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Klavierbauer Chinesen prüfen angeblich Übernahme von Steinway

Beim weltbekannten Klavierbauer könnten bald chinesische Investoren die Kontrolle übernehmen. Investor John Paulson soll einen Verkauf prüfen.
07.08.2018 Update: 07.08.2018 - 15:06 Uhr Kommentieren
Klavierbauer: Chinesen prüfen Übernahme von Steinway Quelle: dpa
Klavierbauer Steinway

Das Unternehmen wird vom Finanzinvestor John Paulson kontrolliert.

(Foto: dpa)

Hamburg Nach der Braunschweiger Piano-Marke Schimmel könnte auch die weltbekannte Marke Steinway an einen chinesischen Investor gehen. Das Konglomerat China Poly Gruppe erwäge ein Gebot für den Hersteller, der in New York und Hamburg produziert, meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg am Dienstag.

Bislang gehört der traditionsreiche Hersteller dem amerikanischen Milliardär John Paulson. 2013 kaufte der Hedgefonds-Manager den von einem deutschen Auswanderer in New York gegründeten Flügel- und Klavierhersteller für 512 Millionen Dollar und nahm das Unternehmen von der Börse. Er zahlte mit Geld, das er in der Finanzkrise mit Wetten gegen faule Immobilienkredite gewonnen hatte.

Paulson hebt seitdem schrittweise die Preise für die Instrumente an. Zudem lässt er in Hamburg auch digitale Technik einbauen. Selbstspielende Klaviere sollen wohlhabende Kunden erreichen, die keine Musiker sind. Damit hofft Paulson auf besonderen Erfolg in China. Er, Poly und Steinway kommentierten die aktuelle Meldung nicht.

In China stellen Unternehmen wie Schimmel-Käufer Pearl River schon lange preisgünstige Klaviere her. Neben Poly könnten noch weitere Bieter auftauchen, meldete Bloomberg. Der staatliche Konzern, einst als Lieferant für das Militär gegründet, hat eine Kultur-Sparte. Sie betreibt unter anderem Theater, in denen etwa das Musical „Cats“ gezeigt wurde.

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Standort erkennen

    Wachstumsstory China

    Experten meinen, Steinway könne eine hohe Bewertung erzielen, da 30 bis 40 Prozent jährliches Wachstum in China möglich seien. Eine chinesische Muttergesellschaft könnte dabei ein Verkaufsnetz zur Verfügung stellen.
    Limitiert ist die jährliche Anzahl an möglichen Instrumenten allerdings bislang durch mangelnde Kapazitäten. In Hamburg-Bahrenfeld bauen 430 Menschen die Flügel, die nach Europa, Asien und seltener auch nach Afrika verkauft werden. Eine zweite Fabrik am Stammsitz im New Yorker Stadtteil Queens bedient die USA.

    Chinesische Investments im Blick – Deutsche Unternehmen sollen besser geschützt werden

    Neue Vertriebsideen von Hamburg aus entwickelt Deutschlandchef Guido Zimmermann, den Investor Paulson persönlich von der benachbarten Luxus-Füllfedermarke Montblanc geholt hat. Die Personalie markierte eine Zeitenwende: Zimmermanns Vorgänger Werner Husmann hatte mit 17 in dem Unternehmen als Lehrling angefangen und 50 Jahre dort gearbeitet.

    Husmann ist heute „Ehrenvorsitzender“ des im April dieses Jahres in Schanghai eröffneten dritten Steinway-Standorts neben New York und Hamburg. Auch dieser Schritt zeigt die Hinwendung nach China.

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