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Insolvenzverwalter Sanicare offenbar zahlungsunfähig

Die Versandapotheke Sanicare ist dem Insolvenzverwalter zufolge zahlungsunfähig. Der Geschäftsbetrieb werde zunächst aufrechterhalten und ein Investor gesucht. Die Löhne der Mitarbeiter seien bis Ende November gesichert.
26.09.2012 - 20:39 Uhr Kommentieren
Sanicare ist zahlungsunfähig und sucht nach einem Investor. Quelle: dpa

Sanicare ist zahlungsunfähig und sucht nach einem Investor.

(Foto: dpa)

Bad Laer Die nach eigenen Angaben größte deutsche Versandapotheke Sanicare ist dem vorläufigen Insolvenzverwalter zufolge zahlungsunfähig. Nach dem Tod des Chefs der Sanicare-Gruppe Anfang des Monats habe dessen Familie einen Nachlassinsolvenzantrag gestellt, teilte der vorläufige Insolvenzverwalter Ralph Bünning von der Anwaltsgesellschaft Schultze & Braun am Mittwochabend mit.

Der Geschäftsbetrieb werde aufrechterhalten, es werde ein Investor gesucht. Von der Insolvenz betroffen seien die Versandapotheke sowie drei niedergelassene Sanicare-Apotheken am Firmensitz in Bad Laer (Kreis Osnabrück) sowie in Versmold und Bielefeld. Zuvor hatte der Branchendienst „Apotheke adhoc“ darüber berichtet.

Die Löhne der 342 Mitarbeiter der Versandapotheke sind laut vorläufigem Insolvenzverwalter über das Insolvenzgeld bis Ende November gesichert. Andere Teile der Sanicare-Gruppe, die insgesamt mehr als 800 Beschäftigten hat, seien derzeit nicht berührt. Bestellungen über den Online-Shop seien weiterhin möglich und würden ausgeliefert. Mit der Nachlassinsolvenz erreichen die Erben den Angaben zufolge, dass sie nicht für Schulden des verstorbenen Firmenchefs haften müssen.

Neben der Versandapotheke versorgt die Sanicare-Gruppe 50 Kliniken und mehrere hundert Pflegeeinrichtungen und Arztpraxen mit Medikamenten. Das Unternehmen versicherte auf dpa-Anfrage am Abend, dass auch diese Großkunden weiter beliefert würden. Zuvor hatte der Bundesverband Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) vor möglichen Folgen gewarnt: Sanicare habe in den vergangenen Jahren durch eine aggressive Markt- und Preispolitik eine Reihe auch großer Krankenhausapotheken aus dem Markt verdrängt. Dies könne sich für die Kliniken jetzt rächen.

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