Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke
Jeff Bezos

Der Konzern von Tech-Milliardär Jeff Bezos setzt seinen Aufwärtstrend damit fort.

(Foto: AFP)

Kampf der Cloud-Giganten Amazon kann sich im Cloud-Zweikampf von Microsoft nicht absetzen

Die Quartalszahlen waren gut, doch die Wall Street reagierte verhalten. Whole Foods erweist sich als Problemfall.
Kommentieren

San FranciscoAmazons Ergebnisse in Weihnachtsquartal 2018 übertrafen selbst die Erwartungen der Analysten, doch der Ausblick auf das laufende Quartal war eher verhalten. So jedenfalls die erste Einschätzung der Wall Street, die zu einem nachbörslichen Kursrutsch führte, der fast die Tagesgewinne auslöschte.

Doch dann setzte offenbar eine Phase der genaueren Analyse ein und nach und nach verflüchtigten sich die Kursverluste zum großen Teil wieder. Die von vielen erhoffte Kursexplosion blieb jedoch aus.

Jetzt konzentriert sich die Börse wieder auf den Zweikampf der Cloud-Giganten Amazon und Microsoft um die Marktführung in der Zukunftsindustrie Cloud-Computing. Die Microsoft-Aktie stieg nachbörslich leicht an, als klar wurde, dass Amazons Dominanz nicht größer geworden war. Im Gegenteil.

Im Detail lag der Umsatz bei 72,4 Milliarden Dollar für das letzte Quartal 2018, im Vorjahresquartal waren es nur 60,45 Milliarden gewesen. Der Gewinn pro Aktie übertraf mit 6,05 Dollar den Vorjahreswert von 3,75 Dollar und die Analystenschätzung von 5,55 Dollar.

Doch dann prognostizierte CEO Jeff Bezos einen Umsatz für das laufende Quartal von 56 bis 60 Milliarden Dollar. Im ersten Quartal 2018 schloss der Umsatz mit 51,04 Milliarden, es gäbe also einen Anstieg zwischen zehn und bestenfalls 18 Prozent.

Den operativen Gewinn im ersten Quartal 2019 taxiert Amazon auf 2,3 bis 3,3 Milliarden Dollar. Damit liegt die Untergrenze der Erwartungen beruhigend über dem tatsächlichen Wert vom Vorjahr bei 1,9 Milliarden Dollar.

An der Wall Street lag Amazon am Donnerstag zum offiziellen Handelsschluss mit 840 Milliarden Börsenwert deutlich vor Microsoft mit 801 Milliarden Dollar und war damit wertvollstes Börsenunternehmen der Welt.

Wie so oft war es die Cloud-Tochter AWS, die auch im Weihnachtsquartal für den Nachbrenner sorgte, der die Zahlen in luftige Höhen trieb. Der Umsatz der Cloud-Tochter kletterte um 45 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn der Sparte von 2,18 Milliarden Dollar (ein Plus von über 61 Prozent) erreichte zwei Drittel des gesamten operativen Gewinns des Konzerns. Und das generiert aus zehn Prozent des Gesamtumsatzes.

Am Vortag hatte Rivale Microsoft Zahlen präsentiert und ein Wachstum der Cloud-Plattform „Azure“ von 76 Prozent vermeldet. Allerdings nennt Microsoft keine absoluten Zahlen für Azure. Auf Dauer jedoch robbt sich Microsoft an den Marktführer Amazon heran, wenn das stärkere Wachstum anhalten sollte.

Problemfall Whole Foods

Als Problemkind könnte sich die Supermarktkette Whole Foods erweisen, die weiter nach neuen Wegen sucht, um starkes Umsatzwachstum zu generieren. Tatsächlich fiel der Umsatz in den physischen Stores des Konzerns von 4,52 auf 4,4 Milliarden Dollar. Amazon betreibt auch ein paar Buchläden und Gemischtwarenläden, aber die Masse des Geschäfts liefert Whole Foods. Hier verschärft sich der Konkurrenzdruck.

Nach dem sie zuerst praktisch in eine Art Schockstarre verfallen waren, werden alteingesessene Händler wie Kroger, Walmart oder Target immer aggressiver im digitalen Vertrieb und in der Renovierung ihrer Ladengeschäfte. Und sie zahlen es Amazon auch in digitaler Währung heim: Die Ketten Kroger und Walmart gehören 2018 zu den größten Neukunden für Microsofts Clouddienst Azure.

Einen interessanten Nebenaspekt gibt es noch, der vor allem Facebook und Google beunruhigen sollte. Im Segment „Sonstiges“ versteckt Jeff Bezos auch die Onlinewerbung, nach eigener Aussage größter Posten der 3,39 Milliarden Dollar großen Sparte.

Hier lag das Wachstum bei beachtlichen 95 Prozent zum Vorjahr. Douglas Clark von vom Marktforscher eMarketer: „Amazons Gewinne sprudeln vor dem Hintergrund starker Weihnachtsverkäufe, die ihrerseits die Werbeausgaben auf Amazon ankurbeln.“ Den Zuwachs in der Werbesparte beobachte eMarketer jetzt schon seit einigen Quartalen.

Der Angriff auf die Platzhirsche ist auch in der Onlinewerbung gestartet. So wie Amazon zusammen mit Berkshire Hathaway und JPMorgan in den Krankenversicherungs- und Pharma-Industrie einsteigen will und bereits einen Online-Medikamentenvertrieb, das Start-Up PillPack, übernommen hat.

Der Drogerie- und Apothekenriese Walgreens hat schon reagiert: Er hat sich mit Microsofts Cloud-Business verbündet um die Gefahr abzuwehren. Walgreens Boots Alliance hat im Januar einen Siebenjahres-Vertrag bei Azure unterzeichnet. Nach dem einfachen Motto: Der Feind meines Feindes ist mein Freund.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Startseite

0 Kommentare zu "Kampf der Cloud-Giganten: Amazon kann sich im Cloud-Zweikampf von Microsoft nicht absetzen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.