Insolvenz Grand Hotel Heiligendamm ist pleite

Das Grand Hotel Heiligendamm hat dem Betreiber zufolge Insolvenz angemeldet. Der Geschäftsführer beschuldigt die Kommune, eine Mitschuld an der Pleite des Luxushotels zu tragen.
Update: 28.02.2012 - 15:29 Uhr 10 Kommentare
Passanten flanieren auf der Strandpromenade unweit des Grand Hotels Heiligendamm an der Ostsee. Quelle: dpa

Passanten flanieren auf der Strandpromenade unweit des Grand Hotels Heiligendamm an der Ostsee.

(Foto: dpa)

Heiligendamm/AachenDas seit dem G8-Gipfel 2007 berühmte Grand Hotel Heiligendamm ist zahlungsunfähig. Wie die Jagdfeld-Gruppe als Betreiber am Dienstag berichtete, wurde am Montag beim zuständigen Amtsgericht in Aachen die Insolvenz für die Grand Hotel Heiligendamm GmbH & Co. KG angemeldet. Trotzdem solle das Hotelunternehmen nicht zerschlagen und der Betrieb aufrechterhalten werden. 

Der vorläufige Insolvenzverwalter Jörg Zumbaum aus Düren sagte am Dienstag in Heiligendamm, die Beschäftigung der 300 Mitarbeiter sei vorerst gesichert. Mit Hilfe neuer Investoren solle nicht nur das Hotel erhalten, auch anstehende Investitionen müssten ermöglicht werden. Das Insolvenzverfahren eröffne die Chance, Investoren zu finden. 

Das Hotel war seit dem G8-Gipfel 2007 weltweit bekannt geworden. Damals hatten sich die Staats-und Regierungschefs in einem extra angefertigten riesigen Strandkorb vor dem Luxushotel fotografieren lassen. 

Nach Worten des Geschäftsführers der Jagdfeld-Gruppe, Anno August Jagdfeld, ist ein neues Finanzierungskonzept notwendig. „Die Fondsgesellschaft kann nicht so weitermachen.“ Dem Fonds fehlten rund 30 Millionen Euro. Große Teil des Wiederaufbaus des Hotels waren über Fonds abgewickelt worden. 

Ursache für die Insolvenz war Jagdfeld zufolge, dass Kreditzinsen nicht mehr gezahlt werden konnten. Die Banken hätten erklärt, ihre Kredite definitiv nicht zu verlängern, sagte er. Das Unternehmen sei aber nicht überschuldet. Alle Gläubiger könnten von einer vollständigen Zahlung ausgehen. 

Wanderwege vertreiben die Gäste
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Insolvenz - Grand Hotel Heiligendamm ist zahlungsunfähig

10 Kommentare zu "Insolvenz: Grand Hotel Heiligendamm ist zahlungsunfähig"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich kann "ast" hier nur beipflichten. Wir waren schon in vielen Hotels, auch in Hotels der Oberklasse. Der Service im Hotel ist wirklich einzigartig gut und die Küche ebenso. Ein so herrlicher Ort, eine wunderbare Landschaft verbunden mit dem (gut renovierten!) Charme vergangener Zeiten....- ein Jammer dass sich die meisten "Zeigeistigen" wohl lieber an südlichen, schmutzigen, überlaufenen Mittelmeerstränden aalen wollen, als unsere schöne Küste zu entdecken und lieben zu lernen. Wir werden gerne wieder nach Heiligendamm, in die "weiße Stadt am Meer" kommen, ich hoffe dies wird solange wir leben möglich sein. Unsere besten Wünsche begleiten die Geschichte von Heiligendamm in jedem Fall!!!

  • Ich finde das Hotel einfach super! Der Service ist klasse, das Essen hervorragend und die Landschaft rund im Heiligendamm mit den alten Buchwäldern direkt am Meer ist einmalig in Deutschland. Ich kann jeden nur empfehlen dieses tolle Hotel zu besuchen, er / sie wird es nicht bereuen!

  • Klar - Schuld sind jetzt mal wieder "Alle Anderen". Aber daß vielleicht ein Konzept das um 1900 mal erfolgreich war - heute schon deshalb nicht funktioniert weil man sich gerade in dieser Preisklasse in direkter Konkurrenz mit schon klimatisch attraktiveren Destinationen befindet - daran kann (darf) es natürlich nicht liegen.
    Summa-Summarum: Fördergelder und Subventionen verbraucht - Anlegerkapital verzehrt - aus die Maus.


  • 800000 € Gewinn stehen 50 MIO € Förderung durch den
    Staat gegenüber. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

  • Evtl. hilft ja eine Verlegung des Firmensitzes nach Griechenland. Gläubiger verzichten dann bestimmt gerne auf 53% der Verbindlichkeiten und bieten auch noch eine mehrere Jahrzehnte lange Refinanzierung zu Minizinsen an.

  • Das Hotel ist sehr schön und für Qualität zahlt man auch einen Preis! Die Umgebung hat leider noch viel DDR-Mief und das hält viele ab, erneut dort zu nächtigen. Wochenendgäste reichen nicht. Wenn man mit Zug anreist, muss man die alte Bäderbahn nutzen, die total umkomfortabel ist, für Ältere unzumutbar und muss 500m durch Wald und Wiese laufen bis zum Hotel. Radfahrer oder Wanderer respektieren nicht das Privateigentum und schoben ihre Räder durchs Gelände, trotz Absperrung! Die 2 km Umweg um das Hotel sollten Sportsleute nicht schrecken? Welche Gäste lassen sich gern belästigen? Die Steuern und Arbeitsplätze werden wohl gern gesehen. Die Nebengebäude sollten ja auch erneuert werden, um das ganze Areal aufzupolieren. dazu reicht es wohl nicht. Schade.

  • Aus eigener Erfahrung: Das Hotel ist nicht zu groß und das Preis/Leistungsverhältnis als solches auch in Ordnung. Andere solcher Häuser laufen ja auch. Es ist schlichtweg am falschen Platz: Viel zu weit von großen Städten entfernt und zu einsam. Rund herum ist ja auf Kilometer Nichts, aber wirklich Nichts.

  • Tja, auch die Reichen wollen sparen bzw. die paar die sich die Preise dort leisten können/wollen sind auch dünn gesäht....Der 5 sterne Bunker ist eh viel zu gross und pompös und die absolute Krönung ist sowieso das man den Strand davor auch noch bereits vor ein paar Jahren abgesperrt hat. Da hat die Gemeinde sich nichts gutes getan mit diesem Hotel......

  • Bei DER Werbung....

  • wie wärs mit einer kleinen spendenaktion an die (damligen) staatschefs? ist doch klar, warum ein grand hotel im ländlichen gebiet keine chance hat, oder?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%