Illegale Preisabsprachen Drastische Strafen für das Bierkartell

Dieses Kartell stand für mehr als die Hälfte des in Deutschland verkauften Bieres: Elf Unternehmen hatten Preise abgesprochen, das Bundeskartellamt verhängt nun drastische Strafen. Die Brauereien kündigen Einspruch an.
Update: 02.04.2014 - 17:19 Uhr 2 Kommentare
Ein frisch gezapftes, kühles Blondes: 100 Liter Fassbier waren bis zu sieben Euro überteuert. Quelle: dapd

Ein frisch gezapftes, kühles Blondes: 100 Liter Fassbier waren bis zu sieben Euro überteuert.

(Foto: dapd)

DüsseldorfDas Bundeskartellamt hat mit einem Schlag gegen Carlsberg, Radeberger und weitere Brauereien seine Kartellstrafe gegen das Bierkartell auf rund 338 Millionen Euro mehr als verdreifacht. Es handele sich damit um eines der höchsten jemals verhängten Bußgelder, sagte am Mittwoch ein Sprecher der Bonner Wettbewerbsbehörde.

Insgesamt seien elf Unternehmen, der Brauereiverband NRW sowie 14 persönlich Verantwortliche wegen Preisabsprachen verdonnert worden. „Die betroffenen Hersteller stehen für mehr als die Hälfte des in Deutschland verkauften Bieres“, sagte Kartellamtschef Andreas Mundt. Bei einem Umsatz der Branche von weit über sieben Milliarden Euro seien die Bußgelder angemessen, um eine Wirkung zu erzielen.

Auf die zur Oetker-Gruppe gehörende Brauerei Radeberger und Carlsberg entfällt Mundt zufolge der Großteil des Bußgeldes. Genaue Zahlen nannte er nicht. Radeberger bestritt, an Preisabsprachen beteiligt gewesen zu sein und legte Einspruch dagegen ein. Auch Carlsberg kündigte an, sich gegen das Bußgeld von 62 Millionen Euro zu wehren.

Wo das Bier zuhause ist
Revellers drink beer from a giant glass on the second day of the San Fermin festival in Pamplona
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Platz 10 - Spanien - 32,7 Millionen Hektoliter Bierausstoß im Jahr 2013

Manchem Deutschen dürfte das spanische Bier noch aus dem Sommerurlaub bekannt sein. Obwohl der heimische Wein hervorragend ist, sind auch die Spanier dem Bier nicht abgeneigt. Die bekanntesten Marken der iberischen Halbinseln sind San Miguel, Damm und Cruzcampo. (Quelle: Barth-Haas-Group)

WM 2006 - Polnische Fans in Hannover
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Platz 9 - Polen - 39,6 Millionen Hektoliter

Nicht nur Fußballfans in Polen genießen das heimische Bier. Die polnischen Biersorten Lech, Tyskie und Zywiec sind auch in Deutschland längst keine Unbekannten mehr.

Barmaid pulls a pint in a pub in central London
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Platz 8 - Großbritannien - 42,4 Millionen Hektoliter

Auch wenn Bier aus England nicht den besten Ruf in Deutschland genießt: Die britische Insel gehört zu den führenden Biernationen. Auch wenn die berühmteste Brauerei Scottish & Newcastle schon seit 2008 in ausländischem Besitz. Besonders erfolgreich auf der britischen Insel sind die Großbrauereien Heineken, Carlsberg und Inbev.

To match story JAPAN-BEER/
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Platz 7 - Japan - 57,2 Millionen Hektoliter

Die neuste Erfindung in Japan: Frozen Bier. Ohnehin haben die Bierkreationen in Fernost nicht viel mit dem deutschen Reinheitsgebot am Hut. Beliebt sind die japanischen Biere trotzdem. Die bekanntesten japanischen Marken sind Asahi und Kirin.

A man drinks a Corona beer at a bar in Cancun
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Platz 6 - Mexiko - 82,5 Millionen Hektoliter

Der Bierausstoß des südlichen Nachbarn der USA ist zwar nur geschätzt, weil offizielle Statistiken nicht vorliegen. Doch die Schätzung katapultiert die Mexikaner locker in die Top Ten. Das mexikanische Bier Corona ist auch in Deutschland beliebt - mit Limette im Flaschenhals.

Russia May Day
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Platz 5 - Russland - 88,6 Millionen Hektoliter

"Na sdorowje" - die Russen sind für ihre Trinkfestigkeit weltberühmt. Doch das hat einen ernsten Hintergrund. In einigen Regionen Russland ist der Alkoholismus zum sozialen Problem geworden. Präsident Putin (rechts) hat eine Gegenoffensive angekündigt. Der Bierabsatz ging im vergangenen Jahr tatsächlich massiv zurück. Marktführer in Russland sind die lokalen Marken von Carlsberg mit einem Anteil von 38 Prozent.

Fruehling im Biergarten
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Platz 4 - Deutschland - 94,36 Millionen Hektoliter

"O'zapft is!" Trotz aller Tradition kommt der Bierdurst der Deutschen langsam zum erliegen. Die Brauereien klagen über sinkenden Absatz. Die Furcht vor weiteren Übernahmen wächst. Bezeichnend, dass die Billigbiermarke Oettinger seit Jahren das beliebteste Bier des Landes ist. Ebenfalls stark: Radeberger, Inbev und Bitburger.

Die Geldbußen sind noch nicht rechtskräftig, da alle Betroffenen vor dem Oberlandesgericht Düsseldorf Einspruch einlegen können. Das Kartellamt hat in den vergangenen Jahren eine Reihe von Bußgeldern verhängt, darunter gegen Schienenhersteller, Feuerwehrausrüster und Kaffeeröstereien. Das höchste Bußgeld verhängten die Ermittler mit 660 Millionen Euro gegen ein Zementkartell.

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2 Kommentare zu "Illegale Preisabsprachen: Drastische Strafen für das Bierkartell"

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  • fühle ich es nur so oder ist es tatsächlich so,
    dass überall beschissen, getrixt und damit abgezockt wird,
    dass die schwarte nur so kracht
    besonders heftig fühle ich es da,
    wo niemand haftet in den chefetagen!
    es tut sich der verdacht auf,
    dass wer über grosse zeitstrecken geld verdient,
    dieses nicht ehrlich erarbeitet hat!
    Banken, finanzdienstleister, fonds, stahlkocher, Versicherungen, uns so weiter usw. ............

    und die politik schaut zu
    oder ?


  • find ich richtig gut das die bestraft werden.....oder....

    Dann steht ja der nächsten bierpreiserhöhung kaum noch was im weg ;-)

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