Jahreszahlen Henkel-Chef hält an der Beauty-Sparte fest

In der Kosmetiksparte von Henkel sinkt der Umsatz. Konzernchef Hans van Bylen erteilt einer Trennung trotzdem eine klare Absage.
Update: 22.02.2018 - 12:31 Uhr Kommentieren
Der Henke-Vorstandschef trimmt die Düsseldorfer auf Wachstum Quelle: dpa
Hans Van Bylen

Der Henke-Vorstandschef trimmt die Düsseldorfer auf Wachstum

(Foto: dpa)

DüsseldorfHenkel-Chef Hans Van Bylen hat einer Trennung vom schwächelnden Kosmetik-Geschäft des Konzerns eine entschiedene Absage erteilt. Der Konsumgüterkonzern sei mit seinen drei Bereichen Klebstoff, Waschmittel und Kosmetik sehr gut aufgestellt, sagte der belgische Manager am Donnerstag in Düsseldorf. Henkel glaube an alle drei Bereiche.

Die Kosmetik-Sparte hatte im vierten Quartal einen Umsatzrückgang von einem Prozent verbucht. Henkel ist in dem Bereich kleiner als Wettbewerber wie etwa L'Oreal. Van Bylen räumte ein, dass die Entwicklung des Kosmetikgeschäfts unter seinen Erwartungen liege. Henkel werde aber gegensteuern.

Nach einem Rekordjahr erhöht Henkel seine Dividende. Erstmals in seiner über 140jährigen Geschichte konnte der Hersteller von Pritt und Persil beim Umsatz die Marke von 20 Milliarden Euro knacken - auch dank Übernahmen. Der Gewinn legte ebenfalls zu.

Davon sollen die Aktionäre profitieren: Für 2017 sollen sie je Vorzugsaktie 1,79 (Vorjahr: 1,62) Euro erhalten, je Stammaktie 1,77 (1,60) Euro - mehr als je zuvor, wie Henkel am Donnerstag in Düsseldorf mitteilte. Auch 2018 setzt Konzernchef Van Bylen auf Wachstum: Der organischen Umsatz soll um zwei bis vier Prozent zulegen. Die bereinigte Ebit-Marge soll sich von 17,3 Prozent im vergangenen Jahr auf mehr als 17,5 Prozent erhöhen, das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie zwischen fünf und acht Prozent steigen.

Im vierten Quartal lagen die Düsseldorfer indes knapp unter den Erwartungen des Marktes. Der Konsumgüterriese steigerte den Umsatz leicht auf 4,886 Milliarden Euro. Vor allem das Klebstoffgeschäft wuchs. Der bereinigte operative Ertrag (Ebit) legte im Konzern auf 801 (765) Millionen Euro zu. Analysten hatten indes mit einem Umsatz von 4,924 Milliarden Euro und einem bereinigten operativen Gewinn (Ebit) von 805 Millionen Euro gerechnet.

Henkel war in der Vergangenheit auf Einkaufstour gegangen. Untern anderem übernahmen die Düsseldorfer im Oktober vom japanischen Kosmetikhersteller Shiseido für 485 Millionen Dollar die Haarpflege-Firma Zotos International. Zudem hatte Henkel mit der US-Verpackungsfirma Darex Packaging Technologies das Klebstoffgeschäft gestärkt - die größte Sparte des Konzerns.

Vorstandschef Van Bylen trimmt die Düsseldorfer auf Wachstum. Dazu baut er den Internet-Handel aus. Der Belgier hatte angekündigt, den digital erzielten Umsatz bis 2020 auf mehr als vier Milliarden Euro zu verdoppeln. Zudem setzt Van Bylen noch stärker auf Kernmarken: Der Anteil der zehn größten Marken am Gesamtumsatz solle bis 2020 auf 75 Prozent steigen, hatte der Manager angekündigt.

Waschen, pflegen, kleben - die Henkel-Welt
Henkel
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Von Düsseldorf aus in die ganze Welt: die Konzenzentrale von oben. Persil kennt in Deutscher praktisch jeder. Doch zu dem Dax-Konzern gehört noch viel mehr ...

Drei Henkel-Welten
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Der Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch- und Reinigungsmittel, Kosmetik und Körperpflege sowie Klebstoff-Technologien. Während die Wasch- und Reinigungssparte Henkels Traditionsfeld ist, macht der Konzern den Löwenanteil seines Umsatzes mittlerweile mit seinen Klebstoffen.

Waschen
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Die bekanntesten Waschmittel von Henkel: Persil, Perwoll, Weißer Riese und Spee. Die Traditionsmarke Persil ist eines der Aushängeschilder des Unternehmens und landet bei Verbraucher- und Markenauszeichnungen der Konsumgüterbranche regelmäßig auf Spitzenplätzen.

Spülen
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Die Spülmittel aus dem Hause Henkel heißen Pril und Somat.

Putzen
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Auch die Putzmittel-Klassiker Ata, Biff, Der General, Sidolin, WC Frisch und WC Ente stammen vom Düsseldorfer Konzern.

Haarpflege
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Der zweite Geschäftsbereich umfasst Kosmetik und Körperpflegeprodukte. Die Dauerbrenner in diesem Bereich: Haarpflegeprodukte von Schwarzkopf, mit den Submarken Gliss Kur, Poly Kur und Taft sowie Schauma.

Körperpflege
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Was den Bereich Körper- und Hautpflege angeht, ist Henkel in den Drogerieregalen mit dem Deo Bac, dem Duschgel Fa, den Hautpflegeserien Aok und Diadermine sowie der Zahncreme Theramed gut vertreten.

Zuwächse beim Umsatz hatte auch Konkurrent Beiersdorf vermeldet. So legte der Konzernumsatz organisch um 5,7 Prozent auf gut sieben Milliarden Euro zu, wie der Nivea-Hersteller im Januar erklärt hatte. Damit konnte Beiersdorf ein stärkeres organisches Wachstum als Henkel ausweisen, die Düsseldorfer kamen 2017 auf ein Plus von 3,1 Prozent. Auch Wettbewerber L'Oréal vermeldete ein Umsatzplus für 2017: Bei den Franzosen legten die Erlöse um 4,8 Prozent auf 26 Milliarden Euro zu. 

  • dpa
  • rtr
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