Insight Innovation: Wie die Lufthansa mit Solar-Kerosin klimaneutral fliegen will
Sun-To-Liquid: Bei dem neuen Verfahren wird Sonnenlicht gebündelt, um grünes Kerosin herzustellen. Das Interesse der Luftfahrt an SAF ist riesig.
Foto: Klawe RzeczyFrankfurt, Madrid. Die Szene hat etwas von einem James-Bond-Film. Manuel Romero betritt sein Büro im zweiten Stock und zieht den beigefarbenen Sonnenschutz an der Fensterfront hoch. Das gibt den Blick frei auf einen 15 Meter hohen Turm, zu dessen Füßen an der Nordseite 169 frisch polierte, je drei Quadratmeter große Spiegel in Reih und Glied angeordnet sind.
Wie in einem Kinofilm sieht es aus, wenn sie die Sonnenstrahlen bündeln und auf einen Punkt oben in einem Turm spiegeln. Im Brennpunkt erzeugen sie eine Hitze von unvorstellbaren 1500 Grad, 2500-mal intensiver als das Sonnenlicht, das wir auf der Erdoberfläche empfangen.
Auf die Versuchsanlage schaut die ganze Luftfahrtbranche. Romero ist stellvertretender Direktor der Madrider Forschungseinrichtung IMDEA Energie und Experte für Solarthermie. Die Anlage produziert aus Wasser, Sonne und Kohlendioxid (CO2) Kerosin. Es ist die erste weltweit, die den gesamten Prozess vom Einfangen des Sonnenlichts bis zur Herstellung von Kerosin integriert.
SAF: Lufthansa will mit synthetischem Kerosin bis 2050 klimaneutral werden
Synthetisches Kerosin (SAF) ist die große Hoffnung der Luftfahrt, um klimaneutral zu fliegen. Batterien mit einer ausreichenden Energiedichte wären zu schwer, Wasserstoffantriebe sind noch weit entfernt. Mittelfristig bleibt nur der Weg, den Treibstoff nachhaltig zu machen.