Kaiser's Tengelmann Rewe-Betriebsrat greift Minister Gabriel an

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel setzt sich vehement für die Jobs bei der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser's Tengelmann ein. Das macht den Beschäftigten beim Konkurrenten Rewe mittlerweile Angst.

„Wir sind sicher, wir haben keine Verfahrensfehler begangen“

DüsseldorfVor dem Spitzentreffen zu Rettung der Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann hat der Betriebsratschef des Konkurrenten Rewe, Andreas Ratzmann, davor gewarnt, die Arbeitsplätze bei Rewe aus den Augen zu verlieren. Er wirft Bundeswirtschaftsminister Gabriel eine einseitige Fokussierung auf die Rettung von Jobs bei Kaiser’s Tengelmann vor. Die Beschäftigten bei Rewe jedoch würden sich Sorgen machen, was eine Fusion von Edeka und Kaiser’s Tengelmann für ihre Jobs bedeuten würde. „Darüber haben sich bislang offenbar weder Bundeswirtschaftsminister Gabriel noch die Verantwortlichen bei Edeka und der Eigentümer von Kaiser's Tengelmann Gedanken gemacht“, kritisiert Ratzmann.

„Wir als Betriebsräte werden täglich angesprochen – nicht zuletzt von den Beschäftigten, die auch bei Verdi organisiert sind –, wie es mit Rewe und unseren Märkten weitergeht, wenn Edeka nach einer Fusion mit Kaisers Tengelmann eine absolute marktbeherrschende Position erreichen würde“, sagt Ratzmann. „Das wäre tatsächlich ein schwerer Schlag für uns.“

Minister Gabriel hatte sich mit einer Ministererlaubnis über ein Verbot des Kartellamtes für die geplante Fusion von Edeka und Kaiser‘s Tengelmann hinweggesetzt. Zur Begründung hatte er unter anderem angeführt, dass nur so die Arbeitsplätze bei Kaiser‘s Tengelmann gerettet werden könnten. Die hatte jedoch das Oberlandesgericht Düsseldorf angezweifelt und die Ministererlaubnis außer Kraft gesetzt.

Die Chefs von Rewe, Edeka und Tengelmann wollen am heutigen Donnerstag bei einem Spitzentreffen versuchen, eine Lösung für die von der Zerschlagung bedrohte Supermarktkette Kaiser's Tengelmann zu finden. Die Unternehmenschefs sowie Vertreter der Gewerkschaft Verdi kommen am Abend zusammen.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub wollte die Kette an Edeka verkaufen, doch steht die Transaktion vor dem Scheitern. Haub geht nun Insidern zufolge die Geduld aus. Gelingt keine Lösung bei dem Spitzentreffen, will Haub am Freitag seinem Aufsichtsrat einen Plan vorlegen, der auf eine Zerschlagung des Unternehmens hinausläuft – mit dem Verlust von Tausenden Jobs.

Arbeitnehmervertreter von Kaiser’s Tengemann forderten vor der entscheidenden Aufsichtsratssitzung eine Übergangslösung von Tengelmann-Chef Haub. „Statt Zerschlagungsszenarien brauchen wir ein Fortführungskonzept, das trägt, bis die Gerichte entschieden haben, oder es eine Einigung aller Beteiligten gibt“, sagte Aufsichtsratsmitglied und Betriebsratschef der Region München/Oberbayern, Manfred Schick, der „Wirtschaftswoche“. Haub trage „Verantwortung für die Lage“.

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