Kartellstrafen Brauereien müssen mit Millionen büßen

Der Kasten Bier ein Euro teurer: Wegen Absprachen bei Bierpreisen müssen mehrere Brauereien hohe Strafen zahlen. Das Bundeskartellamt verhängt Bußen unter anderem gegen Bitburger, Krombacher, Veltins und Warsteiner.
Update: 13.01.2014 - 10:42 Uhr 6 Kommentare
Bierproduktion bei Warsteiner: Die Flaschenpreise sollen illegal abgesprochen worden sein. (Bild: Archiv) Quelle: obs

Bierproduktion bei Warsteiner: Die Flaschenpreise sollen illegal abgesprochen worden sein. (Bild: Archiv)

(Foto: obs)

BonnDas Bundeskartellamt hat wegen verbotener Preisabsprachen bei Bier Bußgelder in Höhe von 106,5 Millionen Euro verhängt. Das teilte die Behörde am Montag in Bonn mit. Strafen zahlen müssen unter anderem Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner und Barre. Auch gegen sieben „persönlich Verantwortliche“ seien Strafen verhängt worden.

Der Vorwurf der Kartellwächter: Auf gemeinsamen Treffen und durch telefonische Kontakte seien Vereinbarungen über Preiserhöhungen in den Jahren 2006 und 2008 getroffen worden. „Für Flaschenbier wurde in 2008 eine Preiserhöhung abgesprochen, die zu einer Verteuerung des 20-Flaschen-Kastens von einem Euro führen sollte“, so Kartellamtspräsident Andreas Mundt. Auch bei Fassbier habe es Preisabsprachen gegeben: Der Hektoliter (100 Liter) soll dadurch fünf bis sieben Euro teurer geworden sein.

Straffrei kommt der Großkonzern AB InBev („Beck's“) davon. Er hatte die Kronzeugenaussage genutzt und die Absprachen bekannt gemacht. Auch die Brauereien, die jetzt büßen müssen, hatten mit dem Kartellamt kooperiert. Daher seien die Strafen im Zuge einer „einvernehmlichen Verfahrensbeendigung“ reduziert worden, teilte das Kartellamt weiter mit.

Gegen zwei Brauereikonzerne und vier regionale Brauereien in Nordrhein-Westfalen seien die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen.

  • mdo
  • dpa
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6 Kommentare zu "Kartellstrafen: Brauereien müssen mit Millionen büßen"

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  • ...warum tun jetzt alle so sehr überrascht!? Wenn der Staat am Bier soviel verdienen würde wie an Diesel/Benzin, dann wäre das Kartellamt nicht so aktiv geworden, denn Preisabsprachen sind da doch eigentlich auch bekannt und es wird nix unternommen. Also, weiter Autofahren und Biertrinken!

  • Gehen Sie im Laufe der Woche mal durch die bekannten Getränkemärkte.
    Sie werden feststellen, dass alle im Bericht genannten Biermarken (und auch so gut wie alle anderen) den Preis pro Kasten zum 02.01.2014 um jeweils 1,00 Euro erhöht haben.
    Die Strafe hatte wohl keine Wirkung? Oder darf sich die Industrie das Geld vom Verbraucher umgehend wieder zurückholen???
    Keine Kalkulation rechtfertigt die aktuellen Bierpreise und erst recht nicht die aktuelle Erhöhung. Wer nimmt denn mal Verantwortliche im Haft? Anderes hilft offensichtlich nicht.

  • perfekt. Der deutsche kunde zahlt und die strafe wird ins ausland verschenkt.

  • @statesman
    Das ist gut. Sie haben vollkommen recht mit Ihrer Geschmacksbeurteilung. Diese Brauereien nennen sich "Premium". Eigentlich die einzige Innovation innerhalb des Reinheitsgebotes der letzten 30 Jahre. Und sie führte zur "Einheitsplörre" Biere von kleinen Localbrauereien sind ohne wenn und aber vor zu ziehen. Übrigen diese Brauer sind auch gleich dumm, denn das Kartellamt hat sogar schriftliche Unterlagen gefunden. Auch deshalb ist die strafe in Ordnung. Am gleichen Bierpreis wird sich aber nichts tun, denn 70 % dieser Biere werden über Aktionen verkauft. ( 9,99 oder 10.49 € )

  • Preisabsprachen, auch beim Bier müßen bestraft werden.
    Nur der Endverbraucher, der die viel zu hohen Preise schon bezahlt hat, geht wie immer, leer aus.
    Abgesehen davon, ist für 10 ltr. Wasser gebraut mit Hopfen und Malz, ein Literpreis von ca. 1,50 €/ltr. schon sehr teuer!

  • Ich habe die Produkte aller bestraften Hersteller schon einmal getrunken.
    Sie schmecken alle gleich (nichtssagend).
    Darum ist auch nichts gegen einen Einheitspreis einzuwenden.

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