Kampf um die City: „Fashionboxen“ und Einchecken im Parkhaus: Diese Ideen sollen die Innenstädte retten
Um leere Geschäfte in Innenstädten zu vermeiden, setzen immer mehr Kommunen auf neue Einkaufserlebnisse.
Foto: dpaDüsseldorf. Wenn der Bürgermeister von Calw sich seine Innenstadt anschaut, packt ihn manchmal die Verzweiflung. „Ein Laden nach dem anderen macht dicht“, sagt Florian Kling. Gerade erst hat ein alteingesessener Spielwarenhändler aufgegeben, auch ein Eiscafé hat geschlossen. Im historischen Fachwerkhauskern häufen sich die Leerstände. „Manchmal denke ich, nach jedem Schritt vor geht es zwei Schritte zurück.“
Doch aufgeben will der 36-Jährige noch lange nicht. „Wir wissen, dass wir kämpfen müssen, um nicht den Anschluss zu verlieren“, sagt Kling, der sein Amt in der 25.000-Einwohner-Stadt im Schwarzwald erst im Dezember 2019 angetreten hat – kurz vor Ausbruch der Coronakrise. Seine wichtigste Strategie: Alle Beteiligten an einen Tisch holen, um Wege zu entwickeln, wie die Innenstadt wieder attraktiver wird.
So ließ Kling ein Centerkonzept erarbeiten, in dem erstmals die Branchen festgelegt werden, die in die Stadt passen. Ein städtischer Flächenmanager erfasst die Leerstände, um eine Basis für neue Konzepte zu haben. Und ganz zentral für den Bürgermeister: In einem „Arbeitskreis Innenstadt“ sammeln 60 Bürger und Interessenvertreter aus Vereinen, Gastronomie, Kultur und Handel Ideen für die Gestaltung der Stadt.