Home24 Rocket Internet schmiedet am „Zalando für Möbel“

Die Start-Up-Schmiede Rocket Internet der Samwer-Brüder ist mit Zalando in den Modemarkt vorgestürmt. Die Berliner Unternehmer wollen nun das Prinzip auch im Handel mit Möbeln anwenden. Der kommt gerade richtig in Fahrt.
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Home24 bedient in Deutschland bis zu 2.000 Kunden täglich.(Quelle: Home24)

Home24 bedient in Deutschland bis zu 2.000 Kunden täglich.

(Quelle: Home24)

DüsseldorfOb Schrankwand, Bücherregal oder Ehebett: Etwa 40 Milliarden Euro Umsatz werden im deutschen Einrichtungsmarkt erzielt. Ein Volumen, dass auch das Berliner E-Commerce-Schwergewicht Rocket Internet anlockt. Denn immer mehr Menschen bestellen ihre Möbel im Internet. Inzwischen hat bereits jeder fünfte Deutsche online Sofa, Bett oder Tisch bestellt. Und ein Ende ist nicht in Sicht: Mit Wachstumsraten von rund 60 Prozent ist der Möbelmarkt eines der am schnellsten wachsenden Segmente im E-Commerce.

So mischen die berühmt-berüchtigten Samwer-Brüder bei Deutschlands größtem Online-Möbelhändler Home24 mit, der gestern die Marke von 500.000 Kunden erreicht hat. Co-Geschäftsführer Domenico Cipolla hat Großes vor: Man wolle ein „Zalando für Möbel“ sein. Cipolla wirbt wie der bekannte Mode-Händler aus der Rocket-Startup-Schmiede mit kostenlosem Versand und Rückgaberecht. Auch ausgepackte und aufgebaute Möbel würden kostenlos abgeholt. Selbst eine Schrankwand, die einem zu Hause im Wohnzimmer nicht mehr gefällt, sei kein Problem.

Die Gefahr, dass man wie bei Zalando unter zu hohen Kosten für die Retouren leiden muss, sieht man bei Home24 nicht. Cipolla: „Für uns steht die Zufriedenheit unserer Kunden an oberster Stelle. Wenn ein Kunde einen Artikel zurückschicken möchte, dann kann er das tun. Unsere Rücksendequote ist kleiner als zehn Prozent.“ Damit liegt sie deutlich niedriger als in anderen Bereichen des Online-Handels. So sind in der Mode-Branche Rücksendequoten von 40 Prozent keine Seltenheit. Bei Zalando wird sogar jedes zweite Paket wieder zurückgeschickt.

Skeptikern stellt sich da die Frage, ob die Kunden über das Smartphone oder ein Tablet-Computer Möbel genauso bedenkenlos bestellen wie Schuhe oder T-Shirts. Doch Co-Geschäftsführer Felix Jahn hat keine Zweifel. Die bisherige Entwicklung zeige, dass man durchaus auch große Möbel über das Internet verkaufen könne. Rund 40 Prozent des Geschäfts machten Polstermöbel und Betten aus.

Und die Lieferzeiten? Die meisten Möbel müssen sich Kunden noch in großen Mega-Möbelhäusern auf der grünen Wiese kaufen und dann wochen- oder monatelang auf das bestellte Produkt warten. Das geht bei Home24 angeblich schneller. Insgesamt habe man etwa 48.000 Artikel im Angebot. Felix Jahn: „Davon haben wir bis zu 20.000 mit einer Lieferzeit von bis zu einer Woche verfügbar.“

Als einen Angriff auf den schwedischen Möbel-Giganten wollen die Firmenchefs ihr Engagement nicht sehen. „Ikea ist, neben anderen Firmen, in einigen Bereichen tatsächlich ein Vorbild für uns. Allerdings bedienen wir mit unserem viel größeren Produktsegment eine deutlich breitere Kundengruppe.“

Chancen des virtuellen Möbelmarkts
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4 Kommentare zu "Home24: Rocket Internet schmiedet am „Zalando für Möbel“"

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  • Eine kostspielige Idee nun auch Möbel via Internet zu verkaufen oder zu kaufen. Ich stelle mir gerade von, wie eine Rolf Benz Couch oder eine beratungsintensive Matratze via Internet verkauft werden soll. Da kommen auf den neuen Marktbegleiter enorme Kosten für Reklamationen zu. Wie soll eine bereits benutzte Matratze zurückgeschickt werden? Wie will der Kunde die für seinen Körper richtige Matratze ohne Beratung herausfinden? Für den Möbelhandel kann es nur von Vorteil sein wenn die geschädigten Kunden merken, wie unerlässlich eine gute Beratung im Möbelhaus ist. Lindemann Personalentwicklung im Möbelhandel

  • Was ist in diesem Bericht eigentlich neu? Dass es home24 gibt? Dass die Samwers in den Möbelmarkt drängeln? Uralt! Spannender wäre gewesen zu fragen, was aus den Ambitionen geworden ist. Nach meiner Einschätzung krebst der Umsatz vor sich hin. Da hatte Neckermann noch deutlich mehr Umsatzvolumen - und ist trotzdem gescheitert...

  • wenn ich ne Milliarde hätte die ich verbrennen muss und zeit brauche möglichst viel davon aud meine seite zu schäffeln würd ich auch sowas aufbauen. schließlich spielen echte wirtschaftliche gesichtspunkte garkeine rolle bei dieser sache. das schöne im Moment ist dass es einfach viel zu viel Geld gibt auf der Welt, und keiner weiss was man damit anständiges machen kann... geile zeit

  • Klar wird sich das Lohnen. Es gibt ja immer mehr Leute ohne Stil und Geschmack. Es kommen ja auch jedes Jahr viele nach Dtl. die sich hier irgendwelche Pressspankisten kaufen um ihren ersehnten Wohlstandstünnef reinzustopfen. Der alte Schwede verkauft doch auch Unmengen von seinem Shruz, dem kann man jede Menge Deppen abluchsen. Das wird ein fettes Geschäft. Die S.s kennen ihre Klientel. Aber zum Glück gibt es noch Möbel, die den Namen verdienen. Mit ein bischen Glück und Geschick sogar günstiger als den industriellen Häckselschrott.

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