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Kaufhäuser Karstadt und Kaufhof verhandeln unter Zeitdruck die letzten Details zur Fusion

Die Kaufhausketten wollen nach dem Plazet des Kartellamts die Transaktion bis Ende November abschließen. Die Detailverhandlungen haben es in sich.
11.11.2018 - 15:30 Uhr Kommentieren
Karstadt und Kaufhof stehen vor dem extrem wichtigen Weihnachtsgeschäft, das eigentlich die volle Aufmerksamkeit des Managements beansprucht. Quelle: dpa
Karstadt und Kaufhof in Düsseldorf

Karstadt und Kaufhof stehen vor dem extrem wichtigen Weihnachtsgeschäft, das eigentlich die volle Aufmerksamkeit des Managements beansprucht.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Nachdem das Bundeskartellamt Ende vergangener Woche die Fusion von Karstadt und Kaufhof bewilligt hat, beginnt nun die Zeit des Zusammenschlusses. Bis Ende November, so die interne Planung, soll das sogenannte Closing laufen, also die endgültige Unterzeichnung der Verträge zwischen den Muttergesellschaften Signa und Hudson’s Bay Company. Die großen Linien stehen zwar, doch die Details haben es in sich.

Dabei müssen nicht nur komplizierte steuerrechtliche Fragen wie beispielsweise die Verwendung von Verlustvorträgen abschließend geklärt werden. Auch der endgültige Kaufpreis, den Signa Hudson’s Bay für die Beteiligung an Kaufhof zahlt, steht noch nicht fest. Denn viele offene Fragen haben auch finanzielle Auswirkungen, die berücksichtigt werden müssen.

Da ist zum einen die Entscheidung, ob das künftige Hauptquartier in der Karstadt-Zentrale in Essen oder am Kaufhof-Sitz in Köln ist. Auch die Frage, wie viele der 32.000 Mitarbeiter im Zuge der Fusion ihren Job verlieren, schlägt auf die Kosten durch. Bei Kaufhof gibt es bereits eine Betriebsvereinbarung für Sozialpläne im Fall von Kündigungen. Realistisch scheint, dass mittelfristig rund 3.000 Arbeitsplätze abgebaut werden.

Synergien werden auf 200 Millionen Euro geschätzt

Mit Erleichterung wurde bei den Beteiligten aufgenommen, dass das Kartellamt das Verfahren schon in der einmonatigen sogenannten ersten Phase abgeschlossen hat. „Weder aus der Perspektive der Verbraucher noch aus Sicht der Hersteller und Lieferanten gab es durchschlagende wettbewerbliche Bedenken“, begründete Kartellamtspräsident Andreas Mundt die rasche Entscheidung. Bei der Anmeldung der Fusion hatte er noch gesagt, er stelle sich „auf ein extrem umfangreiches und aufwendiges Verfahren ein“.

Für Kaufhof und Karstadt wäre eine vertiefte Prüfung, die vier Monate oder auch länger hätte dauern können, fatal gewesen. „Da herrscht jetzt Zeitdruck“, hieß es im Umfeld der Unternehmen. Denn schließlich können erst nach dem Closing die eigentlichen Synergien gehoben werden, die in den internen Planungen auf rund 200 Millionen Euro geschätzt werden.

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Dazu kommt: Die Händler stehen vor dem extrem wichtigen Weihnachtsgeschäft, das eigentlich die volle Aufmerksamkeit des Managements beansprucht. Nach dem eher unbefriedigenden Geschäftsverlauf im Sommer rechnen beide Unternehmen Insidern zufolge in diesem Jahr erneut mit roten Zahlen und weiter sinkendem Umsatz.

Zugleich bemühen sich aber die Führungsetagen, intern die Erfolge der bisherigen Sanierungsbemühungen herauszustreichen – wohl auch, um die Mitarbeiter trotz der schwierigen Gesamtsituation zu motivieren.

So betonte Karstadt-Finanzvorstand Miguel Müllenbach in einer Mail an die Mitarbeiter, die finanzielle Basis des Warenhausunternehmens sei vor dem Weihnachtsgeschäft „mehr als komfortabel“. Es stünden Mittel im dreistelligen Millionenbereich zur Verfügung.

Die Rolle der Kaufhof-Vorstände ist noch offen

Auch Kaufhof-Chef Roland Neuwald verkündete auf einem Führungskräftetreffen am Mittwoch vergangener Woche, das Ende vergangenen Jahres gestartete Restrukturierungsprogramm „Turn2Win“ habe bereits einen Beitrag in großer zweistelliger Millionenhöhe gebracht. Im Rahmen dieses Programms sind mehr als 300 Stellen in der Verwaltung abgebaut, Mieten neu verhandelt und Prozesse optimiert worden. Auch habe sich das Geschäft im dritten Quartal stabilisiert, der Oktober sei sogar besser gewesen als im Jahr zuvor.

Doch ob Neuwald auch im kommenden Jahr noch an der Sanierung mitwirkt, ist unklar. Denn weil Signa die Mehrheit an dem fusionierten Unternehmen halten wird, liegt die Führung in der Hand des heutigen Karstadt-Chefs Stephan Fanderl. Auch Müllenbach soll als Finanzchef gesetzt sein. Welche Rolle die Kaufhof-Vorstände künftig spielen, wird noch verhandelt.

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