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Lesara

Gründer Roman Kirsch (links) beim Kauf von Stoffen im chinesischen Guangzhou.

Investorensuche Onlinehändler Lesara steht vor dem endgültigen Aus

Ein schon sicher geglaubter Vertrag mit einem Investor ist in letzter Minute geplatzt. Nun beginnt beim insolventen Händler der Abverkauf.
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Lesara-Gründer Roman Kirsch steht vor den Scherben seines Lebenswerks. Bis zuletzt hatte er gehofft, mit einem neuen Investor seinen insolventen Onlinemodehändler Lesara zu retten. Doch das ist nun vorbei: Am späten Donnerstagabend sind die Verhandlungen mit dem strategischen Investor gescheitert.

Bis in die finalen Details hatte Insolvenzverwalter Christian Graf Brockdorff den Kaufvertrag ausgehandelt, doch kurz vor der Unterschrift zog sich der potenzielle Investor zurück. „Nach dem überraschenden Rückzug des Investors kann die für die nächsten Tage geplante Übernahme des Geschäftsbetriebs der Lesara AG nicht stattfinden“, sagte Graf Brockdorff.

Für das Unternehmen dürfte das der Todesstoß sein: Wie der Insolvenzverwalter einräumt, gibt es keine weiteren Interessenten für den Geschäftsbetrieb. Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass der chinesische Onlinehändler Alibaba die Firma übernehmen könnte. Gründer Kirsch selber war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Roman Kirsch hatte im vergangenen November Insolvenz anmelden müssen und seitdem zusammen mit dem Insolvenzverwalter den Geschäftsbetrieb fortgeführt. Von den einst 350 Mitarbeitern bleiben jetzt in der Zentrale vorläufig noch 50 übrig, die den Abverkauf des Lagerbestands im Onlineshop organisieren. Weitere 80 Mitarbeiter sind noch im Logistikzentrum in Erfurt beschäftigt, das voll weiterarbeitet.

Für das Lager, das gerade erst für 45 Millionen Euro und mit Förderung des Landes Thüringen erbaut und im August eröffnet wurde, gibt es mehrere Kaufinteressenten.

Für den einst als Wunderkind des E-Commerce gefeierten Gründer Kirsch ist das ein heftiger Rückschlag. Bisher war dem Sohn kasachischer Einwanderer alles geglückt, was er angefasst hatte. Schon in der Schule übersprang er zwei Klassen. Mit 23 Jahren gründete er den Shoppingklub Casacanda und verkaufte ihn nach nur einem Jahr für mehrere Millionen Euro an das US-Vorbild Fab.

Für Lesara hatte Kirsch sich erst Mitte vergangenen Jahres eine weitere Finanzierungsrunde über 30 Millionen Euro gesichert. Mehr als 90 Millionen Euro haben Geldgeber wie Northzone, Mangrove Capital Partners und Vorwerk Ventures insgesamt bisher in das Start-up investiert.

Lesara hatte das Prinzip des sogenannten Fast Fashion von Unternehmen wie H&M, Zara oder Primark ins Internet übertragen – also den raschen Kollektionswechsel mehrmals im Jahr. Doch er hatte ihn noch einmal beschleunigt.

Mithilfe einer intensiven Datenanalyse und dem Feedback der eigenen Kunden spürte Lesara praktisch in Echtzeit aktuelle Klamottentrends auf. Diese gab es bei Zulieferern in Asien in Auftrag und konnte so innerhalb von zehn Tagen nach Erkennen des Trends die entsprechende Ware im Shop anbieten.

„Der Absprung des Investors ist vor allem für die Lesara-Mitarbeiter bitter, die in den zurückliegenden Monaten enormen Einsatz gezeigt haben“, sagte Insolvenzverwalter Brockdorff. Alle Mitarbeiter der Lesara AG hatten bereits diese Woche vorsorglich die Kündigung erhalten.

Der nun gescheiterte Investorendeal sah vor, dass die Beschäftigten im Rahmen einer sog. „Geschäftsbesorgung“ für den neuen Eigentümer tätig sein sollten. Doch diese Hoffnung hatte getrogen.

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