Kapitalpolster aufgebraucht Lage bei Air Berlin immer dramatischer

Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft dämmt ihren Verlust im zweiten Quartal ein. Doch von Entspannung kann keine Rede sein: Das Minus beim Eigenkapital hat sich mehr als verdoppelt.
Update: 14.08.2013 - 21:11 Uhr 26 Kommentare

Air Berlins zahlreiche Baustellen

BerlinWolfgang Prock-Schauer bleiben bei Air Berlin kaum mehr als Durchhalteparolen. Die Fluggesellschaft kommt trotz drastischer Sparmaßnahmen nicht aus den roten Zahlen heraus. Unter ihrem neuen Chef Prock-Schauer kämpft die Airline zudem mit Gegenwind bei der Sanierung. Air Berlin halte an dem Ziel fest, mit dem Sparprogramm „Turbine“ in diesem Jahr 200 Millionen Euro einzusparen, sagte Prock-Schauer am Mittwoch.

„Wegen der gesamtwirtschaftlichen Eintrübung und des Marktumfeldes ist die Zielerreichung allerdings zunehmend anspruchsvoller geworden“, so der Österreicher. Ein konkretes Ergebnisziel nannte der seit Jahresanfang amtierende Air-Berlin-Chef am Mittwoch nicht, für weitere Auskünfte war Air Berlin nicht zu erreichen. Die Konzernführung hatte zuletzt für den Sommer eine Kehrtwende zum Besseren und für das Gesamtjahr operativ schwarze Zahlen versprochen.

Auch Anfang August sah Prock-Schauer Air Berlin auf dem richtigen Kurs. „Per heute haben wir bereits mehr als zwei Drittel unseres Sparziels für 2013 erreicht“, sagte er der Zeitung „Schweiz am Sonntag“. „Und ich bin zuversichtlich, das Gesamtziel zu erreichen.“

Fluggesellschaften

Top 5 der deutschen Fluggesellschaften im Jahr 2012

nach Passagierzahl (in Millionen)


Im zweiten Quartal lag der operative Verlust (Ebit) bei acht Millionen Euro nach einem Fehlbetrag von 29 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Nach dem tiefroten ersten Quartal stand zur Jahresmitte rechnerisch jedoch immer noch ein operativer Verlust von fast 200 Millionen Euro zu Buche. Unter dem Strich konnte Air Berlin den Verlust auf 38 Millionen Euro eindämmen, nachdem vor Jahresfrist hier noch ein Minus von 99,8 Millionen Euro gestanden hatte.

Nach einer übereilten Expansion und hohen Verlusten hat sich der Lufthansa-Konkurrent eine Rosskur verordnet, dem jede Zehnte der 9000 Stellen zum Opfer fällt. Der Personalabbau werde wie geplant vorangetrieben, zum Monatsende Juli habe die Fluggesellschaft 300 Vollzeitstellen abgebaut. 80 Prozent der für 2013 eingeplanten Ergebnisbeiträge des Sparprogramms „Turbine“ seien bereits abgesichert, sagte Prock-Schauer.

Mehr Liquidität, aber Riesen-Minus beim Eigenkapital
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26 Kommentare zu "Kapitalpolster aufgebraucht: Lage bei Air Berlin immer dramatischer"

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  • Dazu kommen noch OLT Express Germany, Aero Flight GmbH & Co. Luftverkehrs KG, Blue Wings AG, Bremenfly, Cirrus Airlines, Contact Air Flugdienst GmbH & Co. KG, Elbe Air Lufttransport, European Air Express Luftverkehrs GmbH & Co. KG (EAE), dauair AG.
    Diese deutschen Fluggesellschaften sind auch in den letzten Jahren vom Markt verschwunden.

  • Alle diese großen deutschen Fluggesellschaften sind mittlerweile Geschichte und nicht mehr existent: Hamburg International, Hapag Lloyd Express (HLX), LTU International Airways, Aero Lloyd, Deutsche BA, Lufthansa Italia, XL Airways Germany und das Sterben geht weiter. Mich würde es nicht wundern, wenn auch Air Berlin bald vom Markt der Billigflieger verschwindet. Ein befreundeter Flugkapitän, der mittlerweile seine berufliche Zukunft im arabischen Raum gefunden hat, sagte mir schon vor 2 Jahren das es Air Berlin als nächstes erwischen wird. Allgemein ist in Europa kein Profit mehr zu machen! Boomen wird der arabische, asiatische und indische Raum, Europa ist auf dem absteigenden Ast, nicht nur beim Flugverkehr und des Fluggesellschaften.

  • Lage kritisch? Wirkte da nicht ein Spitzenmanager Namens Mehdorn??

  • ................................
    ..AIR BERLIN..
    ................................
    ist keine AG, sondern eine PLC..
    deshalb gelten andere bilanzierungs-
    regeln - auch für das eigenkapital..
    ..
    ..

  • Ich persönlich werde mit diesem elenden Sauhaufen nicht mehr fliegen.

  • Weil man derzeit noch die Sanierungskosten hat.

  • Auf den Langstrecken läuft es doch gut. Da wird man sich in Zukunft noch etliche Passagiere von der Lufthansa holen.

  • Die Aufregung ist etwas unverständlich. Der Weg aus den roten Zahlen ist doch erkennbar. Das Luftverkehr extrem risikobehaftet ist, müsste eigentlich bekannt sein.Mit Etihad als Großaktionär können die nicht pleite gehen.

  • Der angebotene Service hat sicherlich auch die letzten Geschäftsreisenden vergrault und geht so ein wenig am Markt vorbei. Außerdem - ist es wirklich so eine gute Idee das ganze Flugzeug mit dem Duft von Currywurst zu beduften??

  • Im Kommentar, auf den Sie einsteigen, ging es um die Kerosinzuschläge, mit denen Herr Mehdorn nichts zu tun hatte.

    Diese Zuschläge haben das Reisen mit dem Flugzeug erheblich verteuert. Wenn Sie dies aus Sicht der Grünen betrachten wollen, dann sollten Sie sich einmal darüber informieren, wo u.a. Herr Trittin die letzten Weihnachten verbracht hat und wie er für die paar Tage dort hin gekommen ist.

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