Kanada Firmen verbünden sich zum weltgrößten Cannabis-Anbieter

Die Unternehmen Aurora Cannabis und Cannimed Therapeutics schließen sich zusammen und werden zum weltgrößten Cannabis-Produzenten. Bald könnten sie groß abräumen, denn auch Kanada will den Konsum legalisieren.
Update: 25.01.2018 - 14:21 Uhr Kommentieren
Ab Mitte 2018 soll Cannabis in Kanada vollständig legalisiert sein. Quelle: dpa
Cannabis

Ab Mitte 2018 soll Cannabis in Kanada vollständig legalisiert sein.

(Foto: dpa)

TorontoIn Kanada schmieden zwei Unternehmen den weltgrößten Cannabis-Produzenten. Dafür übernimmt der zweitgrößte Marihuana-Anbieter des Landes, Aurora Cannabis, den kleineren Rivalen Cannimed Therapeutics für 852 Millionen Dollar. Weltweit ist die Cannabis-Industrie stark in Bewegung, nachdem immer mehr Länder, darunter Deutschland und Australien, medizinisches Cannabis erlauben. Hierzulande gibt es Cannabis seit März 2017 auf Rezept.

Kanada will den Cannabis-Konsum bis Mitte 2018 vollständig legalisieren – als weltweit zweites Land nach Uruguay. Die medizinische Nutzung ist dort schon seit 2001 möglich. Die Entwicklung hat zu zahlreichen Übernahmen unter den Anbietern geführt. In diesem Jahr liegt das Transaktionsvolumen bereits bei 1,2 Milliarden Dollar, mehr als doppelt so hoch wie im gesamten Jahr 2017.

Auch die Aktien der Unternehmen sind auf Höhenflug: Die Anteilsscheine von Aurora legten in den vergangenen drei Monaten um 395 Prozent zu, die Papiere von Cannimed um 257 Prozent. Erste Marktbeobachter warnen bereits vor eine Blase.

Elf Fakten zur Cannabis-Industrie
Grünes Gold
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Viele US-Bundesstaaten haben den Verkauf von Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisiert. In den USA ist seit einigen Jahren eine florierende Industrie um die grüne Droge entstanden. Ein Blick in die Statistik eines Marktes, der lange im Dunklen lag.

Steigender Umsatz
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Die Branchenzeitschrift „Marijuana Business Daily“ schätzt dem Umsatz des Einzelhandels mit medizinischem Cannabis in den USA auf 2,45 Milliarden Dollar. Hinzu kommen 1,8 Milliarden Dollar mit nicht-medizinischem Cannabis. Insgesamt werde der Einzelhandelsumsatz mit der Droge auf 11,9 Milliarden Euro bis zum Jahr 2020 ansteigen, sagen die Experten voraus.

Kein Vergleich zu Zigaretten und Alkohol
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Trotz des rasanten Wachstums ist Cannabis noch weit davon entfernt, die beliebteste Droge der Amerikaner zu werden. Mit Bier werden in den Staaten allein 106 Milliarden Dollar umgesetzt, mit Zigaretten 76,9 Milliarden Dollar.

Rauchen für die Staatskasse
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Auch die US-Steuerkasse profitiert von der Legalisierung. Nach Schätzungen beliefen sich die Steuereinnahmen im vergangenen Jahr auf 745 Millionen Dollar. Im Jahr 2020 wird der Staat sogar rund 2,3 Milliarden Dollar am Cannabishandel verdienen.

Jobmotor Joint
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Landesweit sind ganze 197.500 Arbeitnehmer direkt oder indirekt mit dem Verkauf von Cannabis beschäftigt. Zum Vergleich: Die Zahl der Bäcker in den USA wird auf 185.000 geschätzt.

Eine breit gefächerte Industrie
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Über die Zahl der Cannabis-Unternehmen gibt es unterschiedliche Angaben: „Marijuana Business Daily“ schätzt, dass es in der US-Cannabisindustrie 105 Testlabore, 1100 Produkthersteller, 3500 Anbauer und 4050 Cannabis-Shops gibt. Hinzu kommen rund 18.000 Subfirmen und Dienstleister.

Einfallsreiche Industrie
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Entsprechend kreativ sind die Unternehmen bei der Erfindung von Zusatzprodukten. Diese Snacks etwa sollen das Konsumerlebnis der Droge verstärken.

Der Appetit der Anleger bleibt aber groß. Die US-Beteiligungsgesellschaft Privateer Holdings, die ausschließlich in legales Cannabis investiert, erklärte am Donnerstag, mehr als 100 Millionen Dollar eingesammelt zu haben. Insgesamt hat Privateer Holdings 200 Millionen Dollar eingeworben und schätzt den weltweiten Markt für legales Cannabis auf rund 300 Milliarden Dollar.

Aurora hatte zunächst eine feindliche Offerte über 24 kanadische Dollar je Aktie für den Konkurrenten vorgelegt und war schließlich mit einer Erhöhung des Angebots auf 43 kanadische Dollar je Anteilsschein erfolgreich. Zusammen kommen die beiden Unternehmen auf einen Marktwert von 7,4 Milliarden kanadischen Dollar, womit sie in der Bewertung den bislang weltweit größten Anbieter Canopy Growth, ebenfalls aus Kanada, überholen, aber auch alteingesessene Unternehmen wie Bombardier. Canopy Growth hat aber immer noch größere Produktionskapazitäten.

  • rtr
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