Jack Wolfskin Blackstone will Schuldenschnitt für Outdoor-Ausrüster

Die Schuldenlast des hessischen Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin soll mindestens halbiert werden. Darin sollen sich Insidern zufolge die Eigentümer des Unternehmens und der Finanzinvestor Blackstone einig sein.
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Die Gläubiger des Outdoor-Spezialisten sind vor allem Hedgefonds. Quelle: dpa
Jack Wolfskin

Die Gläubiger des Outdoor-Spezialisten sind vor allem Hedgefonds.

(Foto: dpa)

LondonDie Schuldenlast des hessischen Outdoor-Ausrüsters Jack Wolfskin soll mindestens halbiert werden. Darin sind sich der Eigentümer des Unternehmens aus Idstein bei Frankfurt, der Finanzinvestor Blackstone, und die Gläubiger einig, wie mehrere Insider der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag sagten.

Das Ringen darum, wer nach dem Schuldenschnitt das Sagen hat, hat aber erst begonnen. Blackstone hofft laut seinem Vorschlag, den der Investor vor einem Treffen mit Gläubigern vorgelegt hat, darauf, mit einer Kapitalspritze von 25 Millionen Euro die Mehrheit an Jack Wolfskin behalten zu können. Die Gläubiger, die dieselbe Summe an frischem Kapital beisteuern sollen, müssten im Gegenzug auf die Hälfte ihrer Forderungen von insgesamt 300 Millionen Euro verzichten.

Diese Einzelhändler scheiterten in Deutschland
Verkauf von Kaufhof
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Der Deal ist durch: Nach wochenlangen intensiven Verhandlungen haben sich die Metro und der kanadische Kaufhauskonzern Hudson's Bay Company auf einen Verkauf von Kaufhof geeinigt. Nach den Erfahrungen mit dem deutsch-amerikanischer Nicolas Berggruen, früher Eigentümer von Karstadt, herrscht Skepsis mit Blick auf einen ausländischen Investor, der den deutschen Markt nicht kennt. Vor allem das Geschäft mit Warenhäusern, von denen es in Deutschlands Innenstädten nur noch Karstadt und Kaufhof gibt, gilt als schwierig.

Spezielle Verhältnisse in Deutschland
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Zwar bescheinigen Verhandlungskreise Richard Baker, dem Eigentümer von Hudson´s Bay Company, und seinem Management, dass sie sehr gut über die speziellen Verhältnisse in Deutschland informiert sind und professionell auftreten. Aber es gibt eine Reihe von erfolgreichen ausländischen Einzelhändlern, die in der Vergangenheit auf dem hart umkämpften deutschen Markt scheiterten.

Wal-Mart gab auf
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Nach acht Jahren in den roten Zahlen gab Wal-Mart 2006 in Deutschland auf. Trotz weltweiter Erfolge war es dem US-Handelskonzern nicht gelungen, sich gegen die starke Konkurrenz der Discounter durchzusetzen. Der Markteintritt sorgte für viele Spekulationen. So dachte man, Wal-Mart könnte die Metro AG schlucken und damit über Nacht zum Branchenprimus werden. Doch es kam anders.

Wal-Mart-Konzept griff nicht
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Sein verlustreiches Deutschlandgeschäft gab der US-Konzern nämlich schließlich an den Konkurrenten Metro ab. Der führende deutsche Handelskonzern übernahm 85 Filialen. Wal-Mart sei nie richtig in Deutschland angekommen, hieß es später in Branchenkreisen. Das Konzept von Wal-Mart griff nicht, die Konzernführung räumte ein, die Schwierigkeiten im hart umkämpften deutschen Markt unterschätzt zu haben.

Marks & Spencer überlebte nicht
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Die britische Kette Marks & Spencer versuchte gleich mehrfach, in Deutschland Fuß zu fassen. Die Mode traf offenbar den Geschmack der Deutschen nicht – und wurde zum Ladenhüter. 2001 zog das Unternehmen einen Schlussstrich und schloss nicht nur die Geschäfte in Deutschland, sondern auf dem gesamten europäischen Festland. Insgesamt wurden 38 Filialen geschlossen. Die Verluste in den deutschen Filialen waren besonders hoch und machten dem Konzern schwer zu schaffen.

Rückkehr nur Online
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Es dauerte rund zehn Jahre, bis sich Marks & Spencer von dem Flop bei der Expansion erholt hatte. 2012 kam der Modehändler wieder nach Deutschland – die Produkte gab es dieses Mal allerdings nur noch online. Die Briten wollten sich diesmal eine Eigenart zu nutze machen: Deutsche kaufen gerne bequem und billig ein.

Delhaize setzte sich im deutschen Markt nicht durch
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2003 wollte die belgische Delhaize Group (Archivbild) in Deutschland durchstarten. Insgesamt gab es vier Delhaize-Märkte, doch die Filialen in Köln und Aachen waren nicht rentabel. 2008 machten sie nach Delhaize-Angaben einen Umsatz von 19,5 Millionen Euro, schrieben dabei aber einen „leichten Verlust“. Weniger später gab Delhaize bekannt, dass die Filialen verkauft werden sollen.

„Das ist ein wenig überzeugendes Angebot“, sagte eine mit der Situation vertraute Person. „Warum sollten die Gläubiger einen massiven Verzicht hinnehmen und 25 Millionen Euro geben – und trotzdem nicht die Kontrolle übernehmen?“ Die Gläubiger von Jack Wolfskin sind zumeist Hedgefonds, allen voran HIG Capital, CQS und Sankaty, die es auf eine Übernahme anlegen. Die meisten Banken hatten ihre Forderungen an die Fonds verkauft.

Die Kreditgeber haben laut den Insidern eine eigene Offerte vorgelegt: Diese sieht einen Schuldenschnitt auf 100 bis 150 Millionen Euro und eine beträchtliche Kapitalspritze vor – danach würde die Firma aber den bisherigen Gläubigern gehören.

Blackstone sucht parallel einen Käufer für Jack Wolfskin. Der Finanzinvestor hatte 2011 gut 700 Millionen für das hessische Unternehmen bezahlt und musste schon einmal 75 Millionen Euro Kapital nachschießen, um die Gläubiger zu besänftigen. Mit dem Verkaufsprozess soll der Firmenwert von Jack Wolfskin bestimmt werden. „Keiner erwartet, dass sich so spät noch ein ernsthafter Käufer meldet“, sagte ein Insider.

Ausgelöst worden waren die Verhandlungen durch die schwachen Geschäftszahlen von Jack Wolfskin, die den Kreditgebern in absehbarer Zeit erlaubt hätten, die Verträge zu kündigen. Sie hatten Blackstone Anfang des Jahres sechs Monate Zeit gegeben, das Problem zu lösen.

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