ITB-Fluglinien ändern Strategie Mehr Spanien, weniger Türkei

Die Flüchtlingskrise kostet Griechenland und die Türkei nicht nur Geld, sondern auch Touristen. Die Fluglinien auf der Flugmesse ITB bauen daher ihr Streckennetz um. Ein großes Problem: Unterkünfte in den Zielländern.
Viele Touristenregionen in Spanien ächzen unter dem Besucheransturm – stellenweise gibt es keine freien Hotelbetten mehr. Quelle: dpa
Transport-Kapazitäten übersteigen Hotelplätze

Viele Touristenregionen in Spanien ächzen unter dem Besucheransturm – stellenweise gibt es keine freien Hotelbetten mehr.

(Foto: dpa)

BerlinWegen der rückläufigen Reisebuchungen für die Türkei und Griechenland bauen Fluggesellschaften ihr Streckennetz um. „Wir haben unsere Strategie angepasst“, sagte David Garcia Blancas, der bei der spanischen Vueling für das Tagesgeschäft zuständig ist, am Donnerstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Statt der beiden Länder im östlichen Mittelmeer seien nun besonders Portugal, Spanien und die Kanarischen Inseln gefragt bei Urlaubern. Die Airline, die zum Luftfahrtkonzern British Airways-Iberia gehört, hat ihren Heimatflughafen in Barcelona.

Einen ähnlichen Trend macht Vueling-Rivale Transavia aus. „Wir reduzieren die Kapazitäten nach Griechenland und in die Türkei deutlich“, sagte Roy Scheerder, Manager bei der Günstig-Fluglinie aus Amsterdam. Es gebe auch einen positiven Effekt, da für Flüge nach Spanien höhere Preise verlangt werden könnten. „Doch ab einer gewissen Höhe buchen die Leute nicht mehr, sondern bleiben zu Hause.“ Es sei deshalb sehr unsicher, wie sich die Geschäfte in der umsatzstarken Sommersaison entwickeln werden.

Mit diesen Airlines gibt es besonders oft Ärger
Entschädigung bei Verspätungen
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Passagiere sind es gewohnt, dass das Flugzeug pünktlich startet. Doch oft kommt es zu Verspätungen oder Ausfällen. Streiks, Wetter oder technische Probleme können den Abflug verzögern oder gar unmöglich machen. Das passiert auch in den Sommermonaten, wenn viele Reisende unterwegs sind. Ärgerlich – doch Passagiere haben manchmal einen Anspruch auf Entschädigung.

Der Entschädigungsdienstleister „Refund.me“ hat untersucht, welche Airlines besonders häufig für Verspätungs- oder Flugausfallverdruss bei den Passagieren sorgen. Datengrundlage sind mehrere tausend Forderungen aus den Monaten Juni bis September 2015. Von welchen Fluggesellschaften besonders häufig Entschädigungen verlangt wurden.

Platz 5 weltweit – British Airways
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Drei Prozent der Entschädigungsansprüche weltweit, insbesondere von englischen, französischen und spanischen Passagieren, richten sich gegen British Airways. Bei einem großen Angebot an Flügen ist eine Flugverspätung bei den Briten offenbar sehr häufig an der Tagesordnung.

Betroffene Fluggäste können sich an Unternehmen wie Refund.me wenden, die als eine Art Inkassodienst fungieren. Das macht es für die Passagiere oft einfacher, als selbst gegen die Fluggesellschaft vorzugehen.

Platz 4 weltweit – Air France
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Dauert die Verspätung länger als drei Stunden, steht Fluggästen eine zeitlich gestaffelte Entschädigung zwischen 250 Euro und 600 Euro zu. Gegen die größte französische Fluggesellschaft Air France richten sich weltweit dreieinhalb Prozent der Auszahlungsansprüche.

Platz 3 weltweit – Ryanair
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Insgesamt gingen bei Refund.me zwischen Juni und September Entschädigungsansprüche gegen 151 Fluggesellschaften ein. Auch Ryanair wurde dabei nicht verschont: fünf Prozent der Ansprüche der Fluggäste weltweit richten sich gegen die irische Billig-Airline.

Platz 2 weltweit – Easyjet
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Acht Prozent der Fluggäste aus der ganzen Welt gingen die britische Fluggesellschaft Easyjet vor. Müssen Passagiere am Flughafen länger warten, stehen ihren außerdem Essen und Getränke zu. In der Regel verteilen die Fluggesellschaften Gutscheine. Bei Erfolg vor Gericht kassieren Dienstleister wie Refund.me eine Provision. Sollte die Klage jedoch scheitern, trägt das Unternehmen die Kosten.

Platz 1 weltweit – Vueling
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Die meisten Entschädigungsansprüche der Passagiere weltweit richteten sich gegen Vueling: 13 Prozent. Die spanische Billigfluggesellschaft befindet sich in einer Wachstumsphase und baut ihr Streckennetz und ihre Flotte kontinuierlich aus.

Platz 5 Deutschland – Easyjet
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Während englische, französische und spanische Passagiere vor allem von den bereits erwähnten Fluggesellschaften Entschädigungen forderten, sah es bei den deutschen Flugreisenden anders aus: insgesamt gingen sie gegen 68 Airlines vor. Neben einheimischen Gesellschaften landet die britische Easyjet auch in dieser Auswertung, diesmal auf dem fünften Platz mit fünf Prozent.

Aus Sicht von Blancas gibt es noch ein weiteres Problem. „Wir haben mit unseren Flugzeugen genug Transport-Kapazitäten, aber es gibt vor Ort in Spanien teilweise keine freien Hotelzimmer mehr“, sagte er. Die Lage sei so angespannt, dass Privathäuser in Hotels umgewandelt werden. Trotz der Engpässe will die Fluglinie mit 110 Jets dieses Jahr 28 Millionen Passagiere befördern – vier Millionen mehr als 2015.

Reisende aus Deutschland machen um Griechenland derzeit wegen der Flüchtlinge auf den Inseln und in Großstädten einen Bogen. Die Buchungen für die Türkei sind wegen des Bombenanschlags in Istanbul im Januar, bei dem zwölf deutsche Touristen getötet worden waren, massiv eingebrochen. Der türkische Tourismusminister Mahir Ünal machte auf der ITB aber eine Erholung aus.

  • rtr
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