Kinder-Ernährung Foodwatch will Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten

Für die Organisation Foodwatch ist eine Selbstverpflichtung von Unternehmen für „verantwortliches Kindermarketing“ gescheitert. Foodwatch will nun ein Verbot von Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel.
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Der Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, Thilo Bode. Die Organisation will Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten lassen. Quelle: dapd
Verbraucherschutz

Der Geschäftsführer der Verbraucherschutzorganisation Foodwatch, Thilo Bode. Die Organisation will Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten lassen.

(Foto: dapd)

BerlinDie Verbraucherschutzorganisation Foodwatch und Gesundheitsexperten haben ein Werbeverbot für ungesunde Kinderlebensmittel gefordert. „Freiwillige Maßnahmen, die Kindermarketing verantwortungsvoller gestalten sollen, sind gescheitert“, sagte der Experte für Kinderernährung bei Foodwatch, Oliver Huizinga, am Montag in Berlin.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) müsse dafür sorgen, dass nur noch gesunde Lebensmittel an Kinder vermarktet werden dürfen. Nötig sei eine Regelung auf Basis von Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation WHO, die in diesem Jahr veröffentlicht wurden, sagte Huizinga. Das sogenannte Nährstoff-Profiling der WHO hilft, Lebensmittel je nach ihrem Gehalt an Fetten, Zucker und Salz in Kategorien einzuteilen. Regierungen können das Modell als Grundlage für Werbeverbote nutzen.

2007 verpflichteten sich Unternehmen zu einem verantwortungsvollen Marketing für Kinderlebensmittel. Laut einer Foodwatch-Studie erfüllen 90 Prozent der Lebensmittel der Unterzeichner in Deutschland die WHO-Kriterien nicht. Aus Sicht der Verbraucherschützer sind diese Kriterien zu „lasch“. An die Selbstverpflichtung halten sich die Unternehmen laut einem Bericht aber weitgehend.

Diese Händler machen Deutschland satt
Platz 10: Globus
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Die Supermarktkette aus dem Saarland entwickelte bereits 1966 ein Konzept, das einem modernen Supermarkt ähnelt. Heute beschäftigt das Unternehmen rund 18.500 Mitarbeiter in 46 SB-Warenhäusern. Im Jahr 2015 erreichte die Globus-Gruppe einen Umsatz von 4,82 Milliarden Euro.

Quelle: TradeDimensions

Platz 9: Rossmann
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Die Drogeriekette kann den Umsatz mit Lebensmitteln im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern. Waren es 2014 noch 5,41 Milliarden Euro, machte Rossmann im vergangenen Jahr 5,75 Milliarden Euro Umsatz. Die Drogeriekette von Dirk Roßmann verkauft vor allem Bio-Lebensmittel und Wein.

Platz 8 : dm
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Der erste dm-Markt eröffnete 1973 in Karlsruhe. Heute ist dm in zwölf europäischen Ländern mit über 3.200 Marken präsent. Mit 7,03 Milliarden Euro Umsatz dürfte der Drogeriekonzern durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken.

Platz 7: Tengelmann
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2015 gehörte die Handelskette aus Mühlheim an der Ruhr noch zu den größten Lebensmittelhändlern der Republik mit einem Umsatz von 7,7 Milliarden Euro im Jahr 2015. Im März 2016 wurde allerdings die Übernahme durch den Konkurrenten Edeka von Wirtschaftsminister Gabriel genehmigt.

Platz 6: Lekkerland
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Der Handelsriese mit Sitz in Frechen beliefert vor allem die Shops von Tankstellen und kleine Büdchen. Das Geschäft mit dem Spontan- und Spätkauf katapultiert Lekkerland unter die größten Händler mit einem Umsatz von 9,08 Milliarden Euro.

Platz 5: Metro-Gruppe
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Zum Dax-Konzern gehört mit Metro Cash&Carry nicht nur der führende Lebensmittel-Großhändler, sondern auch die real-Supermärkte. Damit nehmen die Düsseldorfer unter Deutschlands Lebensmittelhändlern eine führende Position ein. Dennoch büßte die Gruppe im Vergleich zu 2014 mehr als drei Milliarden Euro ein und brachte es im vergangenen Jahr auf einen Umsatz in Höhe von 26,13 Milliarden Euro. Verantwortlich dafür ist der Verkauf der Warenhaussparte Galeria Kaufhof.

Platz 4: Aldi
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Beim Lebensmittelabsatz landet der Discounter auch in diesem Jahr nicht auf dem Treppchen – überholt aber Metro und landet auf Platz vier. Der Umsatz stieg 2015 auf 27,8 Milliarden Euro. Aldi Nord und Aldi Süd legten gemeinsam um 1,5 Prozent zu.

  • dpa
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5 Kommentare zu "Kinder-Ernährung: Foodwatch will Werbung für ungesunde Lebensmittel verbieten"

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  • Wieso soll die Werbung für ungesunde Kinderlebensmittel verboten werden? Erwachsene haben also keinen Anspruch auf Schutz vor menschenfeindlichem Verhalten der Wirtschaft???

  • Frau Anna Buschmann
    Jedem, was er mag und inkauf nimmt – ich fürchte nur, dass Sie nicht ganz Deutschland bekochen können... abgesehen von Ihren "gelegentlichen" Fehlern, deren Maß Sie nicht labormäßig prüfen, also das Wort "gelegentlich" gar nicht verifizierbar ist. Ich würde wetten, dass Fehler in der Küche bevölkerungsweit massenhaft gemacht werden ohne sie zu kennen.

    Die Entscheidung, ob "convenient" oder aufwändigere Handarbeit, hat sowieso mehr als nur eine Facette.... und die Ablehnung des industriell Hergestellten ist nicht unbedingt objektiv zustandegekommen.

  • Mal ganz davon abgesehen, dass ich Werbung für Lebensmittel per se als unnötig betrachte, bin ich doch der Ansicht, das Werbung niemanden zum Kauf zwingt. Was man für seine Kinder kauft entscheiden immer noch die Eltern selbst. Und wenn die ihre Kinder ungesund ernähren, dann sollte man die Eltern aufklären und nicht die Werbung verbieten.
    Ja, unsere Kinder/Jugendlichen werden immer dicker. Das liegt aber nicht an der Werbung sondern an fehlender Zeit. Da wird schon dem 2-jährigen für die Kitta die Milchschnitte eingepackt und der joghurtzwerg oder der Kuh-Pudding weil den Eltern diue Zeit fehlt morgens ein Brot zu schmieren, Quark anzurühren oder einen Pudding zu kochen. Die Kleinsten werden damit groß, dass es abends was aus der Microwelle oder vom Schnellrestaurant gibt. Da kann niemand erwarten, dass sich die Jugendlichen anders verhalten. Da wird halt mal was vom Bäcker geholt - und ein süßes teilchen schmeckt oft besser als eine mit Majo geschmiertes brötchen.

    Sorg dafür, das Väter oder Mütter zeit für die Familie haben, kochen und backen können und ihr bekommt von ganz allein wieder schlankere Menschen.

  • und alles schmeckt auch immer schön gleich.

    da lob ich mir dann doch die eigene Küche - mit gelegentlichen Fehlern.

    Aber bei mir schmeckt eine Lasagne anders als ein Steak - und eintopf oder Gulasch je nach zutaten immer etwas anders.

  • Es gibt keine per se ungesunden Lebensmittel außer wenn sie verdorben sind, Alkohol, Konservierungsstoffe oder Pflanzenschutzmittlrückstände in gewissen Mengen enthalten enthalten oder eigene Gifte produzieren (z.B. Pilze). Alles andere ist eine Frage der Menge und Ausgewogenheit, die nicht durch jedes einzelne Lebensmittel erreicht sein muss. Es ist eine erzieherische Fehlleistung von Foodwatch, auf Grundlage abstruser Ernährungspostulate zu bestimmen, was ungesund ist. Foodwatch benötigt selber mehr Ernährungsbildung auf sachlicher Grundlage, die auch ganz allgemein kein Fehler ist. | Die unkontrollierteste Verarbeitung von Lebensmitteln dürfte übrigens in der häuslichen Küche stattfinden (z.B. beim Braten/Überhitzung, statistisch auch bei der Hygiene), während die Industrie auf Spezifikationen der Rohstoffe achtet, Laboranalysen der fertigen Produkte macht und hygienisch überwacht wird. Was drin ist, steht der Menge nach geordnet auf jeder Einzelhandespackung drauf.

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