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Kinobetreiber Blockbuster bleiben aus: Der Kinobranche droht ein Kahlschlag

In den USA und Großbritannien müssen mehr als 660 Kinos schließen. Auch deutsche Betreiber sind auf Blockbuster wie den neuesten James Bond angewiesen.
05.10.2020 Update: 05.10.2020 - 16:12 Uhr Kommentieren
Fans des britischen Geheimagenten müssen sich bis zum kommenden Frühjahr gedulden. Quelle: dpa
James-Bond-Film „Keine Zeit zu sterben“

Fans des britischen Geheimagenten müssen sich bis zum kommenden Frühjahr gedulden.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Die Corona-Pandemie führt zu einem Kahlschlag in der Kinobranche: Die vorübergehende Schließung aller Cineworld-Kinos in Großbritannien und den USA kostet rund 45.000 Mitarbeiter ihre Jobs. Ab Donnerstag macht der weltweit zweitgrößte Kinobetreiber nach AMC 536 Lichtspielhäuser in den USA und 127 in Großbritannien zeitweise dicht.

Es gehe darum, Kosten zu sparen und das noch vorhandene Geld zusammenzuhalten, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Schritt hatte sich am Wochenende angedeutet. Zu Beginn der Coronakrise blieben die meisten Kinos weltweit zunächst geschlossen.

Seit der langsamen Wiedereröffnung im Sommer können die Häuser aufgrund der Hygiene- und Abstandsauflagen deutlich weniger Besucher empfangen, was es schwer macht, überhaupt kostendeckend zu operieren. Hinzu kommt, dass Premieren wie der neue James-Bond-Film „No time to die“ oder Marvels „Black Widow“ auf die lange Bank geschoben werden und damit Kassenschlager fehlen, die besonders viele Zuschauer anziehen.

Der neueste 007-Streifen „No Time to Die“ sollte eigentlich schon im Frühjahr laufen. Wegen der Kinoschließungen wurde der Start dann auf November verschoben und am Freitag nochmal auf Anfang April 2021. Solche Blockbuster wie James Bond können viele Millionen Dollar in die Kassen spülen. „Skyfall“ von 2012 brachte weltweit über eine Milliarde Dollar ein, 880 Millionen Dollar waren es bei „Spectre“ 2015.

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    Die Verbschiebung ist auch für die deutschen Kinobetreiber eine Hiobsbotschaft. Die Branche leidet stark unter der Coronakrise. Die Verschiebung von neuen Filmstarts und reduzierte Sitzplatzkapazität in den Kinosälen sorgen für einen Umsatz- und Besucherrückgang von 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

    Cineworld schließt fast 670 Kinos

    Michael Pawlowski, Mitgesellschafter der Filmpalast-Gruppe, hat kein Verständnis für die erneute Verschiebung: „Der Start von Tenet hat doch gezeigt, dass Filme erfolgreich gestartet werden können.“ Der Film von Star-Regisseur Christopher Nolan kam Ende August deutschlandweit in den Kinos und lockte allein in den ersten fünf Tagen fast 400.000 Besucher in die Kinosäle.

    Auch Christine Berg, Vorstandsvorsitzende des Hauptverbands Deutscher Filmtheater, bezeichnet die Entscheidung als harten Schlag. „Die Auswirkungen der Verschiebung sind sowohl wirtschaftlich als auch seitens der Symbolkraft enorm, Bond war definitiv ein Hoffnungsträger für die Kinos.“ Da Blockbuster vorerst nicht mehr kommen, brauchen wir nun mehr denn je die deutsche Filme, so Berg.

    Für Pawlowski, Betreiber von deutschlandweit knapp 20 Kinos, war der neue 007-Streifen ein Hoffnungsträger, den Verlust an Besuchern und damit auch Geld zum Ende des Jahres hin aufhalten zu können. „Aktuell bringen wir jeden Tag Geld mit, um unsere Kinos zu öffnen“, sagt der 65-Jährige. „Ohne neue Filme können wir nicht überleben.“

    Bis zum Jahresende werden mehr als 65 Millionen Besucher fehlen, rechnet Pawlowski vor. Dies bedeutete einen Verlust von mehr als 300 Millionen Euro für die Branche.

    Cineworld-Aktie bricht ein

    Vorrübergehende Kinoschließungen sind auch für Pawlowski denkbar. Eines von vielen möglichen Szenarien, die aktuell diskutiert werden, wäre die Kinos nur an drei oder vier Tagen die Woche zu öffnen. Das würde auch die Mitarbeiter treffen. Pawlowski erklärt, dass das Modell der Kurzarbeit voraussichtlich noch weiter ausgedehnt wird. Damit dürfte der Kinobetreiber nicht alleine dastehen, in keinem deutschen Kino gebe es aktuell Normalbetrieb.

    Einer der wenigen möglichen Kassenschlager in diesem Jahr ist nun noch „Wonder Woman 1984“, der an Heiligabend in die Kinos kommen soll. Fortsetzungen von „Top Gun“ mit Tom Cruise oder der erfolgreichen Reihe „Fast & Furious“ wurden ebenfalls auf Frühjahr verlegt. Andere neue Filme wurden erst gar nicht in Kinos gezeigt, sondern waren über Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime im heimischen Wohnzimmer abrufbar. Auch „Mulan“ von Disney gehört dazu.

    In London brach die Cineworld-Aktie um bis zu 60 Prozent auf ein Rekordtief von 15,64 Pence ein. Bereits im Jahresverlauf hatte sie rund 80 Prozent an Wert eingebüßt.

    Cineworld beschäftigt rund 37.500 Menschen in den USA, Großbritannien und Mitteleuropa. Von den Schließungen sind allerdings auch Reinigungskräfte und das Sicherheitspersonal betroffen. Bisher ist unklar, wann Cineworld die Türen der Kinos wieder öffnet. Dies hänge von der Entwicklung der Corona-Pandemie ab, teilte das Unternehmen mit.

    Da momentan die Infektionszahlen in vielen Ländern wieder steigen und strengere Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zur Folge haben, ist die Furcht groß, dass auch die wenigen Kinogänger wegbleiben. Große Ketten wie Cineworld oder AMC Entertainment hatten bereits angekündigt, sich anderweitig Geld besorgen zu müssen, da sie nicht genug einnehmen.
    Mit Agenturmaterial

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