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Kaffeegeschäft Mit diesem Gerät will Nestlé die Cafés erobern

Nestlé bringt eine Maschine auf den Markt, mit der Cafébesitzer ihren eigenen Kaffee rösten können. Der Konzern will einen Milliardenmarkt aufmischen.
14.01.2020 - 10:00 Uhr Kommentieren
Nestlé will mit dem Roastelier die Cafés erobern Quelle: Nestle
Cafébesitzer und der „Roastelier“ von Nestlé

Für den Konzern spielt das Kaffeegeschäft mit Gastronomen bislang kaum eine Rolle. Das soll der Roastelier ändern.

(Foto: Nestle)

Zürich Echte Kaffeeliebhaber sind Kontrollfreaks: Für sie muss vom Mahlgrad der Bohnen bis zur Wasserhärte alles stimmen. Der Nahrungsmittelhersteller Nestlé will von dieser Detailverliebtheit profitieren: Er bringt ein Röstsystem auf den Markt, mit dem Profis ihren eigenen Kaffee an Ort und Stelle rösten können.

Mit dem sogenannten „Roastelier“ peilt Nestlé den Milliardenmarkt von Cafés, Bars und Bäckereien an, die im Kaffeegeschäft bislang kaum zu den Kunden des Konzerns zählen. „Mit dem Roastelier können Baristas den Kaffee vor den Augen ihrer Kundschaft rösten“, sagt Nestlé-Manager Reinhold Jakobi, der das Geschäft mit professionellen Kunden bei dem Schweizer Konzern leitet.

Kern des Systems ist ein knapp ein Meter hoher Röstautomat, mit dem bereits vorbehandelte Bohnen binnen weniger Minuten fertiggeröstet werden können. Dank eines Barcode-Scanners erkennt das Gerät, welche Bohnensorte eingefüllt wird und passt die Einstellungen entsprechend an.

„Baristas können die Parameter aber per Touchscreen nach ihren Wünschen verändern und so ihre ganz persönliche Kaffeemischung schaffen“, sagt Jakobi. Den Schweizern zufolge geben Privatleute pro Jahr weltweit rund 280 Milliarden Dollar für Kaffee aus – rund 40 Prozent davon entfallen auf Cafés, Bars und Bäckereien. Das sogenannte „Out-of-Home“-Geschäft wächst dabei jährlich um fünf bis sechs Prozent.

Doch während der Konzern bei Kaffeesystemen für den Hausgebrauch zu den Marktführern zählt, spielt das Kaffeegeschäft mit Gastronomen bislang kaum eine Rolle. Mit dem „Roastelier“ soll sich das ändern. Jakobi spricht von einem „Leuchtturmprojekt“.

Nestlé verkauft dabei nicht nur den Röstautomat, sondern auch die dazugehörigen Bohnen, einen Filter und die Wartung des Geräts. Die Schweizer orientieren sich dabei an Gewohnheiten der Branche: Oft stellen Kaffeehersteller den Wirten teure Geräte, wenn die Gastronomen dafür zugleich Kaffee-Lieferverträge abschließen.

Kaffee als Wachstumsmarkt

Nestlé-Manager Jakobi glaubt, dass sich das Angebot des Konzerns für Cafébesitzer rechnet: „Kunden sind bereit, für besonderen Kaffee höhere Preise zu bezahlen.“ Die Rechnung geht demnach so: Wer für eine gute Tasse frisch gerösteten Kaffee ein paar Euro mehr auf den Tisch legt, beschert nicht nur dem Cafébesitzer eine höhere Marge, sondern auch dem Schweizer Konzern.

Damit passt das Angebot zur Strategie von Firmenchef Ulf Mark Schneider, der Kaffee zum Wachstumsmarkt erklärt hat und dabei gezielt auf Premiumprodukte setzt. Mit dem neuen Angebot reagiert der Nahrungsmittelriese auf den Trend zum selbstgerösteten Kaffee: Vor allem in Städten gewinnen kleine Röstereien Marktanteile – zulasten von großen Kaffeeherstellern.

Laut Analysten der Rabobank sind die Röstereien noch keine Gefährdung für „Big Coffee“, doch das könnte sich ändern: „Wenn noch mehr Lebensmittelgeschäfte solchen Kaffee anbieten, könnte das für große industrielle Kaffeeröstereien zur Gefahr werden“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg den Rabobank-Analysten James Watson.

Kein Wunder also, dass Nestlé mit dem Gerät große Hoffnungen verbindet. Konkrete Zahlen verrät der Konzern zwar nicht, doch sollen „mehrere Tausend Geräte“ abgesetzt werden, heißt es bei den Schweizern. In Griechenland und Skandinavien wird der Röstautomat bereits eingesetzt, weitere Märkte sollen in diesem Jahr folgen. Wann der „Roastelier“ auf den deutschen Markt kommt, steht laut Nestlé-Manager Jakobi noch nicht fest.

Wer künftig seinen eigenen Kaffee mit dem „Roastelier“ zuhause rösten möchte, wird aber wohl enttäuscht. Laut Nestlé richtet sich das Angebot an Profikunden. Angesichts der Ausmaße des „Roasteliers“ dürfte sich der Einsatz in den eigenen vier Wänden ohnehin schwierig gestalten, erklärt Nestlé-Manager Jakobi: „Also meine Küche wäre dafür nicht groß genug“.

Mehr: Die Papiere des Nahrungsmittelherstellers sind an der Börse begehrt – auch dank des Umbauprogramms von Konzernchef Schneider. Doch der ist noch nicht am Ziel.

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