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IPO-Markt Bike24 will noch in diesem Jahr an die Börse: „Die Nachfrage ist riesig“

Der Online-Fahrradspezialist will den Boom nutzen und an die Frankfurter Börse gehen. Laut Branchenschätzungen könnte das Unternehmen 500 Millionen bis eine Milliarde Euro wert sein.
07.06.2021 Update: 07.06.2021 - 12:47 Uhr Kommentieren
Fahrradhändler Bike24 plant Börsengang. Quelle:  Bike24
Fahrradspezialist

Fahrradhändler Bike24 plant Börsengang.

(Foto:  Bike24)

München Die Fahrrad-Industrie gehört zu den größten Gewinnern von Corona. Während der Lockdowns entdeckten viele die Sportart für sich, Einzelteile und Räder sind vielerorts ausverkauft.

Der Online-Shop Bike24 nutzt jetzt die gute Branchenlage und will an die Börse gehen. „Corona hat wie ein Katalysator gewirkt, die Nachfrage ist riesig“, sagte CEO und Mitgründer Andrés Martin-Birner dem Handelsblatt. Es gebe jetzt ein gutes Zeitfenster für einen IPO. „Aber unsere Pläne sind langfristig.“

Bike 24 kündigte den Börsengang für dieses Jahr an. Laut Branchenkreisen dürfte er aber schon in den kommenden Wochen über die Bühne gehen. Noch vor der geplanten Notierung am Regulierten Markt (Prime Standard) in Frankfurt will das Dresdner Unternehmen eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von 100 Millionen Euro im Rahmen einer Privatplatzierung realisieren.

In den vergangenen drei Jahren war Bike24 im Schnitt um jeweils 30 Prozent auf zuletzt knapp 200 Millionen Euro Umsatz gewachsen. „Unser Ziel ist es, das dynamische Wachstumstempo auch in den nächsten Jahren zu halten“, sagte Martin-Birner. Im ersten Quartal 2021 legten die Erlöse sogar um 75 Prozent zu.

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    Die gesamte Branche boomt. Im vergangenen Jahr stieg der Fahrrad-Absatz laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) in Deutschland um 17 Prozent auf mehr als fünf Millionen verkaufte Räder. Bei den E-Bikes betrug das Plus sogar 43 Prozent.

    Fahrrad-Boom dürfte auch nach Corona anhalten

    Auch für 2021 vermeldet der ZIV: „Die Nachfrage ist enorm hoch.“ Bike24-Gründer Martin-Birner ist überzeugt, dass der Boom kein Einmaleffekt ist. „Die Fahrradbegeisterung wurde auf ein neues Level gebracht.“

    Allerdings bereitet der Boom auch Probleme. Viele Modelle sind nicht verfügbar, auch Teile wie Ketten oder Bremshebel sind oft ausverkauft. Bike24 sieht sich da im Vorteil. „Wir profitieren von der Teileknappheit eher, weil wir den Kunden fast immer zumindest ein Alternativprodukt anbieten können“, so Martin-Birner.

    Bike24 wurde vor knapp 20 Jahren von CEO Martin-Birner und Lars Witt gegründet und sieht sich als „eine der führenden E-Commerce-Plattformen in Kontinentaleuropa“ für Fahrradfahrer mit einem Fokus auf das Premium-Segment. Der Onlineshop verkauft bislang zu 90 Prozent Ersatzteile und Zubehör, der Anteil von Kompletträdern wächst aber stark. Experten gehen davon aus, dass der Trend zum Fahrrad auch nach Corona anhält. Daher ist die Branche, die lange nur eine Nische bediente, auch zunehmend für Investoren interessant.

    Der deutsche Fahrradhersteller Canyon, der ebenfalls größtenteils auf den Onlinevertrieb setzt, wurde im Frühjahr nach einem Bietergefecht von der belgischen Beteiligungsgesellschaft Groupe Bruxelles Lambert (GBL) übernommen. Dabei soll Canyon inklusive Verschuldung mit bis zu 800 Millionen Euro bewertet worden sein. Dies würde fast dem Doppelten des Umsatzes entsprechen, der in den vergangenen sieben Jahren um jährlich durchschnittlich 25 Prozent auf mehr als 400 Millionen Euro gestiegen war.

    Canyon produziert erst seit 1996 selbst hochwertige konventionelle Fahrräder und E-Bikes und ist nach eigenen Angaben weltweit führend im „Direct-to-consumer“-Markt. Der Betriebsgewinn für das jüngste Geschäftsjahr wurde zuletzt von Branchenbeobachtern auf 50 bis 55 Millionen Euro veranschlagt. Für die Übernahme hatten sich auch andere Finanzinvestoren wie KKR und Carlyle interessiert.

    In Branchenkreisen rechnet man damit, dass Bike24 eine eher noch höhere Bewertung als Canyon erzielen könnte. Dies könnte einen Börsenwert von 500 Millionen Euro bis zu einer Milliarde Euro bedeuten.

    40 Prozent der Anteile für Streubesitz vorgesehen

    Bei Bike24 war 2015 der Investor Riverside eingestiegen. Im Rahmen des geplanten Börsengangs wird Riverside laut Mitteilung einen Teil seiner Anteile an der Bike24 Holding AG verkaufen. Geplant ist ein Streubesitz von mindestens 40 Prozent.

    Auch ein Verkauf von Bike24 war im Gespräch. „Es lagen mehrere Optionen auf dem Tisch“, sagte Martin-Birner. „Doch der Börsengang bietet uns die größten Chancen, unabhängig zu wachsen.“ Die Gründer und das Management würden an Bord bleiben und ihre Anteile halten.

    Das Unternehmen ist profitabel. Im vergangenen Jahr stieg das bereinigte Ebitda laut Mitteilung um mehr als 70 Prozent auf 26,7 Millionen Euro.

    In den vergangenen Jahren wurde die Expansion auch in ausländische Märkte eingeleitet. Knapp ein Drittel der Umsätze wird inzwischen außerhalb des deutschsprachigen Raums erzielt. Mit dem Erlös aus der Kapitalerhöhung will Bike24 die „führende Position im kontinentaleuropäischen Markt ausbauen“.

    Mehr: Welche Unternehmen sich 2021 an die Börse wagen.

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