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Ketchup-Hersteller Kraft Heinz muss Milliarden abschreiben – Aktie verliert mehr als 27 Prozent

Die US-Börsenaufsicht SEC untersucht die Bilanzierungspraxis des Konzerns. Auch in Deutschland gibt es neuen Ärger für Kraft Heinz.
Update: 22.02.2019 - 22:25 Uhr Kommentieren
Kraft Heinz gehört weltweit zu den größten Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen. Quelle: dpa
Tomatenketchup von Heinz

Kraft Heinz gehört weltweit zu den größten Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen.

(Foto: dpa)

New York, HamburgDer Ketchup-Hersteller Kraft Heinz hat mit seinem Quartalsbericht die Anleger an der Wall Street schockiert: Der Nahrungsmittelkonzern ist 2018 wegen einer 16 Milliarden Dollar hohen Abschreibung auf den Wert vieler Marken tief in die roten Zahlen gerutscht.

Unter dem Strich stand 2018 ein Minus von 10,3 Milliarden Dollar (9,1 Milliarden Euro) nach einem Gewinn von knapp elf Milliarden Dollar im Vorjahr, wie das Unternehmen am Donnerstag (Ortszeit) in Pittsburgh und Chicago mitteilte. Für das abgelaufene Quartal wies das Unternehmen auf bereinigter Basis einen Gewinn je Aktie von 84 Cent aus. Analysten hatten im Schnitt mit 94 Cent gerechnet.

Der Aktienkurs Unternehmens brach am Freitag zu Handelsstart an der Wall Street um mehr als 27 Prozent ein. Das ist der größte Kurssturz seit der Fusion von Kraft und Heinz vor rund vier Jahren. Das Papier kostet nun etwa 35 Dollar – Anfang 2017 waren es noch mehr als 90 Dollar.

Kraft Heinz verfolgt seit Jahren eine Strategie, die auf schuldenfinanzierten Übernahmen und rücksichtslosen Kosteneinsparungen beruht. Viele Aktionäre stehen hinter dieser Unternehmensausrichtung, nicht zuletzt auch Warren Buffett. Die Investorenlegende ist der größte Anteilseigner des Ketchup-Herstellers.

Doch zur Vorstellung der Zahlen musste Konzernchef Bernardo Hees zugeben, dass diese Strategie im vergangenen Jahr nicht aufgegangen ist. Unerwartet hohe Kosten und überraschend niedrige Einsparungen bringen sie ins Wanken. So lag auch der Nettoumsatz mit 6,89 Milliarden Dollar unter den Expertenprognosen.

Fraglich bleibt aber, ob die schwachen Zahlen für ein Umdenken sorgen werden. So erklärte Hees die Konsolidierung als eine der Hauptaufgaben der Branche in diesem Jahr. Kraft Heinz könnte daher weitermachen, wie zuvor: eine Riesenübernahme anstreben, die Kosten senken und anschließend – so die Hoffnung – den Gewinn steigern.

Allerdings sind es nicht nur die Abschreibungen, die den Konzern belasten. Kraft Heinz gab außerdem an, dass die US-Börsenaufsicht SEC die Buchhaltungspraktiken in der Beschaffungsabteilung untersucht. Das Unternehmen erklärte, dass es eine interne Untersuchung in dieser Angelegenheit abgeschlossen habe, die zu einer separaten Belastung von 25 Millionen Dollar (rund 22 Millionen Euro) im Quartal geführt habe. Der Aufwand habe unter anderem höhere Kosten für Zutaten betroffen, die in den Vorquartalen hätten erfasst werden müssen.

Auch in Deutschland hat Kraft Heinz Schwierigkeiten, die Stärke seiner Marken auszuspielen: Wie die „Lebensmittel Zeitung“ berichtet, sind sich die Amerikaner und Edeka schon vor einem Jahr nicht über Preise einig geworden. Seitdem seien das Vorzeigeprodukt Heinz-Ketchup und weitere Soßen bei Edeka ausgelistet. Der größte deutsche Supermarktbetreiber baut im Gegenzug seine Eigenmarke in dem Bereich aus.

Kraft Heinz gehört weltweit zu den größten Nahrungsmittel- und Getränkeunternehmen. Das Portfolio umfasst auch das Getränkesortiment Capri Sun und Oscar Mayer Hot Dogs.

Mit Agenturmaterial

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