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Investitionsprogramm Bahn steckt Rekordsumme in neue Züge

In jüngster Zeit machte die Bahn vor allem mit Technikproblemen und Zugausfällen von sich reden. Nun nimmt der Staatskonzern Milliarden in die Hand, um die Kunden bei der Stange zu halten. Bis 2014 soll die Rekordsumme von 41 Milliarden Euro in das Schienennetz und in neue Fahrzeuge fließen.
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Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet in Krefeld an der neuen Generation des ICE 3 der Baureihe 407. Bis 2014 will die Bahn so viel in neue Züge und das Schienennetz stecken wie noch nie. Quelle: APN

Ein Siemens-Mitarbeiter arbeitet in Krefeld an der neuen Generation des ICE 3 der Baureihe 407. Bis 2014 will die Bahn so viel in neue Züge und das Schienennetz stecken wie noch nie.

HB BERLIN. Die Deutsche Bahn will mit einem Rekord-Investitionsprogramm das Angebot für Reisende in den nächsten Jahren deutlich verbessern. Bis 2014 sollen 41 Mrd. Euro in das Schienennetz und in neue Fahrzeuge fließen - soviel wie noch nie in der Geschichte des Staatsunternehmens. "Dadurch werden sich die Reisezeiten verkürzen, die Züge zuverlässiger und pünktlicher fahren und letztlich auch der Reisekomfort spürbar steigen", sagte Bahn-Technikvorstand Volker Kefer der "Berliner Zeitung".

Gut ein Viertel, rund zehn Mrd. Euro, sind vor allem für neue Züge vorgesehen, 75 Prozent sollen ins Schienennetz und in die Bahnhöfe fließen. "Allein für den Regionalverkehr planen wir den Kauf von bis zu 400 Elektrotriebzügen", sagte Kefer. Die exakte Zahl hänge davon ab, wie man bei künftigen Ausschreibungen für Regionalstrecken abschneidet. Zudem will die Bahn 600 Busse für den Nahverkehr kaufen. Spektakulärste Bestellung sind die bis zu 300 neuen ICX-Züge.

Damit soll die in die Jahre gekommene IC-Flotte ersetzt werden und später auch die ICE1- und ICE2-Züge. Über die neue ICX-Flotte verhandelt die Bahn mit einem Konsortium aus Siemens und Bombardier als bevorzugten Bietern. Die Verhandlungen sind jedoch ins Stocken geraten. "Wir sind noch nicht bei dem Preis angelangt, zu dem sich das Projekt auch rentiert", sagte Kefer. Ein Beschluss werde wohl im Spätsommer getroffen. Auch die Technik dürfte ein zentraler Punkt der Verhandlungen sein. Probleme mit den Radsatzwellen hatten im vergangenen Winter zu zahlreichen Zugausfällen geführt.

Die ICX-Flotte soll einen modularen Aufbau erhalten. "So können wir die Züge je nach Erfordernis flexibel zusammensetzen", erklärte Kefer. Eine überarbeitete Aerodynamik soll helfen, die Energiekosten weiter zu senken, in allen Zügen soll Internet zu empfangen sein.

Probleme mit Toiletten und Klimaanlage sollen der Vergangenheit angehören. Wichtigster Punkt für die Bahn sei jedoch, die Instandsetzung zu erleichtern. Die neuen Züge sollen weniger Zeit in den Werkstätten verbringen und werden alle mit stabileren Radsatzwellen ausgestattet.

Der Großteil des Geldes wird Kefer zufolge allerdings in das Schienennetz und die Bahnhöfe fließen. So soll etwa 2015 ein erster Abschnitt der Neubaustrecke Berlin-München fertig werden. Dann würden Züge unter vier statt bisher sechs Stunden unterwegs sein.

Voraussetzung für alle Pläne sei, dass die Bahn von weiteren Sparmaßnahmen der Bundesregierung verschont bleibe. "Wir gehen davon aus, dass es zu keinen weiteren Belastungen für die Bahn kommt", sagte der Technikvorstand.

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2 Kommentare zu "Investitionsprogramm: Bahn steckt Rekordsumme in neue Züge"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Schön ,wenn diese Summen fliessen, wo wird Mariana Mayer beteiligt?

  • Diese Strategieumkehr - vom reinen Sparkonzern für den börsengang hin zu einer modernen bahn mit langfristigen Ausrichtungen u. investitionen war doch schon längst überfällig.

    Jetzt werden vielfach die eingesparten investitionen der Vergangenheit nur nachgeholt (Mehdorn-Versäumnisse).

    Wichtig ist es, dass die Aufsichtsräte der Politik jetzt die Ziele der bahn klar für den Vorstand definieren:

    1. Der deutsche Markt ist für die Db AG erste Priorität. Deutschland vor dem internationalen Geschäft.

    2. Eine Strategie zur Pünktlichkeitsoffensive der bahn muss für den Personen- u. Güterverkehr aufgestellt werden. Große Hemnisse - wie Langsamfahrstrecken, fehlende Weichenerneuerungen auf wichtigen Strecken, S-bahn in berlin müssen zuerst angegangen werden.

    3. Der Preis-Dschungel der Db AG muss umstrukturiert werden. Einfacher, preiswerter und moderner (mit allen Medien sollten Tickets erwerblich sein) muss als Zielvorgabe gelten.

    4. Serviceorientiertung der bahn: Servicelevel in Punkto - Sauberkeit, Sicherheit und Freundlichkeit des Personals. Dies gilt auch für Kulanzfragen von Fahrpreiserstattungen bei Verspätungen. Auch dies lässt sich üben. Hier darf es nicht zu permanenten Ausrutschern der Mitarbeitern kommen - Ausbildung u. Fortbildung sind hier die Schlüssel zum Erfolg. Wenn dies der Konzern nicht selbst schafft muss er die Dienstleistungen Dritter in Anspruch nehmen.

    Fassen wir es so zusammen: Ziel der Db AG muss es sein auch im Ansehen der Kunden/Aktionäre (bürger)/der Wirtschaft u. Mitarbeiter in allen bereichen besser zu sein als die Schweizer bahn oder die Japanische bahngesellschaft. Dann spielt Deutschland auch wieder in der Championsleage der bahnländer mit. bisher ist die Db AG eher "Regionalklasse Mehdorn" (unfreundlich, ohne Langfristkonzept nur auf den börsengang getrimmt).

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