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Kabinenpersonal Neue Streiks noch vor Jahreswechsel: Was noch hinter dem Tarifkonflikt von Lufthansa und UFO steckt

Um 17 Uhr will die Gewerkschaft die Streikdetails verkünden. Hinter der neuerlichen Eskalation steht ein Wettstreit der Strategen auf beiden Seiten – auf dem Rücken der Kunden.
27.12.2019 - 11:27 Uhr Kommentieren
Die Chancen dafür, dass sich Management und Gewerkschaften noch kurzfristig einigen, stehen schlecht. Quelle: dpa
Flugbegleiter-Streik bei der Lufthansa

Die Chancen dafür, dass sich Management und Gewerkschaften noch kurzfristig einigen, stehen schlecht.

(Foto: dpa)

Frankfurt Der Weihnachtsurlaub könnte für viele Reisende unruhiger werden als geplant. Um 17 Uhr an diesem Freitag will die Kabinengewerkschaft UFO über neue Arbeitskämpfe informieren. Auch wenn erst dann die genauen Ausmaße und der Zeitpunkt der Arbeitskämpfe klar sein werden, steht schon jetzt fest: Es wird noch vor dem Jahreswechsel, also in den kommenden vier Tagen, zu Arbeitsniederlegungen in den deutschen Flugbetrieben der Lufthansa-Gruppe kommen.

Die Chancen stehen schlecht, dass Management und Gewerkschaften kurzfristig doch noch zueinander finden werden. Bei dem seit Monaten schwelenden Streit geht es längst um mehr als Tariffragen. Über allem steht die zentrale Frage, wie Konzern-Management und Gewerkschafts-Spitze künftig miteinander umgehen. Es ist ein Wettstreit der Strategen auf beiden Seiten – mit negativen Folgen für die Kunden.

Erkennbar ist, dass Lufthansa in der Auseinandersetzung mit der Kabinengewerkschaft zwar einen Kompromiss sucht, aber nicht um jeden Preis. Neue Arbeitskämpfe werden als ärgerliches, aber gleichwohl notwendiges Übel angesehen, weil man gegenüber der UFO eine gewisse Härte zeigen will.

Das sah noch im November anders aus. Damals verkündeten Personalchefin Bettina Volkens und die UFO-Spitze um Vizechef Daniel Flohr und Nicoley Baublies, Beauftragter des UFO-Vorstands, weitreichende Einigkeit bei dem Ziel, die sogenannte große Schlichtung zu starten.

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    Gemeint ist damit nicht nur die Klärung der zahlreichen Tariffragen. Auch grundsätzliche Themen wie etwa die künftige Ausgestaltung der Tarifpartnerschaft sollten angesprochen werden. Lufthansa hatte nach internen Streitigkeiten bei der UFO deren Mandat als Gewerkschaft in Zweifel gezogen und war zudem rechtlich gegen einzelne Vorstandsmitglieder vorgegangen.

    Mehr Mitglieder bei der UFO

    Doch diese Strategie hat der Konzern offensichtlich wieder verworfen. Personalchefin Volkens räumt in diesen Tagen ihren Posten. Die grundsätzlichen Rechtsthemen zwischen der UFO und deren Führungskräften auf der einen und Lufthansa auf der anderen Seite will die Konzernspitze nun in einem eigenen Güteverfahren vor Gericht klären lassen.

    Dahinter dürfte nicht zuletzt entsprechender Druck aus dem Aufsichtsrat stehen. Einige der Kontrolleure stünden für einen harten Kurs gegenüber den Gewerkschaften, berichten Unternehmenskenner. Damit habe man vor Jahren auch im langen Tarifstreit mit den Piloten Erfolg gehabt, werde argumentiert.

    Auf der Gegenseite, bei der UFO, will man das nicht hinnehmen. Geführt von Baublies, lange Jahre Chef der UFO und der starke Mann im Hintergrund, sieht man sich nach der monatelangen Krise wieder gestärkt. Die Mitgliederzahlen sollen jüngst wieder gestiegen sein. Hinzu kommen Gerichtsurteile, die das Mandat und die Vertretungsberechtigung der UFO bestätigt haben.

    Deshalb sieht man sich selbst in einer starken Verhandlungsposition und stellt als Vorbedingung für eine Schlichtung der eigentlichen Tariffragen eine Bereinigung der grundsätzlichen Themen zwischen UFO und Konzern-Management.

    Es ist also eine äußerst schwierige Ausgangslage – auch für die beiden Schlichter, der ehemalige Brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck und Frank-Jürgen Weise, der frühere Chef der Agentur für Arbeit. Sie haben zwar einen neuen Gesprächstermin für Januar vorgeschlagen und zudem noch über die Weihnachtstage versucht, die verfahrene Situation zu entspannen.

    Doch aktuell deutet alles auf einen Streik der rund 22.000 Kabinenmitarbeiter hin. Der dürfte den Flugplan ordentlich durcheinanderwirbeln. UFO hatte bereits im November bei den vier Lufthansa-Betrieben Lufthansa, Eurowings, Germanwings und Cityline zu Warnstreiks aufgerufen. Damals hatte der Konzern vorbeugend 1500 Flüge abgesagt.

    Mehr: Der Ex-Arbeitsagenturchef Weise und der SPD-Politiker Platzeck sind erfahrene Verhandlungsführer. Nun stehen die beiden vor ihrer bislang schwersten Schlichtung.

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