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IAS 39 Bilanzregel verärgert Lufthansa-Vorstand Gemkow

Für Fluggesellschaften endet das erste Quartal meist mit Verlusten. Doch dieses Mal hielt Lufthansa das Minus in Grenzen. Für Finanzchef Stephan Gemkow jedoch kein Grund zur Freude. Schuld ist die Bilanzregel IAS 39.
05.05.2011 - 13:41 Uhr Kommentieren
Stephan Gemkow: Der Lufthansa-Finanzchef kann sich über ein eigentlich gutes Quartal nicht wirklich freuen. Quelle: Reuters

Stephan Gemkow: Der Lufthansa-Finanzchef kann sich über ein eigentlich gutes Quartal nicht wirklich freuen.


(Foto: Reuters)

Frankfurt Das Akronym IAS bringt Stephan Gemkow, Finanzchef der Lufthansa, derzeit mächtig auf die Palme. Was eigentlich für International Accounting Standards steht, also für Bilanzierungsvorschriften, würde er am liebst sofort umtaufen: "In irrational, ärgerlich und sinnlos", wetterte Gemkow am Vormittag sichtlich erbost. Grund für den erhöhten Blutdruck: Eine Vorschrift in IAS hat Lufthansa das Ergebnis eines recht erfolgreichen Quartals mächtig verhagelt.

Der Jahresauftakt ist für Fluggesellschaften sowieso schon schwierig. Flugausfälle durch den Winter, die erste Reisezeit des Jahres, Ostern, liegt in der Regel erst im zweiten Quartal - all das führt regelmäßig zu Betriebsverlusten in den ersten drei Monaten. Umso mehr darf sich ein Finanzchef dann freuen, wenn diese von einem zum anderen Jahr zumindest reduziert werden können. Lufthansa hat das geschafft. Statt minus 343 Millionen steht im ersten Quartal 2011 ein Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit von "nur" minus 175 Millionen Euro in der Bilanz.

Doch schon beim Ebit, dem Ergebnis vor Steuern und Zinsen, ist die Freude über den Erfolg dahin. Ein Verlust von satten 578 Millionen Euro findet sich hier, ein Jahr zuvor waren es nur minus 272 Millionen Euro. Die Erklärung ist zugleich der Grund für den dicken Hals von Finanzchef Gemkow. Der Kauf von Optionen zur Absicherung gegen Schwankungen bei Ölpreis und bei Währungen muss seit kurzem neu bilanziert werden, niedergeschrieben in der Regel IAS 39.

Die Sache ist kompliziert. Zum einen muss der so genannte innere Wert einer solchen Option bilanziert werden. Er bezeichnet die Differenz zwischen dem Ausübungspreis der Option und dem derzeitigen Marktpreis. Hat Lufthansa also Optionen, die das Recht einräumen, Öl zum Preis von 80 Dollar zu kaufen, der Ölpreis liegt aber bei 105 Dollar, beträgt der innere Wert 25 Dollar. Der wird allerdings neutral auf Seite des Eigenkapitals verbucht, hat also keinen Einfluss auf das Ergebnis.

Den hat dagegen der Zeitwert der Optionen. Dabei wird auch der Preis berücksichtigt, den das Unternehmen für den eigentlichen Kauf der Option bezahlt hat. Die Folge: Lufthansa kann zwar im ersten Quartal einen inneren Wert der Treibstoffoptionen von satten 575 Millionen Euro ausweisen, allerdings ohne sichtbaren Effekt. Stattdessen drückt der Zeitwert das Ergebnis alleine um 289 Millionen Euro, zuzüglich drei Millionen Euro für Währungsabsicherung.

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