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KB Holding Thiele-Erben trennen sich von Hälfte ihres Lufthansa-Pakets – mit ungewöhnlich großem Abschlag

Die Familiengesellschaft KB Holding hat 33 Millionen Lufthansa-Aktien abgestoßen. Der Kurs des Papiers der Airline gibt kräftig nach.
20.05.2021 Update: 21.05.2021 - 11:40 Uhr 2 Kommentare
Thiele hatte die Rettung der Lufthansa in der Corona-Krise im Sommer 2020 zur Zitterpartie gemacht. Quelle: AFP
Lufthansa-Jet

Thiele hatte die Rettung der Lufthansa in der Corona-Krise im Sommer 2020 zur Zitterpartie gemacht.

(Foto: AFP)

Düsseldorf Knapp drei Monate nach dem Tod des Münchener Selfmade-Milliardärs Heinz Hermann Thiele haben sich seine Erben von gut der Hälfte ihres Lufthansa-Aktienpakets getrennt. Die Familiengesellschaft KB Holding erlöste mit dem Verkauf von 33 Millionen Lufthansa-Aktien am Donnerstagabend innerhalb weniger Stunden 323 Millionen Euro, wie die mit der Platzierung beauftragte Investmentbank mitteilte.

Der Preis lag mit 9,80 Euro um zehn Prozent unter dem Xetra-Schlusskurs von 10,87 Euro – ein ungewöhnlich großer Abschlag. Die KB Holding reduziert damit ihren Anteil an der Lufthansa von zuletzt 10,04 auf etwa 4,5 Prozent, bleibt aber voraussichtlich immer noch deren zweitgrößter Aktionär nach dem Bund. Der bundeseigene Wirtschaftsstabilisierungsfonds hält seit Juli vergangenen Jahres 20,05 Prozent der Anteile an dem MDax-Konzern.

Der Paket-Verkauf brachte die Lufthansa-Aktie unter Druck: Die Papiere fielen am Freitag im Xetra-Handel bis auf ein Tagestief bei 10,13 Euro und notierten gegen 12 Uhr mehr als sechs Prozent unter dem Schlusskurs des Vortags bei 10,18 Euro.

Der Teilverkauf der KB Holding dürfte im Zusammenhang mit der Erbschaftsteuer stehen, die auf das mit zwölf bis 15 Milliarden Euro geschätzte Vermögen Thieles fällig wird. Zwar fließt ein Großteil der Besitztümer nach dem Willen des Verstorbenen in eine nicht gemeinnützige Familienstiftung. Dennoch wird die Finanzverwaltung nach Einschätzung von Experten einen milliardenschweren Betrag von den Hinterbliebenen fordern. Jeweils 30 Prozent beträgt der Steuersatz, den Erben hier im Normalfall zu zahlen haben. Zu ihnen zählen Thieles zweite Ehefrau Nadia, Tochter Julia und Sohn Hendrik.

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    Lufthansa hatte zuletzt von anziehendem Geschäft berichtet

    Die künftigen Geschäftsaussichten der Lufthansa dürften hingegen kaum ein Grund für den Paketverkauf gewesen sein. Noch am Mittwoch hatte das Bankhaus Metzler das Kursziel der Airline-Aktie auf 14,80 Euro hochgestuft und die Papiere zum Kauf empfohlen.

    Kurz zuvor hatte die Fluggesellschaft über ein stark anziehendes Geschäft in den vergangenen zwei Wochen berichtet. Die Nachfrage für Flüge nach New York, Miami oder Los Angeles habe sich im Vergleich zum Vormonat um 300 Prozent erhöht, hatte der Konzern mitgeteilt.

    Auch Touristenbuchungen für Flüge nach Griechenland, Spanien, Italien und Portugal hätten sich verdreifacht. Ab Juni wolle man den Flugplan wieder ausbauen.

    Thiele hatte die Rettung der Lufthansa in der Coronakrise im Sommer 2020 zur Zitterpartie gemacht, weil er sich als Großaktionär bis zum letzten Moment geweigert hatte, die Bedingungen der Teilverstaatlichung zu akzeptieren. Er war während der Pandemie auf Schnäppchenjagd und bei der Lufthansa eingestiegen. Er hielt zeitweise mehr als 15 Prozent der Anteile.

    Der Milliardär hatte seine Anteile an Lufthansa bereits vor seinem Tod reduziert. Quelle: AFP
    Heinz Hermann Thiele

    Der Milliardär hatte seine Anteile an Lufthansa bereits vor seinem Tod reduziert.

    (Foto: AFP)

    Thieles Beteiligungen an börsennotierten Unternehmen sollen bis zum Jahresende in eine Stiftung eingebracht werden, wie aus seinem Testament hervorgeht. Mit Blick auf seine Mehrheitsbeteiligungen am Münchner Lkw- und Bahn-Zulieferer Knorr-Bremse und am Bahntechnik-Konzern Vossloh hatte die Familie betont, die Anteile blieben vollständig in ihren Händen.

    Der Stiftung und Thieles Tochter Julia Thiele-Schürhoff gehören dann zusammen 59 Prozent an Knorr-Bremse und 50,1 Prozent an Vossloh. Zur Lufthansa-Beteiligung der KB Holding hatte es ein so konkretes Bekenntnis nie gegeben.

    Thiele hatte bei Knorr-Bremse 1969 als Patent-Sachbearbeiter begonnen, kaufte seinen Arbeitgeber in der Krise 1985 auf und baute den Mittelständler zum Weltmarktführer für Lastwagen- und Zug-Bremsen aus. 2018 brachte Thiele den Konzern an die Börse und erlöste damit rund vier Milliarden Euro. 2011 stieg er bei Vossloh aus dem sauerländischen Werdohl ein.

    Mit Agenturmaterial

    Mehr: Heinz Hermann Thiele hat seine Anteile testamentarisch in eine Familienstiftung eingebracht

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    2 Kommentare zu "KB Holding: Thiele-Erben trennen sich von Hälfte ihres Lufthansa-Pakets – mit ungewöhnlich großem Abschlag"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Etwas Liquidität für die Erbschaftssteuer kann nicht schaden.

    • 10% Abschlag ist nicht ungewöhnlich hoch.
      Es wurden ca. 5% der Anteile platziert - das hört sich irgendwie normal an.

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