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Insolvenz Möbelhändler Habitat gibt in Deutschland auf

Der Mobelhändler Habitat hat in Deutschland Insolvenz angemeldet. Eine Mischung aus Pech und eigenen Fehlern führte zum vorläufigen Scheitern der Sanierung.
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Die Sanierung des Deutschlandgeschäfts ist gescheitert. Quelle: Sylvain THOMAS/REA/laif
Habitat-Filiale

Die Sanierung des Deutschlandgeschäfts ist gescheitert.

(Foto: Sylvain THOMAS/REA/laif)

HamburgIm Einzelhandel ist Lage alles. Der Chef des Möbelhändlers Habitat, Vincent Destailleur, frohlockte vor drei Jahren: Er konnte den teuren Mietvertrag für seine Hamburger Filiale in der Nobelstraße Neuer Wall auflösen und hinter das Rathaus ziehen.

Doch die vermeintlich prominente, preisgünstige Lage erwies sich als Falle: Kurz darauf startete die Stadt einen aufwendigen Umbau der Straße, und ein Investor ließ das gegenüberliegende Bürohaus abreißen. Seitdem liegt Habitat in Hamburg auf einer Baustelle. Zu allem Überfluss hatte Destailleur auch noch den gut besuchten Outlet-Laden mit Elbblick schließen lassen.

Eine solche Mischung aus Pech und eigenen Fehlern war es wohl, die zum vorläufigen Scheitern der Sanierung der deutschen Habitat-Filialen führte. Die deutsche Gesellschaft habe Insolvenz angemeldet, meldete am Dienstag der börsennotierte französische Möbelkonzern Cafom Group, zu dem Habitat gehört.

„Wir versuchen, Habitat Deutschland zu retten und dauerhaft zu erhalten“, sagte der vom zuständigen Düsseldorfer Gericht bestellte vorläufige Insolvenzverwalter Nikolaos Antoniadis der „Wirtschaftswoche“. Er wolle das Geschäft stabilisieren und dann Investoren suchen. Einfach wird das nicht. Habitat Deutschland steuerte zuletzt nur noch 7,6 Millionen Euro Umsatz bei.

Von der Insolvenz nicht betroffen sind die Habitat-Filialen in weiteren Ländern wie Frankreich und Spanien. Ein Käufer müsste also wohl für die betroffenen Läden einen kompletten Neuanfang schaffen. Zuletzt hatte sich Habitat bereits im Frühjahr aus Norwegen zurückgezogen.

Nicht einmal der Möbel-Legende Ingvar Kamprad, dem Gründer von Ikea, war es einst gelungen, die Kette mit ihren erschwinglichen Designermöbeln in Innenstadtlagen nachhaltig profitabel machen. Habitat hat eine bewegte Geschichte. 1964 wurde die Kette in England von dem Designer Terence Conran gegründet. Möbel mit klaren Formen und kräftigen Farben zeigt die Firmenchronik aus dieser Zeit.

1992 kaufte Kamprad das Unternehmen, um Ikea um eine hochwertigere Kette zu ergänzen. Doch der erfolgsverwöhnte Milliardär scheiterte, Habitat schrieb Verluste. 2009 übernahm der Finanzinvestor Hilco, doch der musste die britischen Geschäfte in die Insolvenz schicken, verkaufte den kontinentaleuropäischen Rest an den französischen Händler Cafom.

Der vertickte bis dato allein billige Möbel in Filialen und im Internet und wollte Habitat eigentlich für eine weltweite Expansion mit einer echten Marke nutzen. In Deutschland haben die Franzosen nun die Lust verloren. Die große Expansion, die Destailleur vor drei Jahren im Handelsblatt angekündigt hatte, kam nie zustande.

Wie damals, kurz nach der Eröffnung in Berlin nahe dem Potsdamer Platz, sind es immer noch nur sechs Läden in Deutschland. Dabei träumte der Manager von 15 bis 20 deutschen Läden, teils mit Franchisenehmern. Schon damals hatte er gesagt, er habe die Mieten in Deutschland gedrückt. Es hat offenbar nicht gereicht.

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