H&M macht weniger Gewinn Moderiese mit schwachem Wintergeschäft

Winterpullover blieben in den Regalen: Knapp ein Drittel weniger Gewinn hat H&M im letzten Geschäftsquartal gemacht. Damit bleiben die Schweden hinter den Erwartungen. Neue Filialen sollen nun den Umsatz ankurbeln.
Update: 06.04.2016 - 12:47 Uhr
Der Konzern macht weniger Gewinn. Quelle: AP
Model mit H&M-Kleidung

Der Konzern macht weniger Gewinn.

(Foto: AP)

StockholmDer schwedische Modehändler H&M hat in den ersten Monaten des Jahres einen Rückschlag verkraften müssen. Der Textilriese machte zwischen dem 1. Dezember und dem 29. Februar mit rund 2,5 Milliarden schwedischen Kronen (275 Millionen Euro) deutlich weniger Gewinn als im Vorjahresquartal (3,6 Milliarden Kronen). Das teilte das Unternehmen am Mittwoch in Stockholm mit. Beim Umsatz legten die Schweden leicht auf 43,7 Milliarden Kronen (rund 4,7 Milliarden Euro) zu. „Das sollte vor dem Hintergrund eines sehr guten ersten Quartals im vergangenen Jahr gesehen werden“, erklärte Unternehmenschef Karl-Johan Persson am Mittwoch.

Schon im Weihnachtsgeschäft hatte H&M geschwächelt. Persson begründete das schwache Ergebnis mit dem starken US-Dollar, der etwa die Einkäufe für den Modehändler teurer macht. Nach dem warmen Herbst sei außerdem viel Winterkleidung in den Läden liegengeblieben. Rabatte hätten den Gewinn geschmälert.

Das sind Europas größte Modekonzerne
Platz 10: Calzedonia
1 von 10

Die Fachzeitschrift „TextilWirtschaft“ untersucht jedes Jahr die Umsätze der größten europäischen Bekleidungshersteller. Die Analyse zeigt: Der Markt steht vor großen Herausforderungen. Zwar konnten die meisten Konzerne wie zum Beispiel Calzedonia wachsen, doch die Krise in Russland und der Ukraine dürfte sich früher oder später in den Bilanzen niederschlagen.

Umsatz 2013: 1,60 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 1,85 Milliarden Euro
Veränderung: + 15,4 Prozent

Platz 9: Giorgio Armani
2 von 10

1975 gründete Georgio Armani das Modelabel Armani. Mittlerweile gehört der Konzern zu den Größten der Modebranche. Für Armani arbeiten rund 6500 Menschen. Neben Kleidungsstücken vertreibt Armani außerdem Home-Artikel und Parfüms. Seit 2002 verkauft der Konzern auch Konfiserie-Artikel sowie verschiedene Honig- und Marmeladensorten. Acht Jahre später entstand im Burj Khalifa in Dubai das erste Hotel im Armani-Stil.

Umsatz 2013: 1,75 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,00 Milliarden Euro
Veränderung: + 14,2 Prozent

Platz 8: Esprit
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Ehemals etablierte Marken sind zu teuren Restrukturierungen gezwungen. So muss sich Esprit auf die Ansprüche der Kunden im digitalen Zeitalter einstellen, heißt es in der Studie von „TextilWirtschaft“. Auch Gerry Weber ist davon betroffen. Darüber hinaus leiden die Modekonzerne auch unter dem starken Dollar, der die Beschaffung verteuert. Esprit trifft es besonders hart. Bei keinem anderen Modekonzern in den Top-20 ist der Umsatz derart stark geschmolzen.

Umsatz 2013: 2,35 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,10 Milliarden Euro**
Veränderung: - 10,7 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/2015

Platz 7: Kering
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Das französisch-italienische Modeunternehmen Kering dürften nur den Wenigsten bekannt sein. Doch mit Labels wie Puma oder Gucci erreicht der Konzern ansehnlich Umsätze. 2014 konnte Kering seinen Umsatz um knapp zwölf Prozent erhöhen.

Umsatz 2013: 2,13 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,38 Milliarden Euro
Veränderung: + 11,6 Prozent

Platz 6: Hugo Boss
5 von 10

damDie Edelmarke Hugo Boss ist das zweitgrößte Modeunternehmen Deutschlands. Gegründet wurde es 1924 in Metzingen durch Hugo Ferdinand Boss. Ursprünglich stellte Hugo Boss Berufskleidung her. Unrühmlich ist die Vergangenheit des Konzerns. Im Zweiten Weltkrieg stellte der Konzern die Uniformen für SA, SS und die Wehrmacht her. Dafür wurden unter anderem Zwangsarbeiter aus West- und Osteuropa eingesetzt. Erst nach dem Krieg und dem Tod des Gründers 1948 wurde Hugo Boss zum Modekonzern. Unter der Leitung von Hugo Ferdinand Boss' Schwiegersohn Eugen Holy begann das Unternehmen damit, Herrenanzüge herzustellen.

Umsatz 2013: 2,43 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,57 Milliarden Euro
Veränderung: + 5,8 Prozent

Platz 5: Tommy Hilfiger
6 von 10

Modedesigner Tommy Hilfiger rief 1984 in New York sein eigenes Modelabel ins Leben. Dass der Konzern im Ranking europäischer Modekonzerne gelistet ist, hat er seinem Firmensitz zu verdanken. Tommy Hilfiger sitzt seit 1997 in Amsterdam. 13 Jahre später wurde das Unternehmen durch den US-Konzern Phillips-Van Heusen übernommen.

Umsatz 2013: 2,56 Milliarden Euro*
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro*
Veränderung: + 5,3 Prozent

*Geschäftsjahr 2013/14
**Geschäftsjahr 2014/15

Platz 4: Christian Dior
7 von 10

Direkt nach dem Krieg gegründet, trug Christian Dior maßgeblich dazu bei, dass sich Paris als Modehauptstadt der Welt etablieren konnte. Insgesamt beschäftigt das Unternehmenskonglomerat über 100.000 Mitarbeiter. Für die Modesparte von Dior arbeiten knapp 3600 Menschen.

Umsatz 2013: 2,26 Milliarden Euro
Umsatz 2014: 2,70 Milliarden Euro
Veränderung: + 19,6 Prozent

Im Wettbewerb mit dem großen Konkurrenten Inditex (Zara, Massimo Dutti) ist der schwache Jahresstart ein Rückschlag für H&M. Der spanische Modekonzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr dank vieler neuer Läden und anziehender Onlineverkäufe ein Rekordergebnis erzielt.

„Unsere starke Expansion geht weiter“, versicherte Persson. Im Frühjahr will H&M neue Filialen etwa in Südafrika, der Schweiz, Ungarn und Indien aufmachen und auch sein Online-Geschäft weiter ausbauen. Im Laufe des Geschäftsjahres sollen 425 neue Läden dazukommen, unter anderem in den neuen Märkten Neuseeland, Zypern und Puerto Rico.Seit 2010 hat das Unternehmen die Anzahl der Geschäfte in der Gruppe nach eigenen Angaben verdoppelt. Noch im April soll die 4000. Filiale des Moderiesen in Neu Delhi öffnen.

Gleichzeitig will der Modehändler in elf weiteren Ländern Onlineshops aufbauen. Damit können Kunden in 34 Ländern online bei H&M einkaufen. Zu den neuen Märkten gehören Irland, Griechenland, Kanada, Kroatien, Luxemburg und Japan. Neuere Marken der H&M-Gruppe wie COS, & Other Stories, Monki, Weekday und Cheap Monday würden für das Unternehmen immer wichtiger, hieß es. Deshalb arbeiten die Schweden daran, weitere Marken zu lancieren.

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  • dpa
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