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Jochen Halfmann Der Vapiano-Chef kämpft gegen die nächste Nudelhaus-Krise an

Jochen Halfmann muss die Jahresprognose für Vapiano senken. Die Schulden für die Expansion steigen. Dabei ist die Aktie sowieso schon im Keller.
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Beim Vapiano-Chef läuft es nicht wie erwartet. Quelle: Franziska Gilli/laif
Jochen Halfmann

Beim Vapiano-Chef läuft es nicht wie erwartet.

(Foto: Franziska Gilli/laif)

Eigentlich war Jochen Halfmann bei Vapiano angetreten, um eine Krise der Restaurantkette zu lösen. Das war im Sommer 2015. Damals verschreckten Schlagzeilen um Zutaten mit abgelaufenem Haltbarkeitsdatum die Kunden. Betriebswirt Halfmann installierte zügig neue Hygieneregeln und Qualitätskontrollen.

Doch mittlerweile hat Halfmann seine eigene Vapiano-Krise. Und die wird nicht so einfach zu lösen sein wie die letzte. 16 Monate nach dem Börsengang stimmen die Zahlen nicht. Die Aktie hat sich auf unter sieben Euro gedrittelt. Die Ideen, die Halfmann umsetzt, reichen nicht aus, um das versprochene Wachstum zu liefern.

Obwohl inzwischen die Hälfte der Filialen ihr Essen auch per Onlinebestellung ausliefert, stagniert das Geschäft in den bestehenden Restaurants. Lange Wartezeiten und alterndes Interieur schrecken die Kunden gerade in der wichtigen Mittagszeit ab. Das ist das eine Problem.

Das andere: Im Streben nach schnellem Wachstum hat Vapiano Filialen übereilt eröffnet, deren Lage nicht so gut ist wie erhofft. Vor allem aus Schweden meldete Halfmann am Mittwoch bei den Quartalszahlen schwachen Umsatz. Zugleich steigen die Schulden für die Expansion.

Auf Halfmann, der lange bei der Parfümeriekette Douglas Verantwortung trug und nach einer kurzen Station beim dänischen Modeschmuckfilialisten Pandora zu Vapiano stieß, kommen drängende Fragen zu. Experten wie Gastro-Berater Michael Lidl weisen darauf hin, dass der Markt für Systemgastronomie eigentlich gesund sei, die Probleme bei Vapiano also hausgemacht seien.

Ein Beispiel: Neue Gerichte wie Rinderstreifen in Weinsauce brauchen für die Zubereitung lange. Die Folge sind Warteschlangen. Gegenstrategien wie Bestellterminals im Restaurant rollt Vapiano zu langsam aus.

Versteht der branchenfremde Manager Halfmann womöglich zu wenig vom täglichen Geschäft in der Gastronomie? Abhängig ist er vom Vertrauen des Vapiano-Großaktionärs, der Mayfair Holding des Tchibo-Erben Günther Herz. Gerüchte, diese wolle Vapiano von der Börse nehmen, hat Halfmann dementiert.

Doch zufrieden dürfte Herz mit seinem Manager nicht sein. In den ersten neun Monaten 2018 kamen nur 271 Millionen Euro Umsatz zusammen – weniger als erhofft, trotz 33 Neueröffnungen im Gesamtjahr. Für das laufende Jahr kappte Halfmann daher am Mittwoch die Umsatz- und Gewinnprognose und schickte die Aktie so weiter auf Talfahrt. Gleichzeitig kündigte er erneut ein „operatives Exzellenzprogramm“ an, das im kommenden Jahr endlich Wirkung zeigen soll.

Der Vorstandsvertrag des 55-Jährigen läuft noch bis Ende 2020 – sofern er das Vertrauen der Aktionäre behält.

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