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International Airlines Group British-Airways-Mutter bietet angeblich für Air Berlin

Die Konzernmutter von British Airways ist Insidern zufolge an der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin interessiert. IAG habe ein Angebot abgegeben. Unklar blieb zunächst, für welche Teile sich IAG interessieren soll.
18.09.2017 - 20:07 Uhr Kommentieren
An welchen Air Berlin-Teilen die Konzernmutter von British Airways Interesse haben soll, ist nicht klar. Quelle: dpa
International Airlines Group

An welchen Air Berlin-Teilen die Konzernmutter von British Airways Interesse haben soll, ist nicht klar.

(Foto: dpa)

Berlin/Frankfurt/London Die Konzernmutter von British Airways ist Insidern zufolge an der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin interessiert. IAG habe ein Angebot für die zweitgrößte deutsche Airline abgegeben, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Unklar blieb, für welche Teile sich IAG interessiert. Das Unternehmen selbst lehnte einen Kommentar ab, von Air Berlin war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

Damit sind vier Airlines im Rennen um Air Berlin: IAG, der deutsche Branchenprimus Lufthansa, der britische Billigflieger Easyjet und der Reisekonzern Thomas Cook mit seiner Tochter Condor im Verbund mit dem Ex-Rennfahrer Niki Lauda. Ferner bietet die Berliner Logistikfirma Zeitfracht für die Frachttochter Leisure Cargo, die Regionalflugtochter Walter (LGW) und die Air Berlin Technik. Auch der Unternehmer Hans Rudolf Wöhrl hat eine Offerte eingereicht. Einem Medienbericht zufolge legte auch der frühere Energiemanager Utz Claassen ein „Angebot zur Komplettübernahme“ vor.

Wer im Airline-Poker mit am Tisch sitzt
Folgenreicher Insolvenzantrag
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Der Insolvenzantrag der Air Berlin zog eine Welle von Interessensbekundungen nach sich. Von Anfang an zeichnete sich ab, dass die Fluggesellschaft wohl von mehreren Konkurrenten übernommen wird. Neben zahlreichen Interessenten sind auch weitere Akteure in die Verhandlungen verwickelt: Nicht nur Experten des Insolvenzrechts, auch die Bundesregierung wirkt zumindest indirekt mit. Derweil konkretisieren die Interessenten ihre Wünsche.

(Foto: dpa)
Neu im Rennen
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Der frühere Formel 1 Champion Niki Lauda interessiert sich nun auch offenbar für Air Berlin. Der Ex-Rennfahrer will knapp 40 Maschinen der insolventen Airline und ihrer Tochter Niki übernehmen. Dafür will er zusammenarbeiten mit ...

(Foto: dpa)
Thomas Cook und Condor
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... dem Reiseveranstalter Thomas Cook und der Tochter Condor. Geht der Plan auf, erhält Niki Lauda 51 Prozent des Konsortiums. Er will dann ausschließlich touristische Ziele anfliegen. Für Fluggäste soll dabei Thomas Cook sorgen.

(Foto: dpa)
Aktionär zieht sich zurück – mit weitreichenden Folgen
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Seit 2012 ist Großaktionär der Staatskonzern aus Abu Dhabi mit einem Anteil von 29,2 Prozent an Air Berlin beteiligt. Wenige Tage, nachdem Etihad die Unterstützung entzogen hatte, sah sich Air Berlin zur Insolvenzanmeldung gezwungen. Dennoch widerspricht Etihad dem Eindruck, Air Berlin im Stich gelassen zu haben: Noch im April seien 250 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Diese Unterstützung habe man aber angesichts der „sich rapide verschlechternden Geschäftsergebnisse und Liquidität“ nicht weiter leisten wollen. Ein Großteil der 1,5 Milliarden Schulden dürfte wohl ohnehin am großen Partner hängenblieben.

(Foto: AFP)
Lufthansa dominiert die Verhandlungen
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In der nun eröffneten Bieterschlacht ist die Lufthansa ganz vorn dabei. Die Verhandlungen mit dem deutschen Marktführer, der die Übernahme schon seit Monaten vorantreibt, sollen am Freitag beginnen. Schon im Januar war dem umsatzstärksten europäischen Luftverkehrskonzern ein Teilerfolg gelungen: Damals wurden die Anmietung und faktische Übernahme von 38 Mittelstrecken-Maschinen genehmigt, was rund einem Viertel der Air-Berlin-Flotte entspricht.

(Foto: dpa)
Carsten Spohr
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Mindestens ein weiteres Viertel will der Lufthansa-Chef nun für seine Billigflieger-Gruppe Eurowings sichern. Diese sucht ohnehin zusätzliche Maschinen und Slots für die Mittel- und die Langstrecke. In Wirklichkeit verfolgt Spohr aber ein übergeordnetes Ziel: Den Billigflieger Ryanair von den größeren deutschen Flughäfen so weit wie möglich fernzuhalten. Um den Wettbewerb hochzuhalten, nimmt er dafür sogar größere Marktanteile anderer Anbieter in Kauf.

(Foto: dpa)
Die Konkurrenz
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Daher steht die Lufthansa ihren Konkurrenten auch nicht im Weg. Gespräche mit Easyjet und Tuifly sind nach Angaben von Air Berlin ebenfalls geplant. Auch der Reiseveranstalter Thomas Cook mit seiner Ferienflugtochter Condor interessiere sich an einer „aktiven Beteiligung an der Zukunft von Air Berlin“. Thomas-Cook-Feriengäste kommen ohnehin schon zu großen Teilen mit Air Berlin an ihr Ferienziel.

(Foto: AP)

Der Sachwalter für Air Berlin, Lucas Flöther, nimmt derzeit die Angebote unter die Lupe und soll dem zuständigen Gläubigerausschuss am 21. September eine Auswertung vorlegen. Endgültige Entscheidungen dürften nach der Aufsichtsratssitzung von Air Berlin am 25. September fallen - und damit einen Tag nach der Bundestagswahl.

  • rtr
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