Ikea tauscht doch nicht lebenslang um „Da habt ihr uns ja sauber angelogen“

Mit dem lebenslangen Rückgaberecht hatte sich Ikea eigentlich selbst das schönste PR-Geschenk zum 40. Geburtstag gemacht. Eigentlich. Denn nun rudert der Deutschlandchef zurück. Die Nutzer auf Facebook und Twitter toben.
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DüsseldorfEs war wohl die beste PR-Aktion, die sich Ikea zum 40-jährigen Jubiläum hätte schenken können: Lebenslanges Umtauschrecht ab sofort, für alle Möbel, egal wie alt, wir nehmen alles zurück, entdecke die Möglichkeiten. Jetzt hat auch Ikea seine Möglichkeiten entdeckt – und den lebenslangen Umtausch kurzerhand wieder umgetauscht. Nicht komplett, aber in einem wesentlichen Punkt.

Als es im August hieß, künftig könnten alle Kunden lebenslang ihre Produkte wieder umtauschen, da blieb der Konzern vage. Nun hat der Ikea-Deutschlandchef das Rückgaberecht konkretisiert. Peter Betzel sagte am Dienstag, das Angebot gelten nicht für alte, abgenutzte Möbel. Wer 15 Jahre lang seine Küche behalten hätte, der könne sie nicht einfach zurückgeben. „Das Geschäftsmodell hält auch Ikea nicht aus.“ Da gehe es auch um gesunden Menschenverstand.

Verstand ja, Verständnis – nein. Die Ikea-Kunden empören sich reihenweise in den sozialen Netzwerken über das Zurückrudern von Ikea. „Warum werden von euch gegebene Versprechen wieder gebrochen?“, schreibt eine Facebook-Nutzerin auf der Ikea-Seite. „Das mit dem Lebenslangen Rückgaberecht, da habt ihr uns ja sauber angelogen.“

Eine weitere schreibt: „Sehr enttäuschend...ich werde mir in Zukunft zweimal überlegen, ob ich bei euch noch etwas kaufe!“ Und ein weiterer merkt an: „Was soll denn das? Ich dachte in anderen Ländern ist dieses lebenslange Rückgaberecht auch ein Erfolg?“ Der Nutzer bezeichnete die Rücknahme als „Vertrauensbruch an euren Kunden“. In einem weiteren Kommentar heißt es: „Man sollte nicht erst groß rumposaunen, wenn man das Versprechen dann nachher doch nicht hält.“ Sowas fände er „mehr als frech“.

Andere werden schon deutlicher. Einer schreibt einfach nur: „Schämt ihr euch nicht?“ Ein anderer Facebook-Nutzer bezeichnet den schwedischen Konzern als „armselig“. Und ein dritter: „Boah, seid ihr peinlich!“

Auch auf Twitter machte die Meldung die Runde – und sorgte für wenig begeisterte Wortmeldungen.

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18 Kommentare zu "Ikea tauscht doch nicht lebenslang um: „Da habt ihr uns ja sauber angelogen“"

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  • Was war denn jetzt wieder so schlimm, daß es gelöscht werden mußte?????????????????????????????????
    Irgendjemand mag mich hier z.Zt. nicht!?! )o:)

  • Alledings verkennen Sie dabei auch eins: Wir reden nicht von den Teelichtern oder irgendwelchem Kleinkram. Wenn ich die Garantie habe, dass ich meine x.000-Euro Küche alle 10 Jahre kostenlos gegen eine neue tauschen kann, dann hänge ich den Einkaufsbon eingerahmt IN die Küche und dann finde ich auch einen Platz für die (zugegeben sehr vielen) Kartons... Und mit Schmarotzer hat das an der Stelle dann nichts mehr zu tun, wenn das Unternehmen damit wirbt.

  • Was bei IKEA stand habe ich mir ehrlich gesagt nicht angeschaut. In den Medien wurde es in weiten Teilen so verkauft, als wäre es vollkommen egal, in welchem Zustand ich das Zeug hinbringe. Und die haben das selbst geglaubt !! Aber Bons von vor 15 Jahren kann ich Ihnen ordnerweise geben... Da ist eher die Frage, ob man die Thermobons heute noch lesen kann ;-)

  • Ist schon zugegeben schwach von Ikea. Es stand klar, dass die Ware in Orginalverpackung und mit Bon zurück gegeben werden muss. Viel Spass dabei die Orginalverpackung der neuen Küche 15 Jahre aufzubewahren und die aufgebaute, abgewohnte Küche wieder da hinein zu bekommen. Wer hebt außerdem 15 Jahre lang einen Kassenbon auf? Wenn Ikea nicht mal diese 1% Schmarotzer aushält, ist es mit dem Geschäftserfolg wohl nicht mehr so weit her.

  • erschreckend ist das Ganze gleich in mehrfacher Hinsicht.
    Nicht lustig, eher deprimierend: Gedankenloser Jubel über die Ankündigung war an sich schon grenzdebile Egomania.
    Das Unternehmen müßte vom Finanzertrag der geparkten Kundengelder leben...
    Walmart praktiziert das im Wissen,dass die 15% Egoisten von den anderen mitfinanziert werden.
    Klang da nicht was an von Bon und Originalverpackung?
    Wer die Einhaltung solcher Ankündigungen fordert, bettelt um Betrug, Betrogenwerden und Mittäterschaft.
    Denken wird heute auf ganz kleinen Feldern mit blickdichten Zäunen kultiviert.
    Äh... hieß es nicht

  • Ikea hat dich von Anfang an gesagt, dass das Rückgaberecht erst ab erscheinen des Kataloges gilt und nicht für Zucker gekauften Möbel.
    Da im TV suggeriert wurde es funktioniere auch mit davor gekaufter Möbel und jetzt viele es ausnutzen wollen, dass wird das Problem sein.
    Mit neu gekaufter Möbel gibt es da keine Probleme bei der Rückgabe.
    Außer nörgeln und alles geschenkt bekommen wollen kann der deutsche Michel anscheinend nichts, nur so etwas unwichtiges kann ihn empören.

  • Werbeaussagen sind Zusicherungen. Wenn der Kunde darauf eingeht und das beworbene Produkt kauft, hat er einen Rechtsanspruch auf vollständige Erfüllung. Bin kein Jurist. Deshalb wäre es interessant, wenn mal ein solcher (Jurist) hier seine Meinung kundtäte.

  • Die Frage, was die sich dabei denken bzw. gedacht haben, habe ich mir auch schon gestellt. Anfangs habe ich mir vor allem Gedanken gemacht, wo wohl der Pferdefuß im Kleingedruckten sein könnte. Ernst gemeint können sie es nicht haben. Eine dreiste Werbelüge kann es auch nicht sein. Dass das immensen Imageschaden produzieren würde (bzw. jetzt produziert) ist jedem klar. Insofern ist Ihre Erklärung garnicht so abwegig: Vielleicht sollte es in der Tradition der sonstigen Werbekampagnen stehen und die haben ja auch immer ein Augenzwinkern und Selbstironie mit an Bord. In desem Fall haben diesmal allerdings die Testzuschauer versagt...

    Wäre mal eine interessante Geschichte, die das Handelsblatt im Interview klären könnte..

  • @ Willi Kammschott
    Aber wo bliebe in diesem Fall der Nutzen für IKEA? Meine These ist ja, sie haben gedacht, alle würden sich sofort kaputtlachen, was diese Schweden doch für coole Säue sind. Das wäre für das Image gut gewesen. Aber sie haben dabei die Humorlosigkeit der Deutschen unterschätzt.

  • "Sie wollten bloß einen Witz machen"
    Hm... oder bei Ikea hat niemand ernsthaft damit gerechnet, daß so etwas überhaupt jemand ernstnimmt... und dann war das Erstaunen umso größer. (o:)

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