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International Maritime Organization Schifffahrt muss sich an strengere Umweltvorschriften anpassen

Ab 2020 darf der Schwefelgehalt im Treibstoff von Schiffen nur 0,5 Prozent betragen. Die Branche sucht nun nach Alternativen.
Update: 04.09.2018 - 15:40 Uhr Kommentieren
Der Schwefelanteil in den Treibstoffen muss bald verringert werden. Quelle: dpa
Containerschiff in Hamburg

Der Schwefelanteil in den Treibstoffen muss bald verringert werden.

(Foto: dpa)

Hamburg Die internationale Schifffahrtsindustrie steht bei der Erfüllung verschärfter Umweltvorschriften unter Zeitdruck. Vom 1. Januar 2020 an dürfen Schiffe nach Bestimmungen der International Maritime Organization (IMO) auf hoher See nur noch Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von 0,5 Prozent statt bisher 3,5 Prozent verbrennen oder müssen alternativ die Abgase vom Schwefel reinigen.

„Jetzt geht es für die IMO und die Branche darum, den neuen Grenzwert konsequent umzusetzen“, sagte IMO-Generalsekretär Kitack Lim am Dienstag bei der Eröffnung der internationalen Fachmesse SMM in Hamburg. In Nord- und Ostsee darf schon seit 2015 nur noch Treibstoff mit 0,1 Prozent Schwefelgehalt genutzt werden. „Das ist sehr erfolgreich“, sagte Lim.

Bei der SMM treffen sich bis Freitag Reeder, Werften-Manager, Zulieferer und Offshore-Ausrüster, um technische Entwicklungen zu erörtern. Bei der Leistungsschau sind rund 2300 Aussteller vertreten, 50.000 Besucher werden erwartet.

„Wir werden es schaffen, aber wir müssen hart arbeiten“, sagte der Vorsitzende der International Chamber of Shipping (ICS), Esben Poulsson, zur neuen Schwefelobergrenze. Ein regelkonformer Kraftstoff müsse von Mitte nächsten Jahres an überall verfügbar sein. Allerdings habe er hierzu noch keine konkreten Informationen aus der Mineralölindustrie. Auch zum Kraftstoff-Preis gebe es noch keine Angaben. Für Reedereien ist der Kraftstoff ein wesentlicher Kostenfaktor.

Die internationalen Reedereien rechneten laut einer Umfrage von 2019 bis 2023 mit Aufwendungen von mehr als 250 Milliarden Dollar (215 Milliarden Euro) für Investitionen und Betriebskosten im Bereich „Green Shipping“, einer weniger umweltschädlichen Schifffahrt, berichtete Poulsson. Geschätzt wird, dass 2020 rund 2500 Seeschiffe mit Abgasreinigern (Scrubber) ausgerüstet sein werden, fünf Prozent der Welthandelsflotte.

Außerdem müssen derzeit in die mehr als 50 000 Seeschiffe Behandlungssysteme für Ballastwasser installiert werden. Sie sollen verhindern, dass mit dem Wasser aufgenommene Organismen beim Abpumpen der Ausgleichstanks im nächsten Hafen wieder in die Umwelt gelangen. In Deutschland lässt das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Behandlungssysteme für Ballastwasser zu.

Eine weitere Herausforderung für die Branche ist ihr Ziel, bis 2050 die Kohlendioxid-Emissionen (CO2) auf die Hälfte - im Vergleich zu 2008 - zu senken. „Es gibt schon Fortschritte“, berichtet Poulsson. Trotz eines um 30 Prozent gestiegenen weltweiten Handelsvolumens seien in zehn Jahren die CO2-Emissionen der Schifffahrt um acht Prozent zurückgegangen.

„Wir wissen noch nicht, welche Technologie uns für mehr Umweltschutz am besten voranbringt“, sagte der Produktmanager Frank Starke von Caterpillar. „Motoren können Wasserstoff verbrennen, die Sicherheit und die Logistik sind hier jedoch die Herausforderungen.“ Für das 2050-Ziel müssten mehrere Technologien wie Batteriebetrieb oder LNG-Motoren (LNG = verflüssigtes Erdgas) parallel weiterentwickelt werden, um das beste Ergebnis zu finden. „Wir brauchen Lösungen, die wir in den nächsten zehn Jahren in Gang bringen können“, mahnte der ICS-Chef.

Zuversichtlich gestimmt zeigte sich die deutsche Schiffbau- und Offshore-Zulieferindustrie (63.000 Mitarbeiter). Sie rechnet in diesem Jahr mit leicht steigenden Aufträgen, der Umsatz lag im Vorjahr bei rund 10,6 Milliarden Euro. Nach Angaben des VDMA wurden im ersten Quartal 2018 weltweit 292 Seeschiffe (Vorjahresquartal: 223) bestellt, davon 38 in Europa (Deutschland 3).

Die meisten davon würden noch mit herkömmlichen Schweröl betrieben werden, räumte Axel Kettmann, Vizepräsident der Vereinigung der Motorenindustrie, ein. Der weltweite Auftragsbestand an Schiffen lag laut VDMA im 1. Quartal bei 4705 (4840) Schiffen.

  • dpa
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