sogenannten Rheingold-Waggons, die in den Siebzigerjahren als Luxuszug der Bundesbahn die schöne Rheinstrecke entlangfuhren – ausschließlich mit Erster Klasse. Dieser hier ist Baujahr 1965, aber trotzdem schon klimatisiert.

Die Waggons hat HKX von der Vogtlandbahn, einer Tochter der italienischen Staatsbahn, angemietet. Eigentlich wollte die Privatbahn heute zur Premierenfahrt mit firmeneigenen Waggons unterwegs sein, doch die Umrüstung des Zugmaterials in Polen hat sich immer weiter verzögert. Deshalb also Rheingold. Den Journalisten gefällt’s. Mehrere Kamerateams, Fotografen, Radio-Reporter und die schreibende Zunft bevölkert den Zug.

Der Hauptinvestor blieb treu
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6 Kommentare zu "HKX-Jungfernfahrt: Mit Siebzigerjahre-Flair in die Zukunft"

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  • welche Lobby da wohl ihre dreckigen Finger mit im Spiel hat ...

    Im Grunde bezahlt die "Staatsbahn" noch nicht einmal Kapitalkosten (der private Investor schon);
    Die "Staatsbahn" muß auch keinen Gewinn abwerfen - eine funktionierende, für Waren, Arbeitskräfte und Bürger kostengünstige Transportmöglichkeit wäre eigentlich klarer Führungsauftrag - "zum Wohle des deutschen Volkes".

    Mittels Erneuerbaren auf Strom statt Diesel umsatteln;
    Technik weiter automatisieren;
    und: Beförderungskosten runter!

    Geringere Kosten für den Wirtschaftsstandort (Güter, Personal);
    geringere Lebenshaltungskosten (was ich nicht in Tank und Auto packe, brauch ich auch nicht verdienen);
    => Wettbewerbsvorteil durch vernünftige Investitionen; Wettbewerbsvorteil durch gute, nachhaltige Rahmenbedingungen.

    ... das passt aber gerade nicht in die mediterane Version von der europäischen Vision: es erzeugt nämlich ein Europa der zwei Geschwindigkeiten.
    Anstatt einer Sperspitze, welche von mehreren Industrieclustern in Mitteleuropa ausgeht, Leuchttürme und Magnete für Investoren und Fachkräfte aus aller Welt, will man -gegen jede Vernunft, gegen die Voraussetzungen an der regionalen Basis- ein "Einheitsbreieuropa".

    Und (auch) darum geht die Entwicklung in Deutschland nicht richtig voran. (bis auf die innovativen Mittelständler: das sind wohl die einzigen im Lande, welche in der Veränderung keine Gefahr, sondern ihre Chance sehen ...)

  • ... aber Hallo, mit der die Deutsche Bahn, würden Sie zu dem Preis natürlich immer wieder einsteigen wa? Der direkte Konkurrent ist die Bahn. Und die ist bekanntlich für Einzelpersonen im Dauerstreß immer günstiger als das Auto, einfach mal stehen lassen.

    Wenn nun die neue Privatbahn nur für 10 €uro unterweges sein, richtig, dann gehörden Sie nicht zu deren Klientel. Das Personal rekrutiert sich von selbst, inklusive Bezahlung. Es lebe die deutsche Mentalität alles haben, aber nix an Kosten.

  • Preise wie in den 70zigern ?
    Service, wie heute ?

    Deutsche Bundesbahn:
    - Preise wie 2020
    - Service wie in der DDR
    - Technik wie 1975

    ICE, wo laufend die Klimaanlage ausfällt
    IC, wo im Winter die Türen festfrieren



  • 70er Jahre .. Gibt es dann wenigstens auch Raucherabteile?

  • Jetzt sollte man die Fahrplanerei aus der DB raustrennen, damit das alles auch fair koordiniert wird.
    Sonst bekommen wir frueher oder spaeter genau so ein Chaos wie die Briten.

  • Schöne Sache! Ich hoffe nur, dass man auch genug Tickets für 20-30 Euro bekommt.

    Bei 60 Euro kann man auch mit dem Auto fahren.

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