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Karstadt-Gesellschaften Berggruen verkauft KaDeWe und Co.

Paukenschlag bei Karstadt: Der Milliardär und Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen verkauft zwei Filetstücke des angeschlagenen Warenhausriesen. Sie gehen an den Investor Rene Benko. Das Geld soll in die Kaufhäuser fließen.
Update: 16.09.2013 - 18:17 Uhr 14 Kommentare

Essen/DüsseldorfMilliardär und Karstadt-Eigner Nicolas Berggruen verkauft die wertvollsten Unternehmensteile der Warenhauskette. Die Berggruen-Holding trennt sich von je 75,1 Prozent der Anteile an Karstadt-Premium, das die Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München betreibt, und von Karstadt-Sport (insgesamt 28 Geschäfte). Käufer ist der österreichische Investor Rene Benko.

Die drei Premiumkaufhäuser heißen nicht nur so, bei ihnen soll das Geschäft auch deutlich besser laufen als beim Rest der Gruppe. Für den Verkauf der Anteile zahle Benko 300 Millionen Euro, teilte die Berggruen-Holding am Montag mit. Das Geld werde ausschließlich in die Standorte und die Modernisierung von Karstadt investiert. „Es fließt kein Kaufpreis an Berggruen Holdings.“ Die Kartellbehörden müssen der Transaktion noch zustimmen.

Das Kerngeschäft mit 83 Warenhäusern bleibe zu 100 Prozent bei Berggruen, der zudem 24,9 Prozent an den Premiumhäusern und Karstadt-Sport behält. Benkos Gesellschaft Signa sei bereits der mit Abstand größte Vermieter von Karstadt-Immobilien. Zuletzt habe Benko auch das Alsterhaus für gut 100 Millionen Euro vom Versorgungswerk der Ärztekammer Berlin erworben, berichtet das „Manager Magazin“. Damit besitze er die Immobilien der Premium-Häuser vollständig.

Berggruen bezeichnete das Geschäft in einer Mitteilung als „Beitrag zur weiteren Gesundung des Unternehmens“ und als „klares Bekenntnis zum Geschäftsmodell Warenhaus“. In dem Kerngeschäft mit den verbleibenden 83 Warenhäusern sehe er in den nächsten Jahren große Wachstumschancen. Der Geschäftsführer der Signa Holding, Christoph Stadlhuber, bezeichnete das Geschäft als „Meilenstein“ in der Geschichte des Unternehmens.

Der Österreicher hatte bereits bei Metro nach der Tochter Kaufhof vorgefühlt, der Düsseldorfer Handelsriese wollte dann aber doch nicht verkaufen. Zu einem möglichen Interesse an weiteren deutschen Warenhäusern wollte sich ein Signa-Sprecher nicht äußern. Benko ist als Immobilien-Unternehmer erfolgreich in Deutschland und in Österreich unterwegs, hat aber auch Probleme mit der Justiz in seinem Heimatland. Wegen versuchter Beamtenbestechung war er zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt worden. Seit August ist dieses Urteil rechtskräftig.

Berggruen-Vertrauter tritt als Aufsichtsratschef ab

„Wichtig ist darüber hinaus der Tarifweg, den das Management gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern geht“, so Berggruen. Im Mai hatte Karstadt eine zweijährige „Tarifpause“ angekündigt und im gleichen Zug für die Zeit bis 2015 bei den Arbeitgeberverbänden eine Mitgliedschaft ohne Tarifbindung angemeldet. Damit will der Warenhauskonzern drohende Mehrbelastungen in Millionenhöhe abwenden. Ziel der Gewerkschaft Verdi ist es, dass Karstadt zur Tarifbindung zurückkehrt. Dies werde 2016 vollständig in geschehen, versicherte am Wochenende Personalchef Kai-Uwe Weitz.

Zusammen mit dem Deal gab Berggruen einen Wechsel an der Spitze des Karstadt-Aufsichtsrats bekannt. Jared Bluestein, der auch Vorstandsmitglied der Berggruen-Holding ist, übergibt die Leitung nach knapp zweieinhalb Jahren an Stephan Fanderl. Der ehemalige Rewe-Manager ist seit dem Jahr 2008 für Wal-Mart tätig. Offenbar hatte Benko auf den Wechsel im Aufsichtsgremium gedrungen. „Ich bin froh, einen ausgewiesenen deutschen Handelsexperten für Karstadt gewonnen zu haben (...)“, sagte Berggruen. Bluestein bleibe als Vertreter der Berggruen-Holding Mitglied des Aufsichtsrats.

Die Cheffrage bei Karstadt bleibt damit weiter offen. Der Vertrag von Geschäftsführer Andrew Jennings wurde nicht verlängert, der Brite verlässt das Unternehmen zum Jahresende.

Berggruen hatte Karstadt 2010 aus der Insolvenz des Touristik- und Handelskonzerns Arcandor heraus übernommen und damit vor dem Aus bewahrt. Der Investor versprach damals, Arbeitsplätze zu erhalten und die Filialen zu modernisieren.

Und wie ist es um Karstadt selbst bestellt?

Das sind Deutschlands beliebteste Einkaufsmeilen
Europa Passage in Hamburg eröffnet
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Wo gehen die Deutschen am liebsten shoppen? Dieser Frage hat sich die BNP Paribas gewidmet und die Zahl der Passanten auf 85 Einkaufsstraßen in 25 Städten gemessen.

Die Europa Passage in Hamburg (Bild) liegt zwischen Alster und Mönckebergstraße – einer sehr beliebten Einkaufsmeile. Die Mönckebergstraße belegt zwar nur den 14. Platz im Ranking. Damit liegt sie aber immer noch deutlich vor der Tauentzienstraße, der frequenzstärksten Berliner Einkaufsmeile (Platz 28).

(Foto: dpa)
Shopping zwischen den Jahren - Handel erwartet starkes FinaleKönigsstraße
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Platz 10 – Königsstraße, Stuttgart

Zwar kein Spitzenreiter, aber in den Top Ten: 8066 Passanten passieren die Königsstraße stündlich. Damit belegt die Einkaufsmeile den zehnten Platz im Ranking von BNP Parabas Real Estate, im vergangenen Jahr war sie noch auf dem vierten.

(Foto: picture alliance / dpadpa / picture alliance)
Immobilien in Düsseldorf
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Platz 9 – Flinger Straße, Düsseldorf

Die Düsseldorfer Einkaufsstraße (im Bild: die Altstadt) rückt in die Spitzenklasse auf: Mit 8076 Passanten pro Stunde belegt sie im Ranking den neunten Platz. Wie eine Straße abschneidet, hängt nicht nur von den Geschäften ab. Auch das Wetter, besondere Veranstaltungen und Baustellen beeinflussen die Besucherzahlen.

(Foto: dpa)
Überfüllte Innenstadt von DortmundWestenhellweg
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Platz 8 – Westenhellweg, Dortmund

Tausende Menschen drängen sich über die Dortmunder Einkaufsstraße Westenhellweg. Genau genommen sind es stündlich 8810. Damit bleibt die Einkaufsmeile auf dem achten Platz. Der Westenhellweg bietet Shoppingbegeisterten eine Vielzahl von verschiedenen Geschäften an.

(Foto: picture-alliance / dpadpa / picture alliance)
Neuer FC Bayern Fan-Shop
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Platz 7 – Neuhauser Straße, München

Im neuen FC Bayern Fan-Shop hängt bereits das neue Heimtrikot für die Saison 2013/2014. Das kürzlich eröffnete Geschäft befindet sich auf der Neuhauser Straße in München – der am zweithäufigsten besuchten Shoppingstraße in Bayern. Im BNP-Ranking kommt die Einkaufsmeile auf den siebten Platz. 8862 Passanten flanieren pro Stunde über die Neuhauser Straße.

(Foto: dpa)
AdventsbeleuchtungGeorgstraße
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Platz 6 – Georgstraße, Hannover

Auf der Georgstraße in Hannover wurden 9280 Passanten pro Stunde gezählt. Damit schafft es die Einkaufsmeile auf den sechsten Platz.

(Foto: picture-alliance/ dpadpa / picture alliance)
Niki-de-Saint-Phalle-Promenade wird eingeweihtBahnhofstraße Hannover
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Platz 5 – Bahnhofstraße, Hannover

Hannover bringt es im Ranking gleich auf zwei Erwähnungen. Neben der Georgstraße platziert sich auch die Bahnhofstraße im Ranking. 10.922 Passanten kommen hier pro Stunde vorbei.

(Foto: picture-alliance / dpa/dpawebdpa/ picture alliance)

Karstadt selbst dagegen segelt in unruhigem Fahrwasser. Andrew Jennings hatte dem Warenhausriesen zuletzt bescheinigt, bei seiner Sanierung noch nicht über den Berg zu sein. Die Wegstrecke, die Karstadt vor sich habe, sei „weiter herausfordernd“, bilanzierte Jennings Anfang September. Karstadt beginne aber, erste Früchte des nach der Pleite und der Übernahme durch Berggruen begonnenen Umbaus zu ernten. Der Konzern habe einen „starken Umsatztrend“ im August verzeichnet.

„Wir starten mit leichtem Rückenwind in diesen Herbst, nachdem wir es zwölf Monate mit starkem Gegenwind zu tun hatten“, hatte Jennigs erklärt. Arbeitnehmervertreter hatten Karstadt-Eigner Berggruen in der Vergangenheit dazu aufgerufen, selbst in die Modernisierung des Konzerns zu investieren. Der aktuelle Umbau wurde nach Karstadt-Angaben aus dem Cash-Flow finanziert, also aus eigenen Mitteln. Karstadt hatte sich zur Sanierung einen Umbau verordnet, dabei kam es auch zum Abbau von 2000 Stellen.

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14 Kommentare zu "Karstadt-Gesellschaften: Berggruen verkauft KaDeWe und Co."

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  • Was will uns Laufrad damit sagen? Alle Juden stehen über dem Gesetz? Oder: die haben einen direkten Draht zu Gott? Oder: Juden schaffen das Unmögliche und können Tote abhören? Oder: alle Juden sind gleich? Oder: Murdoch und Berggruen sind Vettern ersten Grades und verfügen über kriminelle Energie? Wir freuen uns auf jeden Fall, wenn Laufrad noch mehr zum Besten gibt.

  • Ja und..... Ach ja: die halten alle zusammen und saugen natürlich Deutsche aus. Zusammen mit den Freimaurern und dem Papst..... Köstlich!!!

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.


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  • Da freuen sich aber die Parteistrategos der FDP garantiert darüber: Berggruen eine "Heuschrecke".

    Wer hätte denn sowas gedacht?

  • "...griechische Oligarchen vertreten durch..." - Sie mit ihren Klischee-Worthülsen: 1. lernen Sie schreiben. 2. Benko ist ein "Andreas-Hofer-man" - ein Tiroler!

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  • Wie bei Maschmeier ... mit der SPD im Boot:
    Schröder-Köpf sitzt sein 2011 bei Berggruen im Aufsichtsrat .. dann kappt auch mit den Subventionen

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