Insight Innovation: Nachhaltige Verpackungen: Wie die Plastikflut verschwinden kann
Nachhaltige Verpackungen sind im Trend. Eine Möglichkeit sind Becher und Beutel, die sich zersetzen. Doch noch gibt es einige Hürden.
Foto: HandelsblattDüsseldorf. Tahsin Dag vergleicht sich gern mit Elon Musk, seine Fabrik nennt er gar „Gigafactory“. Nur, dass er dort Joghurtbecher herstellt und keine Elektroautos. Der 39-Jährige brennt vor Ehrgeiz, will mit seiner Firma Papacks eine etablierte Branche verändern: die Verpackungs- und Lebensmittelindustrie.
Was das heißt, kann man sich in einer Halle im Kölner Industriegebiet ansehen. Dort forscht die Firma an nachhaltigen Verpackungen. Ein Mitarbeiter arbeitet an einem Tisch an den Prototypen eines neuen Produkts: eine Flasche mit Drehverschluss – komplett aus natürlichen Inhaltsstoffen, komplett kompostierbar. Der Kunde ist der US-Getränkeriese Keurig Dr. Pepper.
Angefangen hat alles in einer Kölner Garage. Mittlerweile ist sein Unternehmen Papacks stark gewachsen. „Wir haben eine völlig neue Industrie geschaffen“, sagt Dag.
Seine Kunden sind etablierte Konzerne wie Parfümhersteller Coty, Kaffeeriese Melitta oder die Schokoladenfirma Tony's Chocolonely. In Thüringen laufen in der „Gigafactory 1“ von Papacks bis zu 180 Millionen Fasergussteile pro Jahr über die modernen Produktionsstraßen. Eine „Gigafactory 2“ nebenan wird im kommenden Jahr fertiggestellt. Immerhin 3,5 Millionen Kilo Plastik hat Papacks laut Firmenangabe dadurch eingespart.