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Höhere Frachtraten Reederei Hapag-Lloyd dämmt Verluste ein

Deutschlands größte Containerlinie schreibt zwar weiter rote Zahlen, konnte den Verlust durch höhere Frachtraten aber eindämmen. das Unternehmen wird vor allem durch hohe Energiekosten belastet.
14.08.2012 - 08:20 Uhr Kommentieren
Hapag-Lloyd-Container werden am Containerterminal Altenwerden im Hafen in Hamburg abgefertigt. Quelle: dpa

Hapag-Lloyd-Container werden am Containerterminal Altenwerden im Hafen in Hamburg abgefertigt.

(Foto: dpa)

Hamburg Hapag-Lloyd stemmt sich mit höheren Frachtraten gegen den gestiegenen Ölpreis, schreibt aber weiter rote Zahlen. Von April bis Juni dämmte Deutschlands größte Containerlinie den Verlust auf 7,3 Millionen Euro ein, wie der Vorstand am Dienstag in Hamburg mitteilte. Zu Jahresbeginn hatte wegen des dramatischen Anstiegs der Energiekosten ein Quartals-Fehlbetrag von 132 Millionen Euro zu Buche gestanden, sechs Mal soviel wie vor Jahresfrist. Die zusätzlichen Aufwendungen für Schweröl, das die Containerschiffe während der Fahrt in großen Mengen verbrennen, bezifferte Hapag-Lloyd für das zweite Quartal mit 330 Millionen Euro - ein Viertel mehr als vor einem Jahr.

"Hapag-Lloyd hat das Ratenniveau im zweiten Quartal sehr erfolgreich anheben können. Wir sind damit nach dem saisonal ohnehin schwachen ersten Quartal operativ wieder profitabel", freute sich Vorstandschef Michael Behrendt. Die anhaltend steigenden Treibstoffkosten verhinderten jedoch eine Verbesserung des Ergebnisses. Deshalb seien weitere Ratenerhöhungen "zwingend erforderlich". Für 2012 bekräftigte das Management das Ziel eines positiven operativen Ergebnisses. Es zeichnet sich jedoch ab, das auch im Gesamtjahr unter dem Strich rote Zahlen stehen werden.

Wegen der von Hapag-Lloyd verlangten höheren Frachtraten stieg das Transportvolumen im zweiten Quartal nur moderat um zwei Prozent auf 1,36 Millionen Standardcontainer. "Wenn man bei den Preisen vorangeht, bleibt auch mal Ladung stehen", erläuterte ein Sprecher. Der Umsatz legte zugleich um gut ein Fünftel auf 1,8 Milliarden Euro zu. Hapag-Lloyd, weltweit aktuell die Nummer fünf, hatte die Frachtraten seit Jahresbeginn mehrfach angehoben, um die hohen Energiekosten auszugleichen. Dem Beispiel waren andere Reedereien gefolgt. Gleichzeitig senkte Hapag-Lloyd die Kosten weiter. Inzwischen ist bei den Einsparungen eine Grenze erreicht. "Wir haben die letzten Ecken ausgekehrt", sagte der Sprecher.

Im vergangenen Jahr hatte ein heftiger Preiskampf zwischen den beiden führenden Containerreedereien Maersk und MSC der gesamten Branche zugesetzt und die Frachtraten purzeln lassen. Inzwischen klettern die Raten wieder auf breiter Front.

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