HBC

Der Konzern hatte Kaufhof 2015 übernommen.

(Foto: Reuters)

Kaufhauskette Kanadische Kaufhof-Mutter Hudson's Bay Company weitet die Verluste aus

Kurz vor der geplanten Fusion mit Karstadt zieht das Europageschäft den Handelskonzern erneut nach unten. Dabei ist Deutschland gar nicht mal das größte Sorgenkind.
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Die kanadische Kaufhof-Mutter Hudson’s Bay rutscht tiefer in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal hat der kanadische Handelskonzern den Nettoverlust erneut gesteigert – auf umgerechnet 97 Millionen Euro.

Im entsprechenden Zeitraum des Vorjahrs hatte er noch bei 66 Millionen Euro gelegen. Auch der Umsatz ging um zwei Prozent auf umgerechnet 1,45 Millionen Euro zurück.

Ein Großteil der Verluste stammt aus dem Europageschäft, das HBC in ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Kaufhof-Konkurrenten Karstadt einbringen will. So stieg in Europa der Verlust im ersten Quartal von 53 auf 80 Millionen Euro.

HBC-Chairman Richard Baker äußerte jedoch die Hoffnung, dass die Fusion von Karstadt und Kaufhof ein Fundament bilden könnte, um die „Performance zu stabilisieren“, wie er es vorsichtig formulierte.

Dabei ist Kaufhof bei den gestiegenen Verlusten gar nicht das größte Problem. Zwar weist HBC die einzelnen Länder nicht separat aus, aber wie aus Unternehmenskreisen zu erfahren war, macht insbesondere das Geschäft in den Niederlanden massiv Sorgen.

Dort stehen hohen Investitionen in 13 neueröffnete Warenhäuser viel niedriger als erwarteten Umsätze gegenüber. Deshalb drohe dort in diesem Jahr ein Verlust in fast dreistelliger Millionenhöhe, heißt es.

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Bei Kaufhof dagegen zeigen sich offenbar die ersten Anzeichen, dass das Sanierungsprogramm „Turn 2 Win“ zu greifen beginnt. So sollen im zweiten Quartal zumindest die Verluste nicht weiter gestiegen sein – was angesichts der Entwicklung in der Vergangenheit schon als kleiner Erfolg zu sehen ist.

Der Umsatz jedoch soll Unternehmenskreisen zufolge weiter zurückgegangen sein. Ein Großteil der Maßnahmen, wie etwa der Abbau von 400 Stellen in der Kölner Verwaltung, dürfte aber erst in den kommenden Quartalen für Effekte in der Bilanz sorgen.

Trotz der gestiegenen Verluste zeigte sich die HBC-Chefin Helena Foulkes optimistisch, dass die Sanierungsmaßnahmen, die sie eingeleitet hat, bald Ergebnisse zeigen. „Wir haben harte Entscheidungen treffen müssen um HBC langfristig erfolgreich zu machen und jetzt die Möglichkeit zu haben, das Wachstum und die Profitabilität zu verbessern“, sagte sie bei der Vorlage der Zahlen.

Kann die Fusion Kaufhof und Karstadt retten?

Als erstes Zeichen für eine Verbesserung nannte Foulkes das operative Ergebnis (Ebitda), das sich im zweiten Quartal konzernweit von zwei auf 22 Millionen Euro verbessert hat. Erneut besonders gut entwickelt hat sich die US-Kette Saks Fifth Avenue, die ihren Umsatz auf vergleichbarer Fläche um 6,7 Prozent gesteigert hat.

In Europa dagegen dürfte die Trendwende noch etwas länger auf sich warten lassen. So rechnet das Unternehmen damit, dass sein Europageschäft im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich einen Verlust in Höhe von 194 Millionen Euro machen wird. Dies geht aus einem internen Papier vor, das der Wirtschaftswoche vorliegt.

Danach dürfte auch die geplante Fusion mit Karstadt keinen kurzfristigen Turnaround bringen. So gehen die Unternehmen den Unterlagen zufolge davon aus, dass ihr Joint-Venture im kommenden Jahr einen Verlust von 115 Millionen Euro machen dürfte. Langfristig aber erwarten sie, dass die Einsparungen aus der Fusion das Unternehmen in schwarze Zahlen führen können.

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