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Howard Schultz im Interview Starbucks will Deutschland erobern

Zuletzt musste Starbucks viele deutsche Filialen wieder schließen. Diese Krise scheint aber überwunden und eine neue Deutschlandstrategie steht bereit. Darüber sprach das Handelsblatt mit Starbucks-Chef Howard Schultz.
Starbucks-Chef Howard Schultz. Quelle: Reuters

Starbucks-Chef Howard Schultz.

(Foto: Reuters)

Handelsblatt: Herr Schultz, Sie waren in den vergangenen Wochen sehr unzufrieden mit der politischen Führung in Washington. Sie haben einen offenen Brief geschrieben mit dem Titel "Liebe besorgte Mitbürger" und die Bewegung "Upward Spiral 2011" gegründet. Was hat Sie so wütend gemacht?

Howard Schultz: Es ist ungewöhnlich für einen amerikanischen Vorstandschef, sich so zu äußern. Aber es sind auch ungewöhnliche Zeiten. Ich habe wie viele Amerikaner mit tiefer Enttäuschung beobachtet, wie die Verhandlungen über die Schuldenobergrenze zum Debakel zwischen Präsident Obama und dem Kongress wurden. Die Amerikaner brauchen langfristige Lösungen. Aber vor lauter Ideologie und Parteipolitik bekommen sie nicht das, was sie verdienen. Ich glaube, das Ganze hat eine Vertrauenskrise ausgelöst in den USA und im Rest der Welt.

Die Deutschen suchen meist schon früh in der politischen Debatte Einigkeit. Man könnte argumentieren, dass die Amerikaner schlicht eine fortgeschrittene Demokratie haben.

Ich denke, das Wesen der Demokratie und der wundervolle Aspekt an ihr ist die kreative Debatte mit ihren Spannungen - aber nicht Ideologien und Parteipolitik. Ich habe meine Meinung gesagt. Aber ich habe keine bestimmte Partei kritisiert, auch nicht den Präsidenten, lediglich den Prozess und die Tatsache, dass es keine Lösung gegeben hat. Ich wollte die Politiker ermutigen, den Dialog wieder aufzunehmen und einen Durchbruch zu erzielen.

So einen Schritt hat niemand erwartet von dem Chef von Starbucks, einem Unternehmen, das für Gemütlichkeit steht und Kunden zufrieden machen will.

Die Folgen habe ich wirklich nicht absehen können. Ich habe mir nicht vorstellen können, so viel Unterstützung und so viele Medienanfragen zu bekommen. Wir haben mittlerweile 160 Unternehmenschefs aus beiden Parteien, die sich meiner Initiative anschließen. Aber wir müssen noch mehr tun. Die führenden US-Konzerne können nicht auf Washington warten. Wir müssen zeigen, dass wir bereit sind, die Wirtschaft zu stützen und Arbeitsplätze zu schaffen.

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"Ironischerweise ein Rekordjahr"
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