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Indonesien Radikale Prediger fordern Starbucks-Boykott

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Erzkonservative Muslimverbände gewinnen Einfluss

Homosexuelle Beziehungen sind in Malaysia illegal – ein früherer Vize-Premierminister und Oppositionsanführer ist wegen des Vorwurfs homosexueller Kontakte seit Jahren in Haft. In Indonesien gibt es solche Verbote nicht – mit Ausnahme der Provinz Aceh, wo das islamische Strafrecht Scharia gilt und Schwule öffentlich ausgepeitscht werden.

Auch im Rest des Landes macht sich der wachsende Einfluss der Hardliner aber bemerkbar: Im vergangen Jahr ordnete die Regierung Unternehmen wie Facebook an, sogenannte Emojis von händchenhaltenden Männern und Frauen in Chat-Apps zu löschen, weil diese für öffentliche Unruhe sorgen könnten. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch forderte Indonesiens Präsident Joko Widodo auf, gegen die "extrem diskriminierenden Bemerkungen" seitens der Behörden öffentlich Stellung zu beziehen.

Erzkonservative Strömungen sind in Indonesien im Zuge einer zunehmenden Islamisierung der Gesellschaft auf dem Vormarsch. Im Mai wurde der frühere Gouverneur Jakartas wegen Koranbeleidigung zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt. Zuvor hatten islamistische Organisationen mit Kundgebungen mit mehr als 100.000 Teilnehmern gegen den christlichen Politiker demonstriert.

Auch im muslimisch geprägten Malaysia kam es in den vergangenen Jahren immer wieder zu Spannungen mit religiösem Hintergrund, die westliche Firmen trafen. Im vergangenen Jahr forderten Religionswächter die US-Fastfood-Kette Auntie Anne auf, Hotdogs auf dem Menü umzubenennen – Hunde gelten im Islam als unrein.

Im Jahr 2014 sahen sich McDonald's und die Bank HSBC mit Boykottaufrufen konfrontiert wegen wirrer Vorwürfe von Verschwörungstheoretikern, wonach die Unternehmen angeblich israelische Militäreinsätze gegen Palästinenser unterstützten. Der Protest schlug damals so große Wellen, dass sich McDonald's in ganzseitigen Zeitungsanzeigen gegen die unbegründeten Behauptungen wehren musste.

Auch der Süßwarenhersteller Cadbury, einer Tochtergesellschaft des US-Konzerns Mondelēz International, erlitt in Malaysia nach einem Boykottaufruf einen Umsatzeinbruch: Dem Unternehmen wurde vorgeworfen, dass Produkte Spuren von Schweinefleisch enthielten. Dies stellte sich in Laboruntersuchungen später zwar als falsch heraus – der Imageschaden war da jedoch bereits entstanden.

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2 Kommentare zu "Indonesien: Radikale Prediger fordern Starbucks-Boykott"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Oh, wie tolerant! Lustig, daß sich die Politik hierzulande sowohl für die Muslime, als auch für die Ehe für alles einsetzt. Eine brisante poltische Mischung, um nicht zu sagen ein hochexplosives Gemisch!

  • Die Entwicklung ist besorgniserregend.

    Im Namen der Religionsfreiheit wird eine Radikalisierung geduldet.Als Minderheit spielen sie erst eine Opferrolle. Dann stellen sie Forderungen. Dann gehen sie in die Politik. Ändern Gesetze, bis zur Einführung der Scharia. So wurden in der jüngsten Vergangenheit mehrere ehemals christliche und buddhistische / hinduistische Länder islamisiert. Wohin werden die Europäer flüchten?

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