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IPO Mister Spex will mit Börsengang 225 Millionen Euro einsammeln

Der Berliner Onlineoptiker kündigt den Gang aufs Parkett für das dritte Quartal an. Das soll das Wachstum in Deutschland und im Ausland beschleunigen.
14.06.2021 Update: 14.06.2021 - 13:29 Uhr 1 Kommentar
Begonnen hat Mister Spex als reiner Onlineoptiker. Inzwischen betreibt das Unternehmen auch 42 Filialen. Quelle: Mister Spex
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Begonnen hat Mister Spex als reiner Onlineoptiker. Inzwischen betreibt das Unternehmen auch 42 Filialen.

(Foto: Mister Spex)

Hamburg Der Onlineoptiker Mister Spex strebt den Gang an die Börse an. Das Berliner Unternehmen plant den Schritt laut einer Mitteilung für das dritte Quartal. Dabei sollen dem Unternehmen aus neuen Aktien mindestens 225 Millionen Euro zufließen. Zusätzlich geben die Altaktionäre Anteile in Höhe von 15 Prozent des Basisangebots für mögliche Mehrzuteilungen ab.

„Der Börsengang ist für uns der nächste logische Schritt, um unsere Position als führende, grundlegend digital ausgerichtete europäische Omnichannel-Optikmarke zu stärken und unsere langfristige Wachstumsstrategie zu unterstützen“, erklärte Vorstand Dirk Graber. Die Einnahmen aus dem Börsengang würden für das Wachstum im Ausland und in Deutschland eingesetzt. Zudem wolle Mister Spex die „technologische Basis“ stärken.

Über den Börsengang gab es bereits seit Monaten Spekulationen, zu denen sich das Unternehmen nun erstmals offiziell äußert. Und Mister Spex ist nicht das einzige E-Commerce-Unternehmen, das mit einem Börsengang seine Wachstumsstrategie finanzieren möchte: In dieser Woche geht auch der Hamburger Modehändler About You an die Börse.

Begonnen hat Mister Spex als reiner Onlineoptiker. Inzwischen betreibt das Unternehmen auch 42 Filialen. Damit verfolgt Mister Spex eine ähnliche Strategie wie der längst börsennotierte große Rivale Fielmann. Die Hamburger Kette stößt derzeit verstärkt ins Onlinegeschäft vor. Beide Modelle, der traditionelle Filialist und der einstige pure Onlineverkäufer, nähern sich also einander an.

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    Mirko Caspar (links) und Dirk Graber wollen mit dem Onlineoptiker an die Börse. Quelle: Mister Spex
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    Mirko Caspar (links) und Dirk Graber wollen mit dem Onlineoptiker an die Börse.

    (Foto: Mister Spex)

    Wie About You schreibt auch Mister Spex bislang dauerhaft Verluste. Der Vorsteuerverlust lag 2020 laut Bundesanzeiger bei 9,9 Millionen Euro, nach 9,2 Millionen Euro Vorjahresverlust.

    Das soll sich auch nach dem Börsengang offenbar nicht so schnell ändern. Mister Spex wolle das Geld nutzen, um das Wachstum weiter voranzutreiben, sagte Co-Vorstandschef Mirko Caspar dem Handelsblatt. „Der Wachstumsmarkt Omnichannel in Europa wird jetzt verteilt. Daran wollen wir kräftig teilhaben“, sagte er. Der europäische Markt sei 32 Milliarden Euro groß.

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    Erste Filialen in Österreich und Schweden hat der Optiker gerade erst eröffnet – und kann so mit Blick auf den Börsengang Wachstumsfantasien wecken. Allerdings kommt der Löwenanteil des Umsatzes noch immer aus Deutschland. „Wir wollen unsere Führungsrolle im europäischen Omnichannel-Brillenhandel ausbauen“, sagte Caspar.

    Das Geld aus dem Börsengang soll vor allem in neue Filialen fließen

    Er meint damit die Verbindung von Filiale und Onlinegeschäft: Beim Brillenkauf vor Ort gehen die Verkäufer den Bestellprozess mit den Kunden an einem Tablet durch – und wollen so zum Nachkauf im Netz animieren. In Regionen, in denen bereits eine Filiale stehe, wachse so das Onlinegeschäft nach drei Jahren um 22 Prozent schneller als anderswo, rechnete Caspar vor. Er sieht Potenzial für 200 Filialen in Deutschland.

    Das sind deutlich weniger, als die klassischen Ketten Fielmann und Apollo Optik in Deutschland betreiben. Fielmann ist bereits seit 1994 an der Börse. Das Unternehmen kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 5,55 Milliarden Euro. Das ist in etwa das 3,9-Fache des Umsatzes. Bei der gleichen Metrik wäre Mister Spex mit seinen 164 Millionen Euro Umsatz knapp 640 Millionen Euro wert.

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    Allerdings strebt Mister Spex offenbar nach einer deutlich höheren Bewertung. Grund ist das starke Wachstum: 2020 legte der Umsatz um 18 Prozent zu, 2021 sollen es 20 Prozent werden. Ab 2022 werde der Umsatz „im mittleren 20-Prozent-Bereich“ steigen, prognostiziert das Unternehmen. „Wir haben gezeigt, dass wir auch in Krisenzeiten Wachstum liefern“, sagte Caspar.

    Die Aussage zielt auch gegen Fielmann: Der Hamburger Konzern verlor im vergangenen Jahr wegen der Pandemie leicht an Umsatz – so wie die gesamte Branche in Deutschland. Anders als Mister Spex ist Fielmann allerdings seit Jahren deutlich profitabel und zahlt Dividenden.

    Das Geld aus dem Börsengang will Caspar vor allem für neue Läden einsetzen: 120 bis 140 Millionen Euro sollen in Neueröffnungen fließen, außerdem in Technologie wie den Sehtest am PC und den Ausbau der Logistik für die Auslandsexpansion. Mit bis zu 35 Millionen Euro soll ein Kredit abgelöst werden, 30 Millionen Euro sollen als Reserve etwa für mögliche Zukäufe bleiben. Kapitalerhöhungen seien noch nicht geplant, aber möglich. „Der einfachere potenzielle Zugang zu weiterem Kapital ist einer der Gründe für den Börsengang. So sind wir für alle Gelegenheiten gerüstet“, sagte Caspar.

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    Bislang hat Mister Spex seit der Gründung 2007 rund 120 Millionen Euro Risikokapital bei Investoren eingesammelt. Dazu gehören der Hamburger Immobilienunternehmer Albert Büll, Scottish Equity Partners, Goldman Sachs, Grazia Equity und Intershop-Gründer Stephan Schambach. Die Altaktionäre sollen ihre Papiere nach dem Börsengang, an dem sich auch Privatanleger beteiligen können, mindestens für 180 Tage halten.

    Die Banken für den Börsengang sind bereits benannt: Barclays, Berenberg, Jefferies, Bryan Garnier, die Commerzbank sowie die Privatbank Quirin sind mit der Planung und Platzierung der Emission beauftragt worden.

    Mehr: Mister Spex expandiert ins Ausland und ist heißer Börsenkandidat

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    1 Kommentar zu "IPO: Mister Spex will mit Börsengang 225 Millionen Euro einsammeln "

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Guten Tag,

      Ich glaube Ihnen ist in der Umsatz Grafik ein Fehler unterlaufen. Wie sie im Artikel korrekt schreiben stieg der Umsatz. In der Umsatz Grafik zeigen sie allerdings eine Verringerung des Umsatzes.

      Beste Grüße!

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