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Kaffeemarkt Die Kapselisierung der Deutschen

Deutschland ist ein Kaffeeland: Das Heißgetränk ist beliebter als Wasser und Bier. Weil die Zubereitung oft schnell gehen soll, sind Einzelportionen gefragt – vor allem Kapseln. Vorne liegt aber immer noch ein Klassiker.
04.04.2013 - 13:46 Uhr 6 Kommentare
Die Deutschen trinken durchschnittlich 149 Liter Kaffee pro Jahr. Quelle: dapd

Die Deutschen trinken durchschnittlich 149 Liter Kaffee pro Jahr.

(Foto: dapd)

Düsseldorf Der Kaffeekonsum ist im vergangenen Jahr auf hohem Niveau stabil geblieben. 149 Liter Kaffee hat jeder Deutsche im Durchschnitt im Jahr 2012 getrunken und damit deutlich mehr als Wasser oder Bier. „Deutschland ist ein Kaffeeland. Kaffee ist das meist getrunkene Getränk in der Bundesrepublik“, so Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer vom Deutschen Kaffeeverband in Hamburg.

Dabei liegen ganze Bohnen, die vor der Zubereitung frisch gemahlen werden, im Trend: Das Segment legte im Jahr 2012 zwölf Prozent zu. Der Konsum von Kaffeekapseln ist im vergangenen Jahr um 16 Prozent gestiegen. Löslicher Kaffee konnte im vergangenen Jahr erneut ein leichtes Plus von 1,2 Prozent verzeichnen. Insgesamt wurden im Jahr 2012 in Deutschland 402.000 Tonnen Röstkaffee und 12.800 Tonnen purer löslicher Kaffee konsumiert.

„Viele Konsumenten achten auf eine unkomplizierte Zubereitung von qualitativ hochwertigem Kaffee. Gerade Single-Haushalte, Gelegenheitskaffeetrinker und Lifestyle-Konsumenten kaufen daher verstärkt Kaffee in Einzelportionen“, sagt Holger Preibisch. Vor allem der Markt für Kapseln ist erneut gewachsen und lag 2012 bei 10.000 Tonnen und damit 16 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Der Konsum von Pads ist um 2,6 Prozent auf 31.800 Tonnen gestiegen. „Nachdem in den letzten Jahren Pads deutlich gewachsen sind, legt jetzt das Kapselsegment deutlich zu. Es scheint, dass Kapseln ein Lifestyle-Gefühl vermitteln“, so Preibisch.

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    Für die Zubereitung von Kaffee und Kaffeespezialitäten wie Espresso, Cappuccino und Latte Macchiato setzen viele Kaffeegenießer auf ganze Bohnen. Preibisch: „Vollautomaten, die mit ganzen Bohnen gefüllt werden und diese frisch mahlen, sind stark im Trend. So lassen sich auf Knopfdruck Kaffeespezialitäten zaubern, die die meisten nur aus der besseren Gastronomie kennen.“ Das Segment lag im vergangenen Jahr bei einem Volumen von 66.100 Tonnen. Dies entspricht einem Wachstum von 7.100 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr.

    Wie bereits in den Vorjahren konnte der Konsum von purem löslichen Kaffee um gut 1,2 Prozent auf 12.800 Tonnen zulegen. Im Bereich der löslichen Kaffeegetränke sind Einzelportionen-Mixes mit Kaffee, Milchpulver und Zucker, so genannte „X in 1“, das am meisten wachsende Segment: Allein im vergangenen Jahr wuchs der Konsum um 25 Prozent auf 3.000 Tonnen.

    Zertifizierte Produkte legen zu Im Jahr 2012 erhöhte sich der Anteil nachhaltig zertifizierter Kaffees am Gesamtmarkt erneut und lag nach Schätzungen des Deutschen Kaffeeverbandes bei vier Prozent. „Seit etwa zehn Jahren steigt das Angebot an nachhaltigen Kaffees deutlich. Ob an Tankstellen, im Discount-Supermarkt oder in der gehobenen Gastronomie - nachhaltiger Kaffee wird zunehmend präsenter und erreicht immer größere Bevölkerungsteile“, so Preibisch.

    Laut Verbandsgeschäftsführer Preibisch verändern sich die Segmente innerhalb des deutschen Kaffeemarktes: Auch wenn der Anteil des Filterkaffees am Gesamtmarkt rückläufig ist, so sei dieser mit 294.100 Tonnen weiterhin der Klassiker der Kaffeezubereitung in deutschen Küchen und Büros. Zugleich würden immer mehr Filterkaffeekonsumenten ihren Kaffee aus Vollautomaten oder Kapsel-/Padmaschinen zubereiten.

    „Im Ergebnis erleben wir eine deutliche Veränderung der Kaffeesegmente, hin zu 'Espresso und Co' sowie zur einfachen Zubereitung. Die getrunkene Menge Kaffee ist dabei jedoch auf sehr hohem Niveau stabil. Wir Deutschen trinken 30 Prozent mehr als die EU-Bürger im Durchschnitt. Wir trinken sogar pro Kopf gerechnet mehr Kaffee als die Italiener“, so Preibisch. Der Deutsche Kaffeemarkt ist der drittgrößte der Welt. Lediglich in den USA und in Brasilien wird mehr Kaffee verkauft als in Deutschland.

    So funktioniert die Öko-Kapsel
    Das Modell Gamma
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    Die umweltfreundliche Edelstahlkapsel Gamma, die vor zwei Jahren auf den Markt gebracht wurde, ist als Schweizer Erfindung patentiert. Sie besteht aus zwei Teilen, die sich auseinanderschrauben und mit Kaffeepulver auffüllen lassen. Mittlerweile gibt es eine Weiterentwicklung... (Foto: Lecker GmbH)

    Schweizer Uhrenstahl
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    Beide Kapseln, die für je 37,90 Euro inklusive einer Kaffeeprobe verkauft werden, sind aus Hightech-Stahl, der auch für hochqualitative Uhrengehäuse verwendet wird. Erwin Meier legt wert darauf, dass seine Erfindungen die einzigen unter wieder befüllbaren Kaffeekapseln sind, die keine Giftstoffe enthalten. Dies soll sogar die Zeitschrift Öko-Test bewertet haben (hier gelangen Sie zum Artikel). Für das perfekte Aroma und eine Crema wie beim Original sind die Löcher gelasert. (Foto: Lecker GmbH)

    500 Euro im Jahr
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    Mit der Mehrweg-Kapsel kann man nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Geld sparen. Weil sie keine verschleißenden Bestandteile wie einen Dichtungsring hat, ist sie quasi ewig einsetzbar. Bei vier Tassen Kaffee am Tag spart der Kunde im Jahr fast 500 Euro, denn, so der Hersteller, rechnet man den Inhalt einer Nespresso-Kapsel hoch, bezahlt man fast 100 Euro für 1 Kilogramm Kaffee. (Foto: Lecker GmbH)

    Passt
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    Passt in die verschiedenen Nespresso-Maschinen und wird auch genauso eingelegt: Die Mehrweg-Kapsel hält einem Druck von 18 bar Stand und kann nach Gebrauch unter einem Wasserhahn gereinigt werden.

    (Foto: Lecker GmbH)

    Vorsicht heiss!
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    Wie gewohnt kommt am Ende frischer Kaffee aus der Maschine. Den Kaffee muss man sich selbst besorgen. Die Schweizer empfehlen einen Mahlgrad von 2.25 für Espresso und 2.5 – 2.75 für Kaffee. Da die Kapsel nach Gebrauch heiß ist, rät der Erfinder dazu, sie erst nach einigen Minuten, wenn sie abgekühlt ist, aus dem Auffangbehälter der Nespresso-Maschine zu entnehmen. (Foto: Lecker GmbH)

    Weniger Aluminium-Schrott
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    Wer pro Tag vier Kapseln benutzt und nur eine davon durch die Mehrweg-Kapsel ersetzt, hilft dabei, Aluminiumschrott zu sparen. Der Hersteller spricht davon, dass so pro Jahr fast 2500 Tonnen eingespart werden können. Diese Angabe bezieht sich auf alle von Nestlé produzierten Alu-Kapseln.

    (Foto: dpa)
    • ck
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    6 Kommentare zu "Kaffeemarkt: Die Kapselisierung der Deutschen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Hallo goldeneye,
      durch die Pfandnovelle von Trittin hat sich der Trend zu mehr Einweg deutlich erhöht. Die deutsche Dosenindustrie ist kaputt gegangen. Heute werden die Dosen, die hierzulande getrunken werden im Ausland produziert. Vielen Dank Herr Trittin.

    • Verkapseln kann man defekte AKW`s,aber doch keinen Kaffee.

      Und auf geniale Chemiezusätze in den Kapseln
      kann ich ebenfalls verzichten.

    • Den besten Kaffee bekommt man, wenn man ihn frisch mahlt und mit einer Siebfilterkanne aufbrüht. Sagen zumindest mittelständische Kaffeeröster.

    • KAPSELN!!!!!!
      Hierzulande kämpft man doch gegen zuviel Müll!
      "Pfandminister Trittin" hatte seinerzeit das Pfand eingeführt (im übrigen sehr gut - weniger Dreck in der Umwelt) aber mal ehrlich, braucht man diesen überteuerten KAPSEL KAFFEE??? mit Sicherheit nicht - zusätzliche Müllberge! Dann lieber einen sehr guten Filterkaffe.. da sehe ich, dass es auch wirklich KAFFEE ist.

    • Nur mal so, es war Löschpapier, und zwar 1908 - also ein bisschen vor dem Krieg.

      Vorher haben die Leute immer lecker Kaffeesatz zwischen den Zähnen gehabt.

      Davon abgesehen, ist gegen gut gemachten (!) Filterkaffee (also nicht aus der 100 Liter Großindustriemaschine) nichts einzuwenden, sofern vernünftiger, frisch gemahlener Kaffee verwendet wird und die Brühtemperatur und -geschwindigkeit stimmt.

    • Teil1
      Ich mag Kaffee, vor allem wenn er frisch und gut ist. Im Ausland macht man sich manchmal lustig über de deutschen Kaffeegeschmack, Melittawasserinker ist so einer dieser Scherze.
      Nun, ich bin Urdeutscher und muss sagen, das ist was dran. Nach dem Krieg hat die gute Melitta angefangen mit Klopapier herumzuprobieren. Eine Kanne hatte jeder, so kam (leider) durch Melitta ein Plastikgehäuse für den Filter hinzu und dieser besteht aus einer Art Kartonpapier.
      Dieser hält sehr erfolgreich Aroma und Geschmackstoffe fern vom Endprodukt.
      Der nächste Schlag folgte schnell, wir deutschen waren arm, nach den Kaffeebohnen ist das Rösten am teuersten. Einer fing an zu sparen und hatte Erfolg, weil's so billiger war und so war eine ganze Nation Melitta Pleddersuppe gewohnt, egal ob sie nun Tschibo oder Jacobs-Grün heisst. Wer einen ordentlichen Kaffee bekam, sagte sofort uffffff der ist aber stark!
      Einige Monate lebe ich auch in Deutschland, ansonsten in der Karibik in einem Kaffeeland.
      Dort geniesse ich mit der Sorte Robusta einen sehr würzigen frischen Kaffee mithilfe eines einfachen Mokkakochers.Als ich dann hier in einem deutschem Café gefragt wurde, ich habe jetzt auch deutschen Filterkaffe, willst Du den haben antwortete ich, frage mich das nie niemals wieder, dann bleiben wir Freunde. Wenn ich für einige Monate in Deutschland verweile freue ich mich darüber, dass es mittlerweile dort tollen Kaffee gibt, beim Italiener und bei manchen deutschen Restaurants und Café's. Dank an die Italiener, ihnen ist es zu verdanken, dass langsam Deutsche guten Kaffee geniessen können und den Filterkrempel in den Müll befördern. Doch gute Rohstoffe im Supermarkt zu kaufen ist fast unmöglich. Bei Pad's und Pulver ist es ganz schwierig, bei Kapseln zahlt man etwa das 3-5fache ohne dass es besser ist. Was kann man tun?
      Ein guter Mokkakocher liegt qualitativ zwischen den Papierfiltermist und den teuren Espresso-Kaffee Kombinationen ist aber ein guter Kompromiss. ...Teil2....

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