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H&M und Hirmer Hemd nach Maß online bestellen: Eine neue Software macht es möglich

Das Start-up Zyse.me hat eine Software entwickelt, mit der sich individuelle Hemden digital planen lassen. Die ersten Kunden sind große Namen in der Modeindustrie.
18.12.2019 - 12:07 Uhr Kommentieren
Die Modekette kooperiert mit Zyse.me. Quelle: Reuters
H&M-Filiale

Die Modekette kooperiert mit Zyse.me.

(Foto: Reuters)

München Das perfekt sitzende Hemd ist für Online-Käufer bislang ein kühner Traum. Mit der Software von Zyse.me könnte sich das jetzt ändern. Das Berliner Start-up verspricht maßgeschneiderte, personalisierte Modelle, die sie bequem von zu Hause aus bestellen können.

Zwei Kunden hat Zyse.me-Gründer Bobby Östberg gefunden, sie gehen in diesen Tagen mit dem neuen Angebot an den Start. Auf der einen Seite der Herrenmode-Spezialist Hirmer. Das Münchner Familienunternehmen hat die Software in seinem Internet-Store bereits integriert. Auf der anderen Seite der Filialist H&M. Der Modekonzern testet das Programm in seinem Innovationsbereich „H&M Labs“.

„Personalisierung und Individualisierung werden immer relevanter“, sagt Clemens Ode, Geschäftsführer der Hirmer Eckerle Service GmbH. Deshalb sei die Lösung von Zyse.me für das Traditionshaus aus der Münchner Fußgängerzone so wichtig. Im Laden vor Ort könnten Mitarbeiter die Leute vermessen, gemeinsam Stoffe aussuchen und so individuell auf die Wünsche der Konsumenten eingehen.

Online ging das bisher nicht. Zyse.me macht es möglich: Denn das Programm der zwei Jahre alten Firma erstellt Schnittmuster für Textilfabriken, um den Kunden Einzelstücke zu liefern. Zyse.me verdient dabei an jeder Transaktion.

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    Das Verfahren ist für die Kunden einfach. Sie müssen auf der Homepage von Hirmer oder H&M lediglich ein paar Fragen beantworten. Da geht es um die bevorzugte Hemdenmarke, um Kragenweite und Alter, um Gewicht, Größe, Körperbau und einige Angaben mehr. Das ist in ein paar Minuten erledigt.

    Anschließend dürfen die Interessenten das Hemd konfigurieren, sich etwa die Kragenform aussuchen, die Manschetten oder das Monogramm. Abschließend wird mit einem Klick bestellt. Nun übermittelt Zyse.me die Daten an die Produzenten.

    Die Technik sei nahezu perfekt, beteuert Zyse.me-Chef Östberg. Für 97 Prozent der Kunden sitze das Hemd wie angegossen. „Wir erzielen bessere Ergebnisse als Bodyscanner“, sagt der Gründer.

    Hirmer bietet die maßgeschneiderten Hemden in Kooperation mit der Marke Eton an. Sie ist Hersteller hochwertiger Hemden, die der Händler auch in seinem Geschäft erfolgreich führt.

    200 Euro pro Hemd bei Hirmer

    Ein maßgeschneidertes Modell kostet 200 Euro. Spätestens vier Wochen nach der Bestellung soll es zu Hause bei den Kunden sein, versprechen Hirmer und Zyse.me. Für Hirmer ist die neue Dienstleistung auch deshalb so wichtig, weil viele Kunden nicht mehr in die Innenstadt fahren, um einzukaufen – selbst in das laut Eigendarstellung größte Herrenmodehaus der Welt. Nun können die Bayern denselben Service wie vor Ort auch im virtuellen Raum anbieten.

    Bei H&M bekommen die Käufer für deutlich weniger Geld ein maßgeschneidertes Hemd: Das günstigste Modell schlägt mit 35 Euro zu Buche, das teuerste mit 40 Euro. Die Kette lässt die Hemden eigenen Angaben zufolge bei einem Partner in der Türkei fertigen.

    An der Vermessung des Konsumenten arbeiten viele Start-ups. Manche arbeiten mit Fotos der Konsumenten, zum Beispiel Tailor Guide, Fision oder 3D Look. Andere nutzen Fragen, etwa True Fit oder Bold Metrics. Bei den meisten geht es allerdings lediglich darum, die richtige Kleidergröße zu ermitteln. So sollen die Kunden die genau passenden Artikel in den Online-Stores finden.

    Das große Ziel: weniger Retouren. Die Rücksendungen sind eines der größten Probleme des Internet-Handels, denn sie sind teuer.

    Presize aus München etwa hat eine solche Anwendung fürs Handy entwickelt. Die Kunden brauchen in einem Internetshop lediglich den Knopf „Größe finden“ zu drücken, sich vor ihr Handy zu platzieren und einmal um die eigene Achse zu drehen. Das Programm erstellt daraufhin auf Basis des Videos ein 3D-Modell und berechnet die Maße des Nutzers. Dann noch die Körpergröße eintragen, schon sucht ein Algorithmus die optimale Textilie heraus.

    Das Verfahren sei jenen, die auf Fragen oder Fotos beruhten, deutlich überleben, behauptet Gründer Leon Szeli. Allerdings vermag es keine Schnittmuster zu erstellen.

    Hirmer-Geschäftsführer Ode zufolge gibt es bislang keine Alternative zu Zyse.me. Die Münchner haben den innovativen Service bisher noch überhaupt nicht beworben, obgleich er auf der Homepage bereits zu finden ist. So haben sich bislang nur Insider und besonders neugierige Kunden online ein Hemd auf den Leib schneidern lassen. Das habe fehlerfrei funktioniert, so Ode.

    Über Newsletter und die sogenannten Sozialen Netze starte nun aber die Reklame. Ziel sei es, in den nächsten Monaten weitere Hemdenmarken für das Angebot zu gewinnen.

    Zyse.me-Gründer Östberg versucht mit seinen 14 Mitarbeitern derweil, Software auch für andere Kleidungsstücke zu entwickeln. Damit könnte ein Herrenmodehaus wie Hirmer dann auch Anzüge maßgeschneidert übers Internet verkaufen. Der Bedarf sei vorhanden, da ist sich Hirmer-Geschäftsführer Frank Troch sicher. Denn im Laden in der Kaufingerstraße in München würde in manchen Kategorien fast jeder zweite Artikel von den Schneidern geändert.

    Mehr: Hallhuber will sich auf seine Stärken besinnen – und will in zwei Jahren die Gewinnschwelle erreichen. Ein britischer Investor soll dabei helfen.

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