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Interimschef Machtkampf um Media-Saturn erreicht nächste Stufe

Firmengründer Erich Kellerhals versucht den Interimschef Pieter Haas loszuwerden. Der Handelsriese Metro, der einen Großteil der Media-Saturn-Anteile besitzt, wehrt sich offenbar erfolgreich.
Update: 04.07.2014 - 10:48 Uhr Kommentieren
Eine Media-Markt-Filiale: Der Machtkampf gefährdet die Handlungsfähigkeit des Managements. Quelle: dapd

Eine Media-Markt-Filiale: Der Machtkampf gefährdet die Handlungsfähigkeit des Managements.

(Foto: dapd)

Berlin Im Machtkampf um Europas größte Elektronikhandelskette Media-Saturn muss Interimschef Pieter Haas bei der Gesellschafterversammlung am Freitag Branchenkreisen zufolge nicht mit einer Abberufung rechnen. Haas werde auch nach dem Treffen zwischen Vertretern von Mehrheitseigner Metro und Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals am Vormittag in Ingolstadt im Amt bleiben, sagten mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Kellerhals will ihn aus dem Amt drängen. „Über die Gesellschafterversammlung reden wir nicht in der Öffentlichkeit“, sagte ein Sprecher von Kellerhals Gesellschaft Convergenta. Ein Metro-Sprecher wollte sich nicht äußern.

Der Düsseldorfer Konzern liefert sich seit Jahren einen erbitterten Machtkampf mit Kellerhals. Obwohl der Milliardär lediglich 21,62 Prozent an Media-Saturn hält - die restlichen Anteile liegen bei der Metro - verfügt er über umfassende Veto-Rechte. Kellerhals versucht derzeit, Haas aus dem Amt zu entfernen - er sieht den Manager Insidern zufolge als verlängerten Arm der Metro.

Der Handelsriese hatte Haas im Mai als stellvertretenden Vorsitzenden in den Media-Saturn-Vorstand entsandt. Zuvor hatte Media-Saturn-Chef Horst Norberg entnervt das Handtuch geworfen. Haas hat nun im Media-Saturn-Vorstand das Sagen, ein Nachfolger Norbergs muss von den zerstrittenen Parteien Metro und Kellerhals gemeinsam ernannt werden. Kellerhals dringt derweil auf eine Abberufung Haas' - und versucht, ihn mit einer einstweiligen Verfügung vor dem Landgericht Ingolstadt aus dem Amt bei Media-Saturn zu entfernen. Für den 22. Juli ist in dieser Sache vor Gericht eine mündliche Anhörung angesetzt.

Kellerhals werfe Haas unter anderem einen Interessenkonflikt vor, hatte es in seinem Umfeld geheißen - der Manager ist auch Mitglied des Metro-Vorstands, der Konzern stehe mit seinen Töchtern Real und Kaufhof in direkter Konkurrenz zu Media-Saturn. Zudem habe Haas aus seinem ersten Engagement bei Media-Saturn - er hatte bereits 2001 bis 2013 dort gearbeitet - Fehlentscheidungen zu verantworten. So sei er für das China-Geschäft verantwortlich gewesen. Media-Saturn war mit der Expansion in das Land gescheitert. Metro ist anderer Auffassung: Die Expansion in China sei vor allem deshalb nicht vorangekommen, weil Kellerhals sie nicht gefördert habe.

Der Dauerstreit der Eigner ruft auch das Media-Saturn-Management auf den Plan: In einem internen Schreiben des Managements wird gewarnt, der Zwist gefährde die Handlungsfähigkeit der Geschäftsführung - und die Strategieumsetzung bei Media-Saturn. Über das Schreiben hatte zuvor die "Süddeutschen Zeitung" berichtet.

  • rtr
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