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Jahreszahlen Lufthansa fliegt nach Air-Berlin-Aus erneut Rekordgewinn ein

Lufthansa profitiert von der Air-Berlin-Pleite und fährt den dritten Rekordgewinn in Folge ein. Für 2018 sind die Aussichten jedoch schlechter.
Update: 15.03.2018 - 14:25 Uhr Kommentieren

„Außergewöhnliches Jahr“ – Lufthansa schafft Rekordgewinn

Frankfurt Die Lufthansa hat im Pleite-Jahr von Air Berlin den höchsten Gewinn ihrer Geschichte eingeflogen. Das operative Ergebnis (bereinigtes Ebit) stieg 2017 um rund 70 Prozent auf knapp 3,0 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern am Donnerstag in Frankfurt mitteilte.

Unter dem Strich stieg der Überschuss um ein Drittel auf 2,4 Milliarden Euro. Hier wirkte sich die Einigung mit den Piloten bei den Betriebsrenten positiv aus. Die Aktionäre können sich auf eine um 60 Prozent auf 80 Cent je Aktie erhöhte Dividende freuen - die in den kommenden Jahren mindestens stabil bleiben soll.

Die Lufthansa-Gruppe, zu der die Marken Swiss, Austrian Airlines, Brussels Airlines und Eurowings gehören, profitierte 2017 von Insolvenzen der Wettbewerber und der Tarifeinigung mit den Piloten. Der bereinigte Gewinn stieg um 70 Prozent auf 2,97 Milliarden Euro, was die Schätzungen der Analysten übertraf. Der Umsatz kletterte um 12,4 Prozent auf 35,6 Milliarden Euro.

In diesem Jahr rechnet der Traditionskonzern vor allem bei den Treibstoffkosten mit mehr Gegenwind - sie sollen um 700 Millionen Euro auf 5,9 Milliarden Euro steigen. Dem werde man mit weiteren Kostensenkungen begegnen, sagte Spohr. So soll der Aufwand pro angebotenem Sitzkilometer (Stückkosten) in diesem Jahr um ein bis zwei Prozent fallen. Die Stückerlöse würden dagegen voraussichtlich stagnieren. An der Börse kam auch der Ausblick an, die Lufthansa-Aktien waren mit einem Plus von knapp zwei Prozent der zweitgrößte Gewinner im Dax.

„Wir werden unseren Modernisierungskurs konsequent fortsetzen“, erklärte Vorstandschef Carsten Spohr, dessen Vertrag gerade erst um fünf Jahre verlängert wurde.

Weitere Konsolidierungen erwartet

Die Lufthansa erwartet noch einige Turbulenzen in der europäischen Luftfahrtbranche und will bei deren Umbau kräftig mitmischen. „Es wird weitere Optionen in Europa geben, und wir sind finanziell und strukturell in der Lage, hier eine aktive Rolle zu spielen“, sagte Spohr am Donnerstag auf der Bilanzpressekonferenz in Frankfurt. Zu Details hielt er sich aber bedeckt: „Über Konsolidierung spricht man nicht, man tut sie.“ Von der insolventen Alitalia will die Lufthansa jedenfalls nach wie vor die Finger lassen.

Im vergangenen Jahr waren mit Deutschlands zweitgrößter Fluglinie Air Berlin, dem britischen Ferienflieger Monarch und der Krisen-Airline Alitalia gleich drei europäische Fluggesellschaften in die Pleite geflogen – und das in einem der besten Jahre für die Luftfahrtbranche, wie Spohr betonte. „Das ist ein klares Zeichen, dass der Ausleseprozess noch nicht zu Ende ist.“ Er hoffe, dass das Thema Konsolidierung nach der turbulenten Air-Berlin-Pleite auch in der Politik neu diskutiert werde.

Das ist der erste Jumbo im neuen Lufthansa-Look
Neues Kranich-Logo bei der Lufthansa
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Flugkapitän Stefan Hauke (Mitte) und Mitarbeiter des VIP-Service der Lufthansa Caterina begrüßten am Donnerstag die erste Boeing 747-8 der Lufthansa mit dem neuen Kranich-Logo am Heck.

(Foto: dpa)
Blau-weißer Kranich
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Erstmals in über 100 Jahren ändert die Lufthansa die Farbgebung ihres Logo. Der Jumbo ist das erste Langstreckenflugzeug im neuen Design.

(Foto: dpa)
Umrüstung dauert lange
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Bis alle Maschinen in den neuen Farben erstrahlen, wird es sieben Jahre dauern. Der Konzern erklärte, man werde die normalen Fristen für Neulackierungen nutzen.

(Foto: dpa)
Feier in Frankfurt
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Bereits am Mittwochabend feierte die Lufthansa mit einem Festakt in Frankfurt, zu dem mehr als 2000 Gäste geladen waren. Neben Mitarbeitern waren auch Topkunden und Partner dabei.

(Foto: Bloomberg)
Das ist das neue Logo
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Gefeiert wurde in der Wartungshalle des A380 am Frankfurter Flughafen - mit echten Flugzeugen. Dabei waren eine Boeing 747-8 und eine Airbus A321 im neuen Look. Sie tragen jetzt eine neue Form des 100 Jahre alten Kranich-Symbols.

(Foto: Bloomberg)
Lufthansa-Chef Carsten Spohr
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Mit einem komplett überarbeiteten Markendesign bricht die Lufthansa zu neuen strategischen Zielen auf. Derzeit würden sämtliche Flugzeuge in Europa umlackiert, sagte Konzernchef Carsten Spohr am Mittwoch.

(Foto: Bloomberg)
Erste Kritik
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Im neuen Logo fehlt das bislang typische Gelb. Das hat in den sozialen Netzwerken bereits für Diskussionen gesorgt. Die Farbe bleibe aber insbesondere an Punkten der Interaktion mit den Kunden wie an den Schaltern erhalten und werde gezielter eingesetzt, sagte Marketing-Chef Alexander Schlaubitz.

(Foto: Reuters)

Europäische Fluggesellschaften müssten stark genug sein, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können. Die Lufthansa wollte eigentlich einen Großteil von Air Berlin - vor allem die österreichische Tochter Niki - übernehmen, scheiterte mit diesen Plänen aber an den Kartell-Bedenken der EU. Letztendlich seien aber doch 77 der 144 Air-Berlin-Maschinen bei der Kranich-Linie gelandet, sagte Spohr. „Es war deutlich komplizierter, als wir gedacht haben“, gab der 51-Jährige Manager mit Pilotenlizenz zu.

Piloten und Flugzeuge gesucht

Wie ihre Wettbewerber will die Lufthansa die Kapazitäten erhöhen und so das Loch füllen, das die Pleiten der Rivalen im europäischen Luftverkehr gerissen haben. Allerdings kommt sie dabei wegen des Mangels an Piloten und Flugzeugen nicht wie erhofft voran. Der Konzern stellte am Donnerstag eine Erhöhung der Kapazitäten im laufenden Jahr von nur noch 9,5 (Vorjahr: 12,7) Prozent in Aussicht, im Januar waren es noch zwölf Prozent gewesen. „Uns fehlen Piloten und Flugzeuge in gleichem Maße“, sagte Spohr.

Wegen der Triebwerksprobleme beim A320neo seien derzeit nur zehn statt zwanzig dieser Maschinen bei der Lufthansa im Betrieb. „Wir haben ein schönes Problem, zu viele Passagiere und zu wenige Flugzeuge.“ Mit 130 Millionen Fluggästen transportierte die Lufthansa 2017 soviele Passagiere wie noch nie und eroberte den Spitzenplatz in der europäischen Luftfahrtbranche von der irischen Ryanair zurück.

Experten sehen die Erhöhungen der Kapazitäten bei den Fluglinien durchaus mit Skepsis. Die Ticketpreise könnten deshalb in diesem Jahr erneut unter Druck geraten, warnen etwa die Analysten der Royal Bank of Canada. Das Brokerhaus Bernstein befürchtet ebenfalls, dass die Branchenkonjunktur den Höhepunkt schon hinter sich hat. „Wir erwarten, dass dem Sektor insgesamt die Puste ausgehen wird.“

Die Lufthansa-Billigflugtochter Eurowings machte bei den geplanten Kostensenkungen ebenfalls Fortschritte: Ihre Stückkosten fielen 2018 um 6,5 Prozent. Es gebe keinen Grund, warum die Airline nicht auch die noch niedrigeren Kosten von Rivalen wie Ryanair oder Easyjet erreichen könne, sagte Spohr. Für die Lufthansa-Gruppe fliegen 728 Flugzeuge, 111 mehr als noch 2016. Davon gehören 185 Flugzeuge zur Eurowings-Flotte, die bis 2019 auf 210 Maschinen wachsen soll. „Eurowings ist und bleibt unsere Plattform für die weitere Konsolidierung in Europa. Wir freuen uns auch weiterhin auf sehr viel Dynamik in diesem Geschäftsfeld.“

  • rtr
  • dpa
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