Klimaneutrale Treibstoffe: Bratfett statt Diesel: So will die Schifffahrt sauber werden
Zusammen mit dem Schwesterschiff „Siem Aristotle“ ist der Seetransporter der erste Transatlantik-Autofrachter, der durchgehend im LNG-Betrieb fährt.
Foto: MAN Energy SolutionsDüsseldorf. Ein Treibstoff aus Bioabfällen und gebrauchtem Speiseöl brachte den Öltanker „Pacific Beryl“ der Reederei Eastern Pacific Shipping (EPS) Anfang November in elf Tagen über den Atlantik. Ihm folgte als zweiter Biodiesel-Frachter die „MOL Experience“, ein Schiff der Großreederei ONE mit 4800 Containerstellplätzen.
Mitte Februar nun legten die Probanden ihre Ergebnisse auf einem Symposium der internationalen Seeschifffahrtsorganisation IMO vor. Die Überfahrt sei ohne sichtbare Beeinträchtigung der Maschinenleistung beendet worden, berichtete EPS-Chef Cyril Ducau. Gleichzeitig habe man die CO2-Emission der Hauptmotoren rechnerisch auf null reduziert. Biokraftstoffe gelten als klimaneutral, weil genauso viel Kohlendioxid beim Verbrennen entsteht, wie die Biomasse zuvor der Luft entnommen hat.
Um ihren Ruf als „schwimmender Klimasünder“ abzustreifen, setzt die Schifffahrt auf alternative Kraftstoffe. Denn der Druck steigt: Noch immer ramponieren dichte Rußwolken über den Häfen, schwefelige Abgase auf den Weltmeeren und ein CO2-Ausstoß, ohne den die weltweite Menge an Klimagas um drei Prozent geringer ausfiele, das Image.
„Eine klimaneutrale Schifffahrt ist technisch längst lösbar“, sagte Uwe Lauber, Vorstandschef von MAN Energy Solutions, dem größten Schiffsmotoren-Hersteller der Welt. Umrüstungen bestehender Dieselmotoren auf alternative Kraftstoffe seien schon heute möglich – und das mit überschaubarem Aufwand.