Hugo Boss Modekonzern begeistert die Anleger

Hugo Boss hat einen Großumbau hinter sich. Doch der Modekonzern überrascht mit einem starken Schlussspurt im abgelaufenen Quartal. Firmenchef Mark Langer kann damit die Investoren überzeugen.
Update: 16.01.2017 - 10:49 Uhr Kommentieren
Der Modekonzern war mit einer teuren Ladenexpansion und dem Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, gescheitert. Quelle: Reuters
Hugo Boss

Der Modekonzern war mit einer teuren Ladenexpansion und dem Versuch, die Marke Boss im Luxussegment zu etablieren, gescheitert.

(Foto: Reuters)

MetzingenDer im Umbau steckende Modekonzern Hugo Boss hat dank eines Schlussspurts 2016 besser abgeschnitten als befürchtet und damit an der Börse gepunktet. Das operative Ergebnis werde im abgelaufenen Jahr nach ersten Berechnungen wohl am oberen Ende der Prognosespanne liegen und der Konzernumsatz nur um vier Prozent auf 2,69 Milliarden Euro schrumpfen, teilte Konzernchef Mark Langer am Montag mit.

Gegenüber dem bisherigen Verlauf habe sich das Jahresendgeschäft rund um Anzüge, Hemden und Mäntel besser entwickelt. „Die Ergebnisse des vierten Quartals zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, sagte Langer. „In China haben wir im zweiten Halbjahr den Turnaround geschafft. Auch in Europa haben wir uns in einem schwierigen Marktumfeld gut behauptet.“

Kleider machen Milliardäre
Platz 10: Burberry
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Der Hoflieferant von Queen Elizabeth und Prince Charles gehört zu den luxuriösesten Modelabels der Welt – und zu den teuersten. Gegründet wurde das Unternehmen 1856. Seit 1920 ist Burberry an der Londoner Börse notiert, die Marke ist Mitglied im FTSE 100 Index.

Umsatz 2015: 3,4 Milliarden Euro*

*Geschäftsjahr 2014/15

Quelle: Umsatzrangliste europäischer Bekleidungsmarken nach der Zeitschrift „TextilWirtschaft“, dfv-Mediengruppe

Platz 9: Prada Group
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Die bekannteste Marke der Prada Group ist heute noch Prada, allerdings sind Marke und Unternehmen nicht mehr synonym: Weitere Marken der Prada Group sind Miu Miu, Church’s und The Original Car Shoe. Das Unternehmen Prada wurde 1913 von Mario und Martino Prada gegründet, 1919 stieg der exklusive Hersteller von Handschuhen, Taschen und Koffern zum königlichen Hoflieferanten auf. 1978 übernahm Miuccia Prada, Enkelin von Firmengründer Mario, die Geschäfte und baute die Prada Group zu einem global agierenden Modekonzern aus. Prada eröffnete erst im Jahr 1983 ein zweites Ladenlokal, wie das erste in Mailand liegend.

Umsatz 2015: 3,5 Milliarden Euro

Platz 8: Next
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Der britische Modehändler Next, 1982 gegründet, besitzt mittlerweile nach eigenen Angaben über 500 Geschäfte im Vereinigten Königreich und Irland, sowie „nahezu“ 200 Franchise-Stores in 40 Ländern. Er ist mittlerweile zum führenden Online-Modehändler Großbritanniens aufgestiegen und liefert seine Kollektionen in über 72 Länder. Next setzt auf eigene Designs und vertreibt ausschließlich die eigene, gleichnamige Modemarke.

Umsatz 2015: 5,6 Milliarden Euro

Platz 7: C&A
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Im Jahr 1841 gründeten die Brüder Clemens und August Brenninkmeijer das Unternehmen 'C. en A.' und eröffneten ein Geschäft, das als eines der ersten Kleidung in Konfektionsgrößen verkaufte. Bis heute befindet sich das Unternehmen in mittlerweile sechster Generation in Besitz der Familie Brenninkmeijer. C&A ist mit 1575 Filialen in 21 europäischen Ländern vertreten und beschäftigt rund 35.000 Mitarbeiter.

Umsatz 2015: 6 Milliarden Euro

Platz 6: Primark
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Die erste deutsche Filiale des 1969 gegründeten Textil-Discounters wurde 2009 in Bremen eröffnet, mit mittlerweile 20 Läden ist die Bundesrepublik das Land mit den drittmeisten Primark-Filialen außerhalb des Vereinigten Königreichs. Strategie des irischen Unternehmens ist es, auf in der Regel mehreren tausend Quadratmetern Verkaufsfläche modische Textilien, Schuhe und Accessoires zu extrem niedrigen Preisen anzubieten – damit ist der Konzern anders als andere Textil-Discounter vor allem bei jungen Menschen erfolgreich. Wegen Arbeits-, Lohn- und Produktionsbedingungen in Billiglohnländern steht das Unternehmen immer wieder in der Kritik.

Umsatz 2015: 7,6 Milliarden Euro

Platz 5: Kering
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Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering wurde 1963 von dem französischen Unternehmer François Pinault gegründet und bis 2005 von diesem geführt. Seit dem 21. März 2005 wird der Konzern von Pinaults Sohn, François-Henri Pinault (im Bild), geleitet. Der Name Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnliche Umsätze.

Umsatz 2015: 11,5 Milliarden Euro

Platz 4: Christian Dior
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Direkt nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2015: 12,3 Milliarden Euro

Konzernchef Langer hatte zuletzt für 2016 ein Umsatzminus von bis zu zehn Prozent und einen Rückgang des Betriebsergebnisses von 17 bis 23 Prozent befürchtet. 2015 verbuchte Boss ein bereinigtes Ebitda von 594 Millionen Euro. Mit weniger Marken und einer stärkeren Ausrichtung auf Herrenmode will Langer den kriselnden Modekonzern wieder zurück in die Erfolgsspur bringen.

Anleger reagierten erleichtert und griffen zu. Die Aktien der Modefirma stiegen um knapp zehn Prozent auf 58,92 Euro und setzten sich damit an die Spitze im Nebenwerteindex MDax. Die Zahlen seien besser ausgefallen als befürchtet, sagte ein Börsianer. Daher müssten offenbar einige Anleger, die auf weitere Kursverluste gewettet hatten, sich wieder mit den Papieren der Modefirma eindecken.

Langer will am 9. März die vollständige Jahresbilanz präsentieren. Einen Tag zuvor wird der Aufsichtsrat über den Dividendenvorschlag entscheiden. Für 2015 erhielten die Anleger trotz Gewinnrückgangs eine stabile Dividende von 3,62 Euro je Aktie.

Im vierten Quartal schrumpften die Erlöse um drei Prozent auf 725 Millionen Euro, währungsbereinigt um ein Prozent. Während sie in Europa dank eines robusten Wachstums in Großbritannien währungsbereinigt um zwei Prozent stiegen, sanken sie in der Region Amerika in lokalen Währungen um 14 Prozent. Asien lag dagegen um fünf Prozent über dem Vorjahreswert. Auf dem chinesischen Festland erzielte Boss auf vergleichbarer Fläche und ohne Währungseffekte ein Umsatzplus von fast 20 Prozent.

Der schwäbische Modekonzern schlitterte nach jahrelangen Rekordwerten 2015 in die Krise. Neben negativen Währungseffekten machten Boss die Verschlechterung des Marktumfelds in Asien - vor allem in China - und schleppende Geschäfte in Amerika zu schaffen. Langer übernahm nach dem überraschenden Abgang von Firmenchef Claus-Dietrich Lahrs im Februar 2016 die Verantwortung.

Der ehemalige McKinsey-Mann verordnete Boss ein Restrukturierungsprogramm, das neben der Schließung von Läden und dem Ausstieg aus dem Großhandel in den USA eine langsamere Expansion vorsieht. Zudem mussten die Schwaben in China die vergleichsweise hohen Preise senken, um die Kunden wieder anzulocken. Denn für einen Boss-Anzug, der in Deutschland 500 Euro kostet, mussten Käufer in China 900 Euro zahlen. Zuletzt brach Langer zudem mit der Strategie seines Vorgängers und verabschiedete sich vom Luxusmarkt.

  • dpa
  • rtr
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